Warnschuss in Richtung Arbeitgeber

Streik bremst am Dienstag die neuen Autos aus

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Freising – Von einem Warnstreik im Öffentlichen Dienst sind am Dienstag auch drei Einrichtungen und Betriebe im Landkreis betroffen: Klinikum, Landratsamt und die Stadtwerke Freising. Zu spürbaren Einschränkungen wird es wohl nur im Landratsamt kommen. Dort ist die Zulassungsstelle geschlossen.

Das Ziel des „großen Streiktags“ ist laut Verdi ein „Warnschuss“ in Richtung Arbeitgeber. Falls in der dritten Verhandlungsrunde am 28./29. April kein faires Angebot auf den Tisch kommt, will man den Arbeitskampf ausweiten, kündigt Heinrich Birner, Verdi-Geschäftsführer für München und die Region an.

Allerdings dürften sich die Einschränkungen für die Bürger im Landkreis Freising (noch) in Grenzen halten.

  • Im Landratsamt bleibt laut Pressesprecherin Eva Dörpinghaus die Kfz-Zulassungsstelle geschlossen. Auch in anderen Bereichen des Landratsamts sei mit „Beeinträchtigungen oder auch Schließungen zu rechnen“, teilte Dörpinghaus mit. Die dortige Verdi-Vertrauenssprecherin Carolin Hofer bestätigte, dass es neben der Zulassungsstelle auch in anderen Abteilungen zu personellen Engpässen (und längeren Wartezeiten) kommen könne – nicht aber zu vollständigen Schließungen. Hofer kündige für Dienstag, 8 Uhr, eine Kundgebung der Streikenden vor dem Landratsamt an.
  • Am Klinikum Freising sollten sich am Dienstag nach Einschätzung von verdi-Sprecher Josef Fehlandt „etwa 40 bis 50 Beschäftigte“ beteiligen. Der Großteil der Streikenden würde aus den Bereichen Pflege oder Sekretariate kommen, so Fehlandt. „Die allermeisten Ärzte sind ja im Marburger Bund organisiert“. Laut Klinikum soll es zu keinen Beeinträchtigungen für die Patienten kommen. „Die Versorgung ist gewährleistet“, betonte Klinikum-Sprecher Christoph Wenzel. Allerdings lasse sich die Zahl der Streikteilnehmer noch nicht abschätzen.
  • Bei den Stadtwerken Freising hat der Streikaufruf wohl am wenigsten Durchschlagskraft. Im gesamten Versorgungsbereich der Stadtwerke gilt nicht der TÖD, der Tarif Öffentliche Dienste, sondern der TVV, der „Tarif Versorgungsbetriebe“, der allerdings zur Familie der Öffentlichen Dienste gehört. Inwieweit am Dienstag gestreikt wird, ließ sich gestern nicht sagen. „Eine Betroffenheit für die Bevölkerung wird sich aber nicht ergeben“, betonte der zuständige Verdi-Sprecher Erich Brändle.

Gut zu wissen

Verdi fordert für die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes vor allem sechs Prozent mehr Lohn und eine Anhebung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro pro Monat. Die Laufzeit des Tarifvertrags soll zwölf Monate betragen. Am Dienstag um 8 Uhr findet eine kurze Kundgebung zwischen dem Alt- und Neubau des Landratsamtes Freising statt. Die Tarifbeschäftigten brechen dann zu einer Großkundgebung nach München (Stachus) auf.

Rubriklistenbild: © dpa

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