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„Nicht das Ende der Fahnenstange“: Stadtwerke-Chef befürchtet weitere Preissteigerung beim Gas

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Von: Andrea Hermann

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Steigende Energiekosten
Kalte September-Tage haben dazu geführt, dass ausgerechnet jetzt, wo die Gaspreise rapide steigen, in vielen Haushalten die Heizung bereits eingeschaltet werden musste – acht bis zehn Tage vor dem Beginn der eigentlichen Heizperiode. © Marcus Brandt

Die Preise für Gas steigen rasant an: Ab 1. November müssen Kunden der Stadtwerke Freising noch mal tiefer in die Tasche greifen. Und das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht.

Landkreis – Die Gaslieferungen aus Russland gehen weiter zurück, und in der Folge steigen die Energiepreise weiter an. Bereits zum 1. August haben die Stadtwerke Freising ihre Preise angehoben, im November folgt eine weitere Steigerung. Wurden bislang bei einem Jahresverbrauch von bis zu 18 000 Kilowattstunden (kWh) Erdgas 10,42 Cent je Kilowattstunde (brutto) fällig, müssen Kunden ab 1. November 15,08 Cent/kWh und somit um 4,66 Cent/kWH mehr bezahlen. Bei einem Jahresverbrauch von über 18 000 Kilowattstunden werden künftig 14,59 Cent/kWh (brutto) fällig – bislang waren es 9,94 Cent/kWh. Und das ist laut Dominik Schwegler, Geschäftsführer der Stadtwerke Freising, „nicht das Ende der Fahnenstange. Es wird noch weiter nach oben gehen.“

Die Reaktionen der Kunden bleiben nicht aus. Mit Blick auf den Russland-Krieg und die aktuelle Lage hätte es im Sommer noch Verständnis seitens der Abnehmer gegeben, so Schwegler. Jetzt würde den Mitarbeitern hingegen „Unverständnis“ entgegengebracht – und das, obwohl „den Kunden bewusst ist, dass wir das nicht aus freien Stücken tun.“ Die Situation ist schwierig: „Uns sind die exorbitanten Preissteigerungen bewusst“, sagt Schwegler. „Aber wir können es nicht ändern.“

Schweglers Appell nicht nur an die Gasbezieher, sondern an alle Bürger: „Gehen Sie verantwortungsvoll mit Energie um.“ Der Geschäftsführer ist sich sicher, dass man „an vielen Stellen sicher noch einsparen kann“, wenngleich „das Leben auch weitergehen muss“.

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Im FT-Gespräch zählt er einige Beispiele auf, wie man konkret Energie sparen kann: die Raumtemperatur um ein Grad absenken, duschen statt baden, darauf achten, dass die Heizung gut funktioniert, und Wäsche nicht mehr bei 90 Grad und wenn möglich auch nicht mehr bei 60 Grad waschen. Schwegler betont: „Alles, was extreme Wärme braucht, ist kostenintensiv.“

Auch wenn viele Kunden versuchen, die Heizung erst später im Herbst anzuschalten, weiß Schwegler mit Blick auf die vergangenen, mitunter sehr kühlen Tage und Nächte, dass viele Heizungen bereits laufen. „Streng genommen geht die Heizperiode ab 1. Oktober los.“ Doch weil die Temperaturen schon im einstelligen Bereich lagen, sei man heuer früher dran – etwa acht bis zehn Tage früher als noch vor einem Jahr.

Die Frage, ob denn genügend Gas für diesen Winter vorhanden sei, beantwortet der Geschäftsführer so: „Es wird alles dafür getan, dass wir durchkommen.“ Doch auch die Bürger seien gefordert: „Ein kollektiv reduzierter Verbrauch bringt uns durch den Winter.“ Und vorsichtig schiebt Schwegler hinterher: „Ja, es ist genug da. Wir gehen davon aus, dass wir im Haushaltskunden-Bereich durchkommen.“

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