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Rätselhaft: 20 Schüler erleiden bei Sportfest einen Kreislauf-Kollaps

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Von: Helmut Hobmaier

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Schüler beim Laufen in Sportanlage.
Beim 800-Meter-Lauf in der Sportanlage Savoyer Au in Freising bekamen einige Schüler Kreislaufprobleme. Aber auch schon zuvor waren einige zusammengeklappt. Das Symbol-Foto entstand einen Tag später, am Dienstag. © Lehmann

Etwa 20 Schüler des Dom-Gymnasiums erlitten beim Sportfest in der Savoyer Au einen Kreislauf-Kollaps. Wie konnte es dazu kommen?

Freising – Etwa 20 Schüler des Freisinger Dom-Gymnasiums sind am Montag laut BRK bei einem Sportfest in der Savoyer Au in Freising kollabiert. Vor und während eines – freiwilligen – 800-Meter-Laufs bekamen die Kinder reihenweise erhebliche Kreislaufprobleme. Die sieben Schul-Sanis, die das Sportfest betreuten, waren schließlich mit der Lage überfordert und alarmierten die Rettungsleitstelle.

Drei BRK-Rettungswägen samt Notarzt eilten zu der Sportanlage an der Isar. Nachdem sich die Kinder erholt hatten, wurden sie von den Eltern abgeholt. Einen Tag später rätselt man am Dom-Gymnasium immer noch, warum in so kurzer Zeit so viele Kinder zusammengeklappt sind.

Am Vormittag lief alles reibungslos

„Bis 11 Uhr lieg eigentlich alles völlig reibungslos“, berichtet Oberstudiendirektor Manfred Röder über das Sportfest der fünften bis achten Jahrgangsstufen im Rahmen der Bundesjugendspiele. Der klassische Dreikampf – Weitsprung, Werfen, und Sprint – verlief ohne Zwischenfälle, „abgesehen von dem einen oder anderen Bienenstich“. Dann, noch bevor der 800-Meter-Lauf durchgeführt wurde – bekamen die ersten Kinder Kreislaufprobleme.

Einigen Schülern habe man daraufhin abgeraten, an dem 800-Meter-Lauf teilzunehmen. Während des Dauerlaufs, der auf freiwilliger Basis durchgeführt worden sei, kamen weitere Fälle hinzu. Die sieben Schul-Sanis – in Erster Hilfe speziell ausgebildete Schüler der Oberstufe plus einer Lehrkraft – waren schließlich mit der Vielzahl von Fällen überfordert und alarmierten über Notruf den Rettungsdienst. Der eilte mit drei Sankas samt Notarzt zum Sportplatz an der Isar.

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Kinder wurden im Schatten behandelt

Etwa 20 Kinder hatten laut BRK-Kreisgeschäftsführer Albert Söhl einen Kreislaufkollaps erlitten. Sie seien umgekippt, einige für kurze Zeit nicht mehr ansprechbar gewesen. Die Kinder seien sofort im Schatten behandelt worden, berichtet Söhl – und kamen dann offenbar auch wieder auf die Beine. Ins Klinikum musste jedenfalls keines der Kinder gebracht werden. Die Schule habe dann die betroffenen Eltern benachrichtigt, die die Kinder dann abgeholt hätten, um sie zuhause weiter zu betreuen. „Das Ganze ist reibungslos abgelaufen“, fasst Söhl zusammen.

Nach dem Vorfall stellt sich für ihn allerdings einmal mehr die Frage nach der Sinnhaftigkeit von Schulsportfesten zur heißesten Zeit des Jahres: „Man müsste hier einmal mit der Schulbehörde reden“, sagt Söhl. Dass Kinder beim Sport in größter Hitze umkippen, sei kein Einzelfall. Immer wieder seien die Kinder der Anstrengung im Hochsommer nicht gewachsen.

Hatten die Kinder zu wenig getrunken?

Zur Hitze käme meist hinzu, dass die Kinder zu wenig getrunken und gegessen hätten. In der Kombination sei das gefährlich. „Warum kann man die Sportfeste nicht im Herbst oder Frühjahr machen?“ Und warum man einen Dauerlauf ausgerechnet zur Mittagszeit ansetze, verstehe er auch nicht: „Warum macht man das nicht am frühen Morgen. Da sollte man doch als Lehrer bei der Planung drauf achten. Mittags kann man dann Kugelstoßen.“

Schulleiter Manfred Röder verweist darauf, dass es eigentlich nicht zu heiß für Schulsport gewesen sei: „Es war auch immer wieder bedeckt“. Der Deutsche Wetterdienst gibt für Montag eine Maximaltemperatur von 27 Grad an. Dennoch räumt Röder ein, dass eine Verlegung der Schulsportfeste auf Mai oder Oktober durchaus eine Überlegung wert sei. Möglicherweise sei auch die Ozonbelastung ein Auslöser für die Kreislaufprobleme gewesen, obwohl auch dieser Wert in Freising nicht allzu hoch gewesen sei.

„Schul-Sanis haben umsichtig gehandelt“

„Man muss wohl auch in Zukunft noch genauer darauf achten, wie viel die Kinder tatsächlich getrunken haben“ und nicht nur auf die Angaben der Kinder vertrauen.

Lob hat Röder für seine Schul-Sanis parat: Sie hätten sehr umsichtig gehandelt und rechtzeitig den Rettungsdienst verständigt. „Dass man hier externe Hilfe geholt hat, war richtig“. Inzwischen sind alle betroffenen Schulkinder offenbar wieder wohlauf.

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