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Mit viel Schmäh und Fachwissen nahm Professor Johann Mösenbichler die Stadtkapelle Freising bei einer Sonderprpbe in der Musikschule unter seine Fittiche. Die versierten Musiker waren begeistert.

Stadtkapelle probt mit Chefdirigent Josef Mösenbichler

Der Professor hat’s richtig drauf

Der Beifall der Musiker machte deutlich, dass ihnen die Probe mit dem Chefdirigenten des Bayerischen Polizeiorchesters überaus gut gefallen hat. Professor Johann Mösenbichler hatte knapp zwei Stunden die Stadtkapelle Freising unter seine Fittiche genommen.

Freising – Auf Vermittlung von MdL Florian Herrmann nahm sich der Stardirigent am Donnerstag knapp zwei Stunden Zeit, um mit dem Klangkörper, der momentan für das Jahreskonzert am Samstag, 6. Mai, übt, einige Feinheiten einzustudieren.

Johann Mösenbichler (58) leitet seit 2006 das Bayerische Polizeimusikkorps und legt mit diesem Ensemble vor allem Wert auf konzertante Blasmusik – der richtige Mann also für ein Probengastspiel bei der Stadtkapelle Freising.

Jürgen Wüst, der den Musikern normalerweise vorsteht, schaute und hörte genau zu, was der österreichische Musikprofessor den Instrumentalisten zu sagen hatte. Doch professoral kam nichts rüber, was Mösenbichler den Trompetern, Posaunisten, Tubisten und den Holzbläsern oder Schlagwerkern ins Stammbuch schrieb. Seinen Taktstock hatte der Maestro übrigens aus seinem Köfferchen genommen, noch ehe er sich aus seinem Parka schälte. Im Gegenteil: Mit viel österreichischem Schmäh und flotten Sprüchen sorgte er für eine lockere Atmosphäre im Pavillon der Musikschule. So war er begeistert, dass die Tubas von Frauen gespielt werden: Ein Orchester verglich er mit einer Fußballmannschaft, wo auch nicht einer allein gewinnen könne: „Jeder von Euch ist wichtig.“ Für sich selber meinte Mösenbichler, sei es „einfach geil, wenn man ein Orchester leitet, in dem alle mitziehen“. Für die Musiker hatte der Chefdirigent so manchen Tipp parat: „Ihr müsstet’s mehr mit der Luft machen als mit der Zunge“ oder: „Schaut’s nicht so viel in die Noten, hört’s lieber genau hin, was um Euch herum passiert“.

In der Praxis übte Mösenbichler mit dem Klangkörper dann Passagen aus „Ross Roy“ von Jacob de Haan. Und der Professor hatte gelehrige Schüler, die seine Vorstellungen sehr bald umsetzten und dafür auch die entsprechenden Streicheleinheiten bekamen. Im zweiten Teil des Probenabends setzte Mösenbichler das Orchester um: Tubas von links in die Mitte, Schlagwerker näher ans Orchester ran, Posaunen wechselten von links nach rechts und die Trompeten umgekehrt – eine bemerkenswerte Qualitätsverbesserung der Klangfülle.

Die Instrumentalisten waren denn auch sehr angetan von der Probe: „Der bringt’s so locker rüber, klasse“, hörte man, und Jürgen Wüst, angestammter Dirigent der Stadtkapelle, zog für sich persönlich einen Gewinn aus der Probe: „Ich habe einiges Neues gehört“. Odilo Zapf, selbst Mitspieler und im Vorstand der Stadtkapelle brachte am Ende der Probe seinen Dank und seine Freude über das Erlebte zum Ausdruck. Es werde bestimmt eine nachhaltige Wirkung haben, was die Stadtkapelle aus diesem Abend mitnehme.

Gut zu wissen:

Das Jahreskonzert der Stadtkapelle findet am Samstag, 6. Mai, 19.30 Uhr, in der Luitpoldhalle statt. Karten gibt es in der Touristinfo am Rindermarkt, Tel. (0 81 61) 5 444 333, und in der Musikschule, Tel. (0 81 61) 5 42 00 00.                                                                                                     Heinz Mettig

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