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Es gab einiges zu besprechen: Viele Sünzhausener kamen ins Feuerwehrhaus, um Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher (l.) bei infrastrukturellen Maßnahmen Dampf zu machen.

Viele Anliegen bei Bürgerversammlung

Sünzhauser machen ihrem Ärger Luft: „Wir fühlen uns belogen“

Im Feuerwehrhaus Sünzhausen war kein Platz mehr frei, und es gab einiges zu besprechen. Die Sünzhausener Bürger machten bei der Bürgerversammlung mit OB Eschenbacher deutlich, dass sie sich vernachlässigt fühlen.

Sünzhausen – Denn infrastrukturell sei in den vergangenen Jahren wenig bis gar nichts passiert. Und das ließen die Anwesenden den OB auch deutlich hören.

Eschenbacher kritisiert Moratorium

Zunächst aber hatte Eschenbacher das Wort. In seinem Rechenschaftsbericht erinnerte er an Entwicklungen in Freising und zeigte sich zum Beispiel zuversichtlich, dass die Baustelle an der Giggenhausener Straße für den Westtangententunnel bis zum Frühsommer 2019 geräumt werden könne. Das betrifft auch die Sünzhausener, die ja über Vötting in die Stadt hineinfahren.

Eschenbacher ging auch auf die Landtagskoalition von CSU und Freien Wählern ein und brauchte, wie schon gegenüber dem FT, seine Enttäuschung zum Ausdruck, „dass wir bei der dritten Startbahn jetzt nur fünf Jahre Warteschleife haben. Ich hatte mir ein Zeichen erhofft, etwa mit der Herausnahme der Startbahn aus dem Landesentwicklungsprogramm.“

Ärger über Anbindung: „Wir fühlen uns belogen“

Den Bürgern von Sünzhausen und den umliegenden Orten brachte der Oberbürgermeister die Nachricht mit, dass das Anrufsammeltaxi ausgebaut werde. Dennoch hagelte es Kritik über die mangelhaften Möglichkeiten, ohne Auto nach Freising zu kommen. „Auch wir gehören zu Freising“, sagte etwa eine Frau, „Also sollten wir auch eine Anbindung haben.“ Ein anderer Ortsbürger an der städtischen Westgrenze war da ungehaltener: „Jedes Jahr kommen Sie und sagen uns, dass etwas passiert. Wir fühlen uns belogen.“

Der Vorwurf, dass nichts geschehe, drehte sich am Dienstagabend vor allem um den seit Jahren gewünschten Radweg von Sünzhausen nach Freising. Eschenbacher erklärte, dass die Stadt erst die Planung abschließen müsse, bevor die Grundstücksverhandlungen starten könnten. „Ich würde den Radweg gerne sofort bauen“, sagte der Freisinger OB. „Aber das geht nicht einfach auf Privatgrundstücken. Der Naturschutz, die Verkehrssicherheit und die Grundstücksbesitzer spielen eine große Rolle.“

Bürger: „Lasst doch die vom Flughafen unseren Radweg planen“

Mehrere Sünzhauser äußerten sich, gewaltig angefressen, mit dem Verweis, dass der Radweg samt der Grundstücksverhandlungen als Bau-Vorbote seit zwei Jahrzehnten jährlich versprochen würden. Ein Bürger hatte wegen der auf Eis gelegten dritten Startbahn einen Vorschlag, und damit auch die Lacher auf seiner Seite: „Lasst doch die vom Flughafen unseren Radweg planen. Die haben jetzt ja fünf Jahre Zeit.“

Diskutiert wurde auch die Giggenhausener Straße, in der das Tempo erst wegen Straßenschäden auf 60 km/h gedrosselt wurde, und dann kamen die Geschwindigkeitsmessungen der Polizei. Die Sünzhausener spöttelten, dass ihr Messpunkt zu den finanziell lukrativsten im Landkreis gehöre. Der Landtagsabgeordnete Benno Zierer animierte die Bürger, sich beim Staatlichen Bauamt zu beschweren – über die sanierungsbedürftige Straße und die Blitzer. Von Nico Bauer 

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