Als Roider-Jackl-Experte erwies sich am vergangenen Freitag Stadtführer Ferdinand Schreyer (6. v. r.). Foto: Gleixner

Stadtführung zum 111. Roider-Jackl-Geburtstag

Selbstbewusster Sänger und Derblecker

Es hätte ihm gefallen, dem Roider Jackl, wie man seinen 111. Geburtstag beging. Mit einer Führung durch seine geliebte Wahlheimat, mit seinen Gstanzln und einer Würdigung seines Humors. Klar, dass es dabei für die Teilnehmer viel zu lachen gab.

Freising– Stadtführer Ferl Schreyer, selbst ein Original und weithin bekannt als „Maronimann vom Freisinger  Marienplatz“, fand einen speziellen Zugang zum Volkssänger Jakob Roider. Dessen Herkunft und dessen Sprache nämlich. Aspekte, die viel aussagten über den „Gstanzlsänger“ und Politikerderblecker und Gesellschaftskritiker. An Interesse mangelte es nicht am Roider-Jackl-Brunnen, der seit 1986 von der Wertschätzung für den Musikanten und Förster zeugt. Gut 40 Teilnehmer zählte die Sonderführung von Ferl Schreyer, der eigentlich Ferdinand heißt, aber Wert auf die bayerische Kurzform legt. Wie der Jackl auch, der es laut Schreyer nicht zum Erwachsenen, zum Jack geschafft, weil er die Verniedlichung damals als Künstlernamen weghatte.

Die Tour begann am Roider-Jackl-Brunnen, führte über das Forstamt am Domberg schließlich ins Rathaus, wo es dann eine Reihe von „Gstanzln“ des Humoristen und Kritikers seiner Zeit zu hören gab. Was der Roider Jackl für eine Bedeutung hatte für Freising und weit darüber hinaus, das machte Schreyer an insgesamt drei Denkmälern fest, von denen neben Freising eines in seinem Geburtsort Weihmichl bei Landshut und auch eines am Münchner Viktualienmarkt steht.

Berühmt geworden ist Jakob Roider wegen seiner Sprache, wegen einer für seine Gstanzl entscheidenden Mischung aus Nieder- und Oberbayerisch. Wegen „der Art und Weise“ wie er sie eben gesungen hat, stellte Schreyer fest. Um ein Beispiel war er nicht verlegen, auch wenn er es nur vortragen und nicht vorsingen konnte.

„Bayern is ned nur berühmt wordn, durch Kunst und durchs Bier, sondern in der Hauptsach durch Gstanzl und de san vo mir“, zitierte der Stadtführer und verwies darauf, dass der Roider wohl „relativ selbstbewusst“ gewesen sein muss. Auch mit Anekdoten wie der dass, dass das 16. Kind der Familie Roider quasi beim Knödl-Einlegen zur Welt gekommen ist, wusste Schreyer aufzuwarten, beim Gedenken an den König der Gstanzlsänger.                                                                              Alexander Fischer

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