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Nicht das Gelbe vom Ei: Wege, die von Radlern und Fußgängern benutzt werden dürfen, bergen Konfliktpotenziale, wie der ADFC betont.

Mobilitätskonzept

Starke Resonanz auf Umfrage: Wo es für Freisings Radler noch hakt

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Mit ihrer Befragung zum Radverkehr hat die Stadt Freising einen Nerv getroffen. Etliche Rückmeldungen trafen im Rathaus ein. Neben viel Lob wurde auch Kritik laut.

Freising – Im Sport nennt man das einen Massenstart. Rund 3000 Bürger machten beim Auftakt zum gesamtpolitischen Mobilitätskonzept der Stadt Freising mit: bei der Erhebung des Radverkehrs. Unter dem Arbeitstitel „Freising – nachhaltig mobil“ nimmt die Stadt bis Mitte des Jahres umfangreiche Bestandsaufnahmen zum Verkehr vor. Potenzialanalysen werden erstellt, Szenarien berechnet, Maßnahmen abgeleitet.

Wie es in der Pressemitteilung der Stadt heißt, stammen die meisten der 3000 Teilnehmer aus Freising-Nord, Neustift/Tuching, Lerchenfeld-Ost und der Innenstadt. Sehr viele Radfahrer würden sich ganzjährig auf den Sattel schwingen – unabhängig vom Wetter. „Freisinger nutzen ihr Fahrrad am meisten für ihre Wege in der Freizeit und zum Einkauf. Erst an dritter Stelle kommen die Wege zur Arbeit.“

Felgenkiller sollten die neuen Rad-Abstellanlagen nicht sein

Etwa zwei Drittel aller Befragten findet, dass man sich als Radler in Freising gut orientieren kann, fast die Hälfte fühlt sich als Radler in Freising sicher. Hingegen empfinden etwa zwei Drittel der Befragten, dass die Abstellanlagen nicht nutzerfreundlich sind – ein Kritikpunkt, den Michael Stanglmaier, Sprecher des ADFC-Kreisverbands Freising, teilt. „Es gibt nicht genügend ausgewiesene Räume, in denen Fahrräder abgestellt werden können. Das führt dazu, dass viele Räder auf dem Gehweg stehen, was wiederum zu Lasten der Fußgänger geht.“ Für geeignete Abstellanlagen gebe es relativ schnelle Lösungen. In Nähe von Bushaltestellen seien sogar Fördermittel drin. „Die Anlagen sollten keine Felgenkiller sein und genügend Platz zwischen den Rädern lassen, dass man beim Abschließen keine Yoga-Übungen machen muss.“ Eines sei aber auch klar, betonte Stanglmaier: „Dass man dafür den ein oder anderen Autostellplatz wird opfern müssen.“

Für ein fahrradfreundlicheres Freising wünscht sich ein Großteil der Befragten darüber hinaus, dass nutzbare Routen mit kurzen Wegen für den Radverkehr angeboten werden, wie es in der städtischen Pressemitteilung weiter heißt. Dazu zählen bessere Querungsmöglichkeiten über die Isar und unter den Bahngleisen hindurch, mehr gesicherte Querungsbedingungen an großen Straßen und fahrradfreundliche Ampelschaltungen.

Jetzt sind die Pendler dran

Stanglmaier ergänzt, dass die Radwege für die Autofahrer auch gut sichtbar sein müssen und verweist auf einen Fall aus Berlin: Ein zehnjähriges Mädchen starb im Januar, weil es von einem Lastwagen-Fahrer beim Rechtsabbiegen übersehen worden war. „Wir brauchen Radwege, die nicht nur dem flotten, dynamischen Radfahrer Verkehrssicherheit geben, sondern auch denen, die nicht so schnell reagieren: Kinder und ältere Menschen“, betont der ADFC-Sprecher. Kritisch sieht er Wege, die für Fußgänger und Radfahrer ausgewiesen sind. „Da kommt es oft zu Konfliktsituationen. Daher sollte man diese Regelung nur anwenden, wenn es gar nicht anders geht.“

Wie das Rathaus mitteilt, werden die Ergebnisse der Befragung nun detailliert ausgewertet und dann am „Runden Radltisch“ vorgestellt. Auch im Planungsausschuss werden sie Thema sein.

Nach den Radfahrern sind nun die Pendler an der Reihe: Mit Hilfe einer Befragung sollen die täglichen Erfahrungen der Arbeitnehmer auf dem Arbeitsweg und die Beweggründe für ihre Verkehrsmittelwahl näher beleuchtet werden. Alle in Freising Beschäftigen können teilnehmen: http://tiny.cc/Befragung_Arbeitsweg_FS. Die 20 Fragen sind mindestens bis Mitte Februar online freigeschaltet.

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