Krise

Tengelmann: Bangen um den letzten Supermarkt im Freisinger Zentrum

Freising - Tengelmann steht auf der Kippe. Am Montag begann die Zerschlagung der knapp 450 Läden. Auch die Zukunft der Freisinger Filiale an der Unteren Hauptstraße ist ungewiss. Die Kunden würden eine Schließung bedauern – nicht alle aber einen Filialwechsel.

„Tengelmann gehört hierher. Edeka oder Rewe würden gar nicht in das Bild der Stadt passen.“ Sylvia Hütt (48) aus Freising möchte die Filiale in der Innenstadt auf keinen Fall verlieren. Nicht einmal im Tausch für eine Filiale von Edeka oder Rewe. Auf jeden Fall aber müsste es Ersatz geben – da sind sich alle Kunden und Passanten bei einer Umfrage des FT in der Unteren Hauptstraße einig.

Tengelmann ist der einzige noch verbliebene Supermarkt in der Innenstadt. Und gerade für Senioren wichtig: „Wenn ich in der Stadt zu tun habe und etwas einkaufen möchte, gehe ich immer zum Tengelmann“, berichtet Adelore Pfeifer (77) aus Freising. „Gerade für uns Älteren wäre eine Schließung schlimm. Viele Senioren haben weder Fahrrad noch Auto, und der Tengelmann ist halt bequem zu Fuß erreichbar.“ So sieht das auch Liselotte Smolic (75). Sie müsste im Fall einer Schließung für ihre Einkäufe „immer mit dem Bus raus zum Edeka fahren“. Manche können sich ein Freising ohne Tengelmann gar nicht vorstellen: „Ich kenne den Laden jetzt seit knapp 30 Jahren und war schon in meiner Ausbildung treuer Kunde“, erinnert sich Sylvia Hütt.

Es gibt aber auch Kunden, die in der Tengelmann-Krise eine Chance sehen: „Ich fände es super, wenn dafür ein Edeka einziehen würde,“ sagt die Freisingerin Sylvia Beinlich (54). Ihr persönlich würde die Schließung der Tengelmann-Filiale nicht viel ausmachen: „Der Laden ist so eng und unübersichtlich und besonders zur Mittagszeit kommt man kaum durch die Gänge.“ Auch Marie-Luise Wald (23) würde „die Schließung nicht bedauern“. Der Tengelmann sei „zu teuer“ und für größere Einkäufe „gehe ich lieber zum Rewe oder Edeka“.

Einig sind sich alle Passanten in ihrer Sorge um die Angestellten, die jetzt um ihre Jobs bangen müssen. Von dieser Seite gab es am Montag keine Stellungnahme: Man dürfe gegenüber der Presse nichts sagen, hieß es.

Maximilian Schulz und Julia Küttner

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