1. Startseite
  2. Lokales
  3. Freising
  4. Freising

„Sie werden vor uns keine Ruhe kriegen“

Erstellt:

Von: Andreas Beschorner

Kommentare

null
Scharfer Kritik sah sich OB Eschenbacher bei der Lerchenfelder Bürgerversammlung ausgesetzt. Die steigende Verkehrsbelastung auf der Erdinger und Ismaninger Straße erzürnt die Bürger in Freisings größtem Stadtteil. © Gleixner

Nicht, dass der Umbau der Unterführung am ehemaligen Bahnposten 15 samt Bebauungsplan Isarvorstadt „eine verfahrene Angelegenheit“ ist, die sich der OB „leichter vorgestellt“ hätte, lockte zahlreiche Lerchenfelder an. Auch nicht, dass man bald in die Planungen für eine neue Grundschule in Lerchenfeld einsteigen werde, sorgte dafür, dass bei der Bürgerversammlung am Donnerstag der Saal des Grünen Hofs rappelvoll war.  Nein: Der stetig zunehmende Verkehr in der Erdinger und in der Ismaninger Straße ist das Thema, das die Lerchenfelder erzürnt.

Freising – Die Bürger nahmen auf die neue Regelung in der Erdinger Straße Bezug, nach der – probehalber – nachts nur 30 km/h gefahren werden darf (wir berichteten). Das genüge aber nicht, die Lkw müssten raus aus Lerchenfeld, auch die Ismaninger Straße brauche eine andere Regelung, die Katharina-Mair-Straße fungiere als Tangente für Laster – und und und. Fazit: Die Lerchenfelder vermissen ein Verkehrskonzept.

Für viele Dinge (die der OB in seinem Bericht dargestellt hatte) gebe man ein paar Millionen aus, doch für „eine kleine Spange“ sei kein Geld da. Damit war die von den Freien Wählern beantragte Südost-Umfahrung gemeint, deren Prüfung der Stadtrat aber, so berichtete der OB, auf die Planungen und Beratungen zur Änderung des Flächennutzungsplans vertagt habe. Doch das war manchen Lerchenfeldern nicht genug, die dem Stadtoberhaupt offen drohten: „Sie werden vor uns keine Ruhe kriegen!“ Jetzt dürfe es keine Ausflüchte mehr geben. Der OB möge auch bedenken, dass man schon sehr weit in der Amtsperiode sei, bald also wieder Wahlen anstünden. Gemeint war die OB-Wahl 2020. Und wenn schon die 30 km/h-Regel gelte, dann müsse man die auch überwachen, sonst helfe das gar nichts, lautete der Ruf nach stärkeren Kontrollen.

Der OB sagte, man werde ab 2018 das Personal der Verkehrsüberwachung aufstocken. Die Anwohner der Ismaninger Straße fühlten sich als Bürger zweiter Klasse, weil es für sie keine Regelung wie in der Erdinger Straße jetzt gebe. Dabei lägen an ihrer Straße doch eine Sportanlage und ein Minigolfplatz. Das sei aber, so der OB, für eine 30 km/h-Regel nicht ausreichend, da brauche es vom Gesetz her Schulen, Kindergärten oder Seniorenheime.

Doch es gab auch Beifall: Applaus erntete der OB für seine Zusicherung, dass man Anfragen von Logistikunternehmen, die sich statt Transgourmet in den Clemensängern ansiedeln wollten, aufgrund der Kritik im Verlauf des Bürgerentscheids zu Transgourmet abgelehnt habe. Jetzt sehe es nach einer Nutzung aus, die nur sehr wenig Verkehr erzeuge. Mehr durfte und wollte der OB zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen.

Auch interessant

Kommentare