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Den Garten des Landratsamts , wo Helmut Petz für das Wahlkampf-Interview im Tagblatt ab gelichtet wurde, wird der neue Landrat künftig wohl häufiger sehen.     

Auf ihn kommen große Herausforderungen zu

„Müssen bald wieder in Tritt kommen“: Neuer Landrat Petz über Wahl im Zeichen von Corona

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Mit 59,7 Prozent wurde Helmut Petz zum neuen Freisinger Landrat gewählt. Im Interview spricht er über den Wahlkampf, seinen Sieg und den Amtsantritt in Zeiten von Corona.

Landkreis – Er ist der strahlende Wahlsieger: Helmut Petz, der mit 59,7 Prozent der Stimmen zum neuen Landrat in Freising gewählt wurde. In einem ersten Gespräch mit dem Freising Tagblatt blickte Petz zurück auf den Wahlkampf und voraus auf die kommenden Wochen und Monate.

„Das wird nicht leicht ab Mai“

Herr Petz, im Mai, wenn Sie Ihr Amt antreten, ist die Corona-Krise sicherlich noch nicht vorbei. Wird das auch gleich die erste Bewährungsprobe sein?

Das wird nicht leicht werden ab Mai. Man muss sehen, was Corona bewirkt. Da sind vor allem schnelle Konzepte gefragt. Dass derzeit alle Bürger sozusagen in Hausarrest sind, sollte man überdenken. Vielleicht wäre es besser, nur die Risikogruppen auf diese Weise besonders zu schützen. Denn viele Menschen schmieren sonst wirtschaftlich und psychisch ab. Wichtig ist auch, dass die Hilfe schnell und unbürokratisch erfolgt.

Ihre Partei – und keine andere – hat im Kreistag die Mehrheit. Wo sehen Sie am ehesten Partner in der Durchsetzung und Umsetzung von Maßnahmen?

Es geht mir um Sachfragen. Und da werde ich mit allen Parteien und Gruppierungen, die dazu bereit sind, zusammenarbeiten. Und wenn man sich die Wahlprogramme ansieht, dann gibt es da ja auch weitestgehend Übereinstimmung. Ich habe da also überhaupt keine Bedenken, dass die Zusammenarbeit mit allen Farben – von Rot und Grün bis Schwarz – klappt.

„Relevante Reaktionen müssen von der großen Politik kommen“

Wie sehen Ihre Wochen bis zur Übernahme des Amts jetzt aus?

Die sind vollgepackt. Ich habe noch zehn Tage von meinem Jahresurlaub. Die werde ich noch nehmen, den Rest werde ich wieder beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verbringen. Ich werde aber auch alles tun, was notwendig ist, um im Mai das Amt anzutreten.

Wie schwer wird es sein, in Krisenzeiten und angesichts der wirtschaftlichen Folgen die Wahlversprechen umzusetzen und größere Projekte zu realisieren?

Das ist die große Frage. Da müssen freilich auch die relevanten Reaktionen von der großen Politik kommen. Grundsätzlich müssen wir sehen, dass wir wieder bald in Tritt kommen. Und als Landkreis müssen wir schauen, was an finanziellen Mitteln übrig bleibt. Das kann man jetzt alles noch gar nicht so sagen. Auf jeden Fall gilt aber, dass Dinge und Wahlversprechen wenn dann nur aufgeschoben sind. Und es gibt auch vieles, was man ohne Finanzen umsetzen kann.

Wahlbeteiligung: „Da hätte ich mit mehr gerechnet“

Was war für die Stichwahl Ihrer Meinung nach ausschlaggebend? Welche Wählerstimmen haben Ihnen zum Sieg verholfen?

Da ich keine verlässlichen Auswertungen habe, müsste ich da frei fabulieren. Aber offenbar gibt es gewisse Farben im politischen Spektrum, die Probleme damit haben, CSU zu wählen. Vielleicht hat die Wähler überzeugt, dass ich beruflich und persönlich der Erfahrene bin, dem man es zutraut, das Amt auszuüben. Ich würde da vielleicht von einem Kompetenzeffekt sprechen. Besonders hervorheben möchte ich das Ergebnis in der Stadt Freising. Das ist fantastisch.

Ein Wort zur Wahlbeteiligung – unter diesen besonderen Umständen?

Das hat mich überrascht. Da hätte ich mit mehr gerechnet – vor allem, weil ja jedem die Wahlunterlagen ganz bequem ins Haus geschickt wurden.

„Es wurde nie mit Schmutz geworfen“

Wie haben Sie den Wahlkampf empfunden?

Alles, was da von den Mitbewerbern kam und wie das abgelaufen ist, kann ich nur in den höchsten Tönen loben. Es war immer freundlich und fair. Es wurde nie mit Schmutz geworfen, es ging nie unter die Gürtellinie. Wegen der Doppelbelastung war der Wahlkampf für mich phasenweise sehr anstrengend, aber es war auf jeden Fall einen schöne Erfahrung.

Gibt es etwas, was Sie auf jeden Fall in Ihrem Landratsbüro aufstellen oder aufhängen werden?

Schauen Sie, darüber habe ich mir jetzt noch gar keine Gedanken gemacht. Also auf jeden Fall werde ich ein Bild von meiner Frau und meinen Söhnen auf den Schreibtisch stellen. Und vielleicht hänge ich noch das Bild eines Künstlers auf. Aber das weiß ich noch nicht.

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