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Und alle treffen sich im Hotel Paradies: Elisabeth Reisch, Willi Ziegltrum, Angela Flohr, Margot Riegler, Wolfgang Schnetz, Max-Emanuel Reisch, Franz Spitzenberger und Michael Schwaiger: Nicht auf dem Foto: Gabi Anderl, Anne Stümpfl,Toni Wiesheu, Richard Brückl, Jochen Fischer und Helmut Wagner.

„Das Ensemble hat es mir sehr leicht gemacht“

Weekend im Paradies: Stephan Leitmeier gibt sein Regiedebüt bei der Laienbühne Freising

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Doppelte Premiere: Die Laienbühne Freising feiert am 18. Oktober mit „Weekend im Paradies“ Premiere - und Stephan Leitmeier gibt sein Regiedebüt. 

Freising Auf Freunde gehobenen Theaterspiels und Fans der Laienbühne Freising wartet am Freitag, 18. Oktober, gleich eine doppelte Premiere. Zum einen wird man um 20 Uhr in der Luitpoldhalle die erste Aufführung der Boulevardkomödie „Weekend im Paradies“ von Arnold und Bach sehen, zum anderen wird man erstmals ein Stück unter Regie von Stephan Leitmeier erleben. Das FT hat mit dem Regisseur geredet – über das Stück und über die Inszenierung.

Herr Leitmeier, wieso haben Sie sich gerade dieses Stück für Ihre erste Regiearbeit ausgesucht?

Gibt heuer sein Regiedebüt: Stephan Leitmeier.

Ich denke, man macht das, was man selbst gerne sieht. Und ich mag einfach Komödien, bin oft in der Komödie im Bayerischen Hof, mag Boulevardkomödien. Und „Pension Schöller“ war im Jahr 2000 das erste Stück, das ich von der Laienbühne Freising gesehen habe. Über 50 Prozent der Schauspieler von damals stehen auch heuer wieder auf der Bühne. „Weekend im Paradies“ habe ich vor vielen Jahren einmal gesehen und fand es total witzig. Als sich dann Mitte des Jahres 2018 entschieden hat, dass ich heuer Regie führe, habe ich mir eine Liste mit möglichen Stücken erstellt und dann nach und nach ausgesiebt. „Weekend im Paradies“ stand immer ganz oben auf der Liste und ist es dann auch geworden.

War das vorhandene Ensemble auch ausschlaggebend für die Stückauswahl?

Nein. Das wäre auch nicht die richtige Herangehensweise gewesen. Ich hatte eine klare Vorstellung, wie ich das Stück inszenieren will. Freilich: Schon beim Lesen war sehr klar, wer welche Rolle übernehmen sollte. Und weil alle auch bereit waren, die Rollen zu übernehmen, ist das nun die Traumbesetzung.

Was ist das Besondere an dieser Inszenierung? Das Stück wurde ja schon mehrfach aufgeführt und auch schon verfilmt.

Ich versuche, mich davon nicht beeinflussen zu lassen. Denn das ist immer gefährlich.

Das Tempo ist die Herausforderung

Was ist die besondere Herausforderung an dem Stück?

Das Tempo. Man darf im Tempo nicht nachlassen, sonst ist teilweise der Witz raus. Aber man darf auch nicht gleich so schnell werden, dass es klamaukig wird. Das ist eine Gratwanderung. Und das Timing bei den Auftritten ist ebenfalls extrem wichtig. Außerdem kommt dann noch die technische Seite hinzu. Zum ersten Mal seitdem wir in der Luitpoldhalle spielen, gibt es als Kulisse zwei komplett gebaute Räume. Und die ab- und aufzubauen ist bei den Gegebenheiten in der Luitpoldhalle eine Herausforderung.

Wie schwer ist es eigentlich, jetzt als Regisseur aufzutreten und nicht mehr als Schauspieler?

