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Unterm Original-Dachstuhl: (v. l.) Nanni Feller (2. Vorsitzende des Stadtbildpflege-Vereins), Patrizia Wacker, Vereinsvorsitzender Bernhard Reiml und Architekt Andreas Patzek im Haus an der Oberen Hauptstraße 12. 

Stadtbildpflegepreis für Patrizia Wacker 

Freisingerin macht Passberger-Haus zu Schmuckstück – und wird dafür ausgezeichnet

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Patrizia Wacker hat das Passberger-Haus in der Freisinger Innenstadt saniert - und dafür nun den Stadtbildpflegepreis bekommen. 

Freising – Man sieht es von außen, man sieht es aber auch, wenn man drei Stockwerke erklimmt und unter dem Dachstuhl steht: Patrizia Wacker hat sich mit der Instandsetzung und Sanierung des Hauses an der Oberen Hauptstraßen 12 den Stadtbildpflegepreis 2019 verdient. Am Montag war Preisverleihung.

Das Haus ist mehrere Jahrhunderte alt

Ältere kennen das Gebäude als Hirschenwirt, den meisten ist das Anwesen als „Passberger-Haus“ bekannt. So oder so – das Anwesen ist ein in der Denkmalliste verzeichnetes Einzeldenkmal aus dem Ende des 14./Anfang des 15. Jahrhunderts, mit einer klassizistischen Fassadendekoration aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts, samt Nebengebäude, das in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts errichtet wurde. Nach diversen Nutzungen wurde das Haus bis 1948 als Wirtschaft betrieben, dann im Inneren massiv geändert.

Wieso der Verein Stadtbildpflege den diesjährigen Preis an Patrizia Wacker verliehen hat, erklärte bei der Preisverleihung am Montag Vorsitzender Bernhard Reiml: Das Gebäude sei nicht nur in sehr gelungener Weise wieder „rückgeführt“ worden, und es seien nicht nur alte Merkmale des Hauses wieder herausgearbeitet worden. Wacker habe auch noch vor Inkrafttreten der Gestaltungssatzung viele Vorgaben daraus umgesetzt. Und ganz wichtig: Das Haus ist zentral gelegen, „es fällt auf“.

Gebäude als Ausdruck von „Bürgerstolz“

Das bestätigte der ehemalige Stadtheimatpfleger Norbert Zanker: Das Gebäude sei wichtig für die Altstadt. Es sei aber auch Ausdruck von „Bürgerstolz“, der dafür verantwortlich sei, dass solche Häuser mit schmückenden Elementen ausgestattet worden seien, die mit der Funktion nichts zu tun hätten. Damals hätten Bürger solche Gebäude „für sich und die anderen“ errichtet. Stolz dürfe man aber auch auf Bürger wie Patrizia Wacker sein, die sich um solche Gebäude verdient machten. Dass die Stadt mit Plänen von Bauherrn oft „erpressbar“ sei, müsse die Bürger auf den Plan rufen. „Da müssen wir wachsam sein“, betonte Zanker. Denn dass manche Bauvorhaben „die Stadt verschandeln“, müsse wirklich nicht sein.

Das Ende einer spannenden Geschichte

Patrizia Wacker sagte, es sei „eine spannende Geschichte“ gewesen, den originalen Dachstuhl wieder herzurichten. Aber auch eine zeit- und geldraubende Geschichte. Andreas Patzek von KPT Architekten beschrieb, wie man in mühsamer Handarbeit den Dachstuhl freigeräumt habe, wie sich nach und nach immer mehr Schäden gezeigt hätten, und wie man fachmännisch den Dachstuhl saniert habe.

Jetzt hat man alle Schwierigkeiten überwunden, jetzt ist das Haus wieder ein Schmuckstück in der Innenstadt. Jetzt sind alle froh.

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