Stadtheimatpflege kritisiert Stadträte in Sachen Oktogon

Künftige Entwicklung „fahrlässig negativ beeinflusst“

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Scharfe Kritik üben die Verantwortlichen des Stadtheimatpflegevereins an den Freisinger Räten: Ihre Ablehnung des Bauantrags zur Generalsanierung des Dombergs (Stichwort: Oktogon) habe weitreichende Folgen für die künftige Entwicklung des mons doctus.

Freising – Den Vorsitzenden Nanni Feller und Bernhard Reiml sowie den Mitgliedern des Stadtheimatpflegevereins stößt sauer auf, dass die Stadträte die Generalsanierung des Dombergs am 26. Oktober abgelehnt haben (wir berichteten). Mit der Dombergkonzeption (inklusive der Generalsanierung des Diözesanmuseums) habe man „zum ersten Mal seit mehr als einem halben Jahrhundert den ernsthaften Versuch unternommen, den Freisinger Domberg als kulturelles, religiöses und geistiges Zentrum weiter zu beleben und zu stärken“, heißt es in einer aktuellen Stellungnahme des Vereins. Dies stelle aus stadtplanerischer, kultureller wie auch aus kulturtouristischer Sicht einen erheblichen Mehrwert für die Stadt dar „und kann deshalb nur im Interesse einer jeden Freisingerin und eines jeden Freisingers liegen“.

Ob das Oktogon am Domberg nun erhaltenswert ist oder nicht: Der Stadtheimatpflegeverein sieht das Verhältnis zwischen der Stadt und der Erzdiözese durch die Ablehnung der Generalsanierung im Stadtrat als gestört.

Vorher gab es wochenlanges verbales Gerangel um den Abriss des Oktogons. Die Mehrheit der Räte wollten den achteckigen Bau als „stadtbildprägend“ erhalten wissen. Der Erkerbau war indes durch den Generalkonservator als entbehrlich eingestuft worden. Die Vereinsverantwortlichen kommentieren: „Dazu kann man stehen wie man will. In jedem Fall bestand für die Erzdiözese Baurecht. Das Vertrauen zwischen der Stadt und der Erzdiözese, das in den vergangenen Jahren ausgebaut wurde, erfährt durch diese Entscheidung einen herben Rückschlag. Die Gründe für die ablehnende Haltung der Stadträte dürften vielschichtig sein, im ersten Moment vielleicht sogar verständlich. Umso unverständlicher erscheinen sie aber, wenn man die weitreichenden Folgen für den Domberg und somit für die Stadt und seine Bürger sieht.“

Die Stadträte, die gegen den Bauantrag gestimmt haben, müssten sich die Frage gefallen lassen, „ob sie damit nicht fahrlässig die zukünftige Entwicklung der Stadt negativ beeinflusst haben.“ Auch wenn der Beschluss korrigiert werden sollte, führe er zu massiven zeitlichen Verzögerungen, „an denen niemand ein Interesse haben kann“. Einen möglichen Rückzug der Erzdiözese als billige Drohkulisse abzutun, zeuge „von großer Unkenntnis“.

Es sei wahrlich kein Geheimnis, dass es im Ordinariat in München nicht nur Befürworter für das Dombergkonzept gibt: „Den Gegnern einer Aufwertung des Dombergs und Freisings hat man mit dieser Entscheidung eine Steilvorlage geliefert.“ Der Verein appelliert „dringend an die Verantwortlichen in Stadt und Diözese, die Gespräche nicht abbrechen zu lassen“ und sich dafür einzusetzen, dass das Diözesanmuseum erhalten bleibt.

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