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Die Droge Nummer 1: Fast die Hälfte aller Suchtkranken, die das Prop aufsuchen (insgesamt 688 – der Rest sind besorgte Angehörige), haben Probleme mit Alkohol. Mehr als ein Viertel leidet unter Cannabis.

Jahresbericht

Sucht: Prop-Berater sehen bedrohliche Tendenzen

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Freising/Moosburg - Fast die Hälfte aller Menschen, die bei Prop Hilfe suchen, leiden an einem Alkoholproblem. Das geht aus dem Jahresbericht des Suchtpräventionsvereins hervor. Alarmiert sind die Berater von einem Trend, der vor allem Jugendliche in Lebensgefahr bringt.

935 Menschen aus dem Landkreis Freising haben 2015 eine Beratung bei Prop in Anspruch genommen. Das entspricht ungefähr den Zahlen der drei Vorjahre (2011 waren es 780). Zu den Klienten des Vereins zählen nicht nur Suchtkranke, sondern auch Angehörige. Wie Bärbel Würdinger, Leiterin der Psychosozialen Beratungs- und Behandlungsstelle des Prop mitteilte, handelt es sich bei den Besorgten vor allem um Eltern und Ehefrauen. Der Unterschied: „Wenn Eltern kommen, gelingt es uns in der Regel ganz gut, auch an die suchtkranken Kinder heranzukommen“, berichtet Würdinger. „Bei den Frauen geht es uns eher darum, wie sie selbst mit der Situation am Besten umgehen können.“

Fast zwei Drittel aller Prop-Klienten sind männlich, was aber nicht heißt, dass Sucht ein hauptsächlich männliches Phänomen ist, wie Würdinger betont. „Unser Beratungsschwerpunkt liegt bei Alkohol, und da haben Männer mehr Probleme.“ Männer würden häufig auch unter einem größeren sozialen Leidensdruck leiden, der sie dazu zwingt, sich den Problemen zu stellen. Angst vor dem Verlust von Job und Familie würden zu diesem Leidensdruck beitragen. „Frauen fallen hingegen oft in eine ,leise Abhängigkeit’, die gesellschaftlich nicht so ins Gewicht fällt.“ Dazu zählten etwa Medikamente-Missbrauch oder Essstörungen. Der soziale Druck ist auch ein Grund dafür, dass die 35- bis 49-Jährigen die größte Altersgruppe der Prop-Klientel stellen. „Vor diesem Lebensabschnitt ist ein vorhandenes Suchtproblem noch nicht so bedrohlich“, betont Würdinger.

Im Vergleich zu 2014 fallen im Nachfolgebericht einige Tendenzen ins Auge. So steigt die Anzahl der Klienten, die über die normale Suchtberatung hinaus auch eine psychosoziale Beratung brauchen – etwa, um den Job nicht zu verlieren oder in einer Wohnung bleiben zu können. Eine weitere Entwicklung: Immer mehr Menschen weisen nicht nur eine, sondern zwei oder mehrere Suchtkrankheiten auf. Alarmiert ist Würdinger von dem Trend vor allem unter Jugendlichen, Cannabis in Kombination mit sogenannten psychoaktiven Substanzen zu konsumieren – zum Beispiel mit Kräutermischungen oder Badesalzen; „Diese Kombination ist lebensgefährlich.“

Gut angenommen wird die neue Außenstelle in Moosburg, die einmal pro Woche besetzt ist. 38 Personen haben das Angebot 2015 in Anspruch genommen. „Deshalb wollen wir das ausbauen“, betont Würdinger, die zudem eine gute Nachricht in petto hatte: „Am Donnerstag haben wir die Erlaubnis bekommen, künftig auch Menschen zu beraten, die glücksspielsüchtig sind.“ Bisher durfte das Prop pathologische Glücksspieler nur in Kombination mit einer anderen Sucht betreuen.

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