Prozessauftakt vor dem Landgericht

Täter gesteht brutale Vergewaltigung an einer Freisingerin

Über seinen Verteidiger hat ein 37-jähriger Asylbewerber aus Uganda vor dem Landgericht Landshut die brutale Vergewaltigung einer Freisingerin (29) gestanden. Damit ersparte er der heute noch traumatisierten Frau eine Aussage. Den Täter erwarten vier bis sechs Jahre Haft.

Update 11.5.17: 

Das Urteil steht mittlerweile fest: Sein Geständnis und die zur Tatzeit erhebliche Alkoholisierung haben dem ungandischen Asylbewerber (37), der 2016 eine Freisingerin vergewaltigte, eine härtere Strafe erspart.  

Täter gesteht brutale Vergewaltigung

Freising/Landshut – Laut der von Staatsanwalt Gerald Siegl vertretenen Anklage befand sich die Angestellte am 11. September letzten Jahres gegen 2.15 Uhr mit ihrem Fahrrad auf dem Heimweg vom Besuch einer Freundin. Im Bereich eines Sportplatzes wurde sie von dem erheblich alkoholisierten Mann gestoppt. Er fixierte zunächst mit seinen Beinen den Vorderreifen des Fahrrades und packte den Lenker mit beiden Händen. Obwohl ihm die 29-Jährige klarmachte, dass er sie erschreckt habe, wurde er zudringlich: Er griff an den Halsausschnitt ihres Oberteils und erklärte, dass er Sex haben wolle. Dann zog er sie auf eine Grünfläche, drückte die Angestellte zu Boden, hielt sie mit einer Hand am Hals fest und zog ihr trotz Gegenwehr mit der anderen Hand Leggins und Slip herunter. Als die 29-Jährige um Hilfe schrie, drohte er damit, dass er eine Pistole dabei habe und fragte, ob sie wolle, dass er sie töte. Dann missbrauchte er die Frau. Da die 29-Jährige ständig schrie und sich heftig zur Wehr setzte, ließ er schließlich von ihr ab und flüchtete – konnte aber kurze Zeit später festgenommen werden. 

Zum Prozessauftakt räumte der 37-Jährige die Anklagevorwürfe über die Erklärung von Pflichtverteidiger Dr. Martin Paringer voll ein, ohne allerdings Details zu schildern oder Nachfragen zuzulassen. Das war, wie die Sachbearbeiterin der Erdinger Kripo berichtete, am Morgen nach seiner Festnahme noch anders. Da habe er von der Begegnung mit der 29-Jährigen berichtet, die ihr Fahrrad geschoben habe. Mit ihr sei er ins Gespräch gekommen. Man habe sich ins Gebüsch gesetzt, wo es dann zum Austausch von Zärtlichkeiten gekommen sei. Erst auf Vorhalte, so die Kripobeamtin, habe der Mann eingeräumt, dass die Angestellte damit nicht einverstanden gewesen sei. Allerdings habe er keinesfalls seine eigene Hose heruntergezogen oder gar versucht, den Geschlechtsverkehr auszuüben. Ebenso wenig habe er der 29-Jährigen mit dem Erschießen gedroht.

Das Opfer blieb nach der Tat psychisch schwer beeinträchtigt. Noch Wochen nach dem Überfall sei die Angestellte selbst bei einem Telefonat mit Nachfragen zusammengebrochen, teilte eine Sozialarbeiterin mit. Besonders tragisch: Die 29-Jährige sei damals auch beim Amoklauf in München im Juli im Olympia-Einkaufszentrum vor Ort gewesen. Die Rechtsmedizinerin bestätigte in ihrem Gutachten, dass die 29-Jährige noch Glück hatte: So sei sie körperlich weitgehend unversehrt geblieben. Wegen der psychischen Belastung war sie aber sechs Wochen arbeitsunfähig und befindet sich noch in psychotherapeutischer Behandlung.

Der Prozess wird heute fortgesetzt. Wie der Vorsitzende Richter Oliver Dopheide mitteilte, habe er in einem Telefonat mit dem Verteidiger im Falle eines umfassenden Geständnisses ein Strafe von vier bis sechs Jahren in Aussicht gestellt.

Walter Schöttl

Rubriklistenbild: © dpa

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