Das war bei den ersten Proben schon ungewohnt. Da war ich zugegebenermaßen sehr angespannt. Immerhin stehen da ganz viele alte Hasen auf der Bühne, die ich als junger Bub schon gesehen und auch bewundert habe und denen ich jetzt was anschaffen muss. Doch nach und nach hat sich die Anspannung gelegt, jetzt macht es sehr viel Spaß. Und das Ensemble hat es mir wirklich auch sehr leicht gemacht.

Wie schwer ist es, nicht auf die Bühne zu hüpfen und vorzuspielen, wie man es sich vorstellt?

Das mache ich nur sehr selten. Wenn, dann höchstens Bewegungsabläufe. Aber jeder Schauspieler soll innerhalb der Vorgaben die Rolle so spielen, wie er sie anlegt, nicht so, wie sie ein Stephan Leitmeier spielen würde. Außerdem konnte ich, weil wir die ganze Zeit in der Lebenshilfe geprobt haben, gar nicht auf die Bühne springen (lacht). Wir sind alle froh, dass wir seit 1. Oktober in der Luitpoldhalle proben können – mit Bühne.

„Ich mache es, so gut ich kann“

Wie groß ist der Druck, dass das Stück mit seinen zwölf Aufführungen ein Erfolg wird?

Ich müsste lügen, wenn ich sage, dass da gar kein Druck ist. Aber ich mache mich auch nicht zum Sklaven des Erfolgs. Ich mache es, so gut ich kann. Mein Ziel ist, dass sich die Leute zweieinhalb Stunden gut unterhalten.

Und wie ist das eigene Gefühl? Läuft es? Oder gibt es Zweifel?

Ach, das verläuft in Phasen. Es gibt Proben und Zeiten, nach denen bin ich total beseelt. Und dann gibt es wieder Momente, in denen ich zweifle und mich frage, ob die Witze überhaupt ankommen. Aber weil in den Proben immer wieder viel gelacht wird, sind wir alle schon zuversichtlich. Und außerdem geht einem das als Spieler auch so. Der Unterschied ist halt, dass man als Regisseur für das gesamte Stück und die Vorstellung verantwortlich ist. Aber es ist auch schön, wenn man so große Entscheidungsbefugnisse hat – vom Stück über das Plakat und die Bühne bis hin zu den Kostümen.

Das klingt nach viel Arbeit. Wie viele Stunden arbeiten Sie schon am „Weekend im Paradies“?

Keine Ahnung. Unzählige. Allein der Drehtag vor der Schlütervilla für den kurzen Film zwischen dem ersten und zweiten Akt dauerte über zwölf Stunden. Vor allem müssen da alle Beteiligten auch mitmachen.

Werden Sie wieder einmal Regie führen?

Das kann ich jetzt noch nicht sagen. Ich schau mal, wie die Resonanz ist und wie es ankommt.

Was der Titel der Komödie bedeutet

Wieso der Titel der Komödie Englisch ist und nicht „Ein Wochenende im Paradies“, lässt sich so erklären: Er selbst habe beim Verlag nachgefragt, ob er den Titel für die Freisinger Inszenierung ändern dürfe, erzählt Leitmeier, habe aber eine Absage bekommen. Begründung: Die Autoren Franz Arnold und Ernst Bach hätten sich bei der Titelgebung „etwas gedacht“. Und was? Leitmeier hat nachgeforscht: In den sogenannten Goldenen Zwanzigern habe es die Weekend-Bewegung gegeben, bei der betuchte Bürger sich nicht ins Wochenende begaben, sondern ganz elitär ins Weekend gingen. Und weil das der Hintergrund für die Komödie ist, ist auch „Weekend“ im Titel so wichtig.

Weitere Infos zum Stück und zu den Autoren unter www.laienbuehne-freising.de.

Lesen Sie auch: Zauberhafter Höhenflug: Laienbühne Freising begeistert mit „Peterchens Mondfahrt“ auf der ganzen Linie

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