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Die Rosenterrasse des heutigen „Kardinal-Döpfner-Hauses“ wird im Zuge der Umstrukturierung erweitert und mittels einer Treppenanlage mit dem Vorplatz des neuen Bildungszentrums-Anbaus verbunden.

Stadtheimatpfleger durchleuchtet Bildungszentrums-Projekt

Historie in zeitgemäßer Neu-Interpretation

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Harmonisch, wegweisend, glanzvoll: Der Verein für Stadtheimatpflege ist voll des Lobs für den Berliner Siegerentwurf des Um- und Neubau-Projekts Kardinal-Döpfner-Haus. Vorsitzender Bernhard Reiml beleuchtet das Konzept des Büros „gmp International Berlin“.

Freising – Durch seine „moderne Formensprache“ passe sich der Neubautrakt des Siegerentwurfs „harmonisch in die bereits bestehende bauliche Struktur des Dombergs ein“. Reiml: „Er stellt einen architektonischen Glanzpunkt dar, ohne sich gegenüber der Residenz (Kardinal-Döpfner-Haus) in den Vordergrund zu drängen.“ Gelungen sei die moderne architektonische Formensprache in Hinblick auf die Außenfassade: „Die Spitzfenster und großen Glasflächen vereinen Tradition und kirchlichen Ursprung mit Transparenz und Offenheit der Kirche im 21. Jahrhundert.“

Der Entwurf von „gmp International Berlin“ beinhalte laut Reiml in weiten Teilen die Wiederherstellung und Nutzung der historischen Raumfolge. So gebe es die Wiederbelebung der ehemaligen Fürstenzimmer und stellt die Geschichte der Residenz sowie der Freisinger Fürstbischöfe in den Fokus als „wertvollen Gewinn für die Bildungsarbeit des gesamten Erzbistums und der Stadt Freising“. Aus stadthistorischer Perspektive seien „einige wenige, dafür aber grundlegende Mängel anzusprechen“. So plädiert die Stadtheimatpflege Freising mit Nachdruck für eine moderne Rekonstruktion des Steinernen Saals innerhalb der Residenz. Der Saal war ein Prunkraum in der Residenz  und wurde 1844 aufgegeben: Das Klerikalseminar brauchte damals mehr Unterrichtsräume. Ein reaktivierter Saal stünde „als klares Symbol für das Bestreben des Erzbistums, Kommunikationsräume“ zu schaffen und mit Leben zu erfüllen, meint Bernhard Reiml.

Hell und klar strukturiert ist die neue Multifunktionshalle, die man dur ch den gläsernen Haupteingang (aus Richtung Diözesanmuseum) betritt. Insgesamt sind auf fünf Geschossen 99 Zimmereinheiten untergebracht.

Die geplante barrierefreie Lösung, die den Arkadengang im Innenhof der Residenz teilen würde, „ist denkmalpflegerisch nicht haltbar“. Die Arkaden stellten eine der frühesten Zeugnisse von der Verwendung italienischer Architektur nördlich der Alpen zu Beginn des 16. Jahrhunderts dar. Reiml: „Wir sind zuversichtlich, dass andere bauliche Lösungen gefunden werden, die einen barrierefreien Zugang ermöglichen, aber zeitgleich den Arkadengang erhalten.“

Den Domplatz möchten die Stadtheimatpfleger als „Tor“ zum Bildungszentrum aufwerten – etwa mit einem Brunnen. So eine Anlage „wäre auf historische Vorbilder zurückzuführen“. Als weiterer zentraler Treffpunkt für Tagungs- und Übernachtungsgäste könnte der Innenhof der Residenz fungieren.

Bernhard Reimls Fazit: „Wir hoffen, dass der gelungene Entwurf von gmp International Berlin mit Anpassungen im Bereich der historischen Bausubstanz verwirklicht wird. Damit würde der Neu- und Umbau Vergangenheit und Zukunft gleichwertig vereinigen und wertschätzen.“

Aber essentiell für einen nachhaltigen Erfolg der Neukonzeption sei laut Stadtheimatpflegeverein die Wiederbelebung des Begriffs „Residenz“ für den Altbau. Der sei „unter dem begrifflichen Deckmantel des Kardinal-Döpfner-Hauses“ versteckt. Bernhard Reiml: „Diese Irreführung war und ist in keiner Weise sinnvoll und zielführend. Ein Residenzbau bleibt ein Residenzbau, auch wenn seine heutige Funktion eine andere ist.“ 

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