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Strenge Minen: In der Bürgerversammlung in Sünzhausen sparten die Besucher nicht mit Kritik. 

Emotionale Debatten

Radweg, Spielplatz, Parken: Sünzhausener Bürger haben einiges auf dem Herzen

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Der Radweg nach Giggenhausen treibt die Sünzhausener Bürger um. Doch nicht nur dieses Thema sprachen sie in der Bürgerversammlung an. 

Sünzhausen – Zahlreich waren die Sünzhausener nicht gerade erschienen zur Bürgerversammlung der Stadt Freising. Aber diejenigen, die den Weg ins Feuerwehrhaus gefunden hatten, beteiligten sich aktiv – mit Lob, zum Beispiel für das neue Freisinger Schwimmbad fresch, aber auch mit deutlicher Kritik.

„Da warten wir schon seit zehn Jahren drauf“

OB Tobias Eschenbacher nahm manch Seitenhieb mit Gelassenheit hin. So erregte der Ausbau des Radwegs nach Giggenhausen die Gemüter. „Da warten wir jetzt schon seit zehn Jahren drauf“, sagte einer der Anwesenden und bekam rundum Zustimmung. Tatsächlich ist der Radweg schon lange ein Thema, jetzt sei man laut Eschenbacher aber einen Schritt weiter gekommen: „Im nächsten oder übernächsten Planungsausschuss wollen wir dafür einen Beschluss fassen und dann noch mal gezielt auf die Grundstückseigentümer zugehen.“ An denen nämlich sei das Projekt unter anderem bisher gescheitert. Daher bemüht sich die Stadt darum, die Lösungen so individuell wie möglich zu gestalten. Auch ein Grundstückstausch wäre beispielsweise möglich, sagte der OB.

Kürzlich war ein Sünzhausener bei einem Sondierungsgespräch der Stadt mit Eigentümern dabei gewesen, der seine Eindrücke so schilderte: Die Eigentümer aus Sünzhausen und Pellhausen seien seiner Meinung nach bereit, sich zu bewegen. Allerdings zweifle er daran, ob sich auch mit den Vöttingern eine Lösung finden ließe. „Ich hatte den Eindruck, die werden nicht so einfach abgeben“, sagte der Mann. „Die Stadt macht da einfach nicht genug Druck“, sagte ein anderer.

Spielplatz soll attraktiver werden

Eschenbacher stellte mit Unterstützung von MdL Benno Zierer noch einmal klar, dass der Ausbau des Radwegenetzes maßgeblich am Wohlwollen der anliegenden Grundstückseigentümer liege. Denn anders als beim Straßenbau fehlt der Kommune die Möglichkeit, im Notfall enteignen zu können. „Dann müssen wir eben untertunneln“, war das scherzhafte Resümee eines Dritten mit Blick auf die Westtangente.

Eine Bürgeranfrage, die den OB per E-Mail erreicht hatte, bezog sich auf den Spielplatz im Dorf. Neben dem Wunsch nach attraktiveren Spielgeräten auch für Kleinkinder bemängelten die Bürger die schlechte Pflege durch die Stadt. „Die Mitarbeiter kommen, gehen dreimal rum und fahren dann wieder, aber machen tun die nix“, berichtete eine Anwohnerin von ihren Beobachtungen. Dem wollte Eschenbacher nachgehen. Er informierte zudem, dass man Haushaltsmittel für den Spielplatz vorgesehen habe, und schlug einen Ortstermin für das Frühjahr vor, um Näheres zu besprechen.

Parksituation ist ein emotionales Thema

Emotional wurde es beim Thema Parksituation am Kirchplatz. Vor allem Lkw würden immer wieder die Straßen belagern. Eschenbacher versprach, die Situation noch einmal zu prüfen, gab aber zu bedenken, dass man durch eine eventuelle Neuregelung die Situation auch verschlechtern könne. „Da müssen wir aufpassen.“ Grundsätzlich sei es Lkw und Dauerparkern erlaubt, dort zu stehen, wo parken gestattet sei.

Wie komplex die Regelungen sind, erklärte FW-Stadtrat Robert Weller. Als Polizist hatte er detailreiches Wissen über verschiedene Zuständigkeiten. Den Vorwurf, dass sich die Polizei für die Situation nicht interessiere, wies er entschieden zurück. Ein Bürger beendete die Diskussion schließlich: „Ihr wollt in den Supermärkten alles kaufen, aber die Lastwagen für die Ware, die will keiner.“ 

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