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Von 20 bis 6 Uhr müssen Autofahrer in der Erdinger Straße den Fuß vom Gas nehmen – der Lärm ist den Anwohnern zu viel.

Testphase an der Erdinger Strasse

Auf dem Klageweg Tempo 30 durchgesetzt

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Seit Jahren fordern Anwohner der Erdinger Straße eine 30er-Zone – und weil eine Familie geklagt hat, gibt es jetzt zumindest ein Jahr lang eine Regelung für die Nachtstunden. Das wirkt sich aber auch auf die benachbarte Ismaninger Straße aus – und die Polizei hat die Situation dort bereits im Blick.

Freising Schon jahrelang ist es den Anwohnern der Erdinger Straße zu laut und zu gefährlich: Die Raser nahmen auf „ihrer“ Straße überhand. Deswegen, so der Wunsch vieler Lerchenfelder, sollte eigentlich eine allgemein gültige Geschwindigkeitsbeschränkung her. Bei der Stadt lagen bereits Beschwerden vor, bestätigt Pressesprecherin Christl Steinhart. Sogar ein Antrag auf eine 30er-Zone wurde eingereicht – allerdings ohne Erfolg. Der Grund: Von der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h kann nur in ausreichend begründeten Fällen abgewichen werden. In diesem Fall gehe es um den Lärmschutz – und rein rechnerisch wurden die Grenzwerte, die ausschlaggebend sind, aber nicht überschritten.

In der Ismaninger Straße darf noch ganztags Tempo 50 gefahren werden. Anwohner klagen über „Ausweichler“ von der Erdinger Straße.

Damit wollte sich eine Familie, die sich besonders betroffen gefühlt hat, aber nicht zufrieden geben. Sie klagte vor dem Verwaltungsgericht – und bekam zumindest teilweise Recht. Man einigte sich mit einem Vergleich.

Der sieht wie folgt aus: Nachts darf man seit 1. Oktober auf der Erdinger Straße nur noch 30 Stundenkilometer fahren. Wichtig: Die Beschränkung gelte „ausdrücklich als Probelauf für ein Jahr“. Während des Testlaufs prüft die Verkehrsüberwachung, ob die Änderung die gewünschte Verbesserung mit sich bringt. Das heißt: In den kommenden zwölf Monaten soll sich zeigen, „welche tatsächlichen statt rechnerischen Auswirkungen eine Anordnung von 30 anstatt 50 km/h auf die Lärmemission hat“, erklärt die Pressesprecherin. Im Vorfeld wurden bereits Messungen durchgeführt – und nach Abschluss der Testphase im kommenden Jahr wird eine Untersuchung Aufschluss darüber geben, ob die 30er-Zone beibehalten wird oder ob man zur alten Regelung zurückkehrt: „Da wird neu entschieden werden“, sagt Christl Steinhart.

Die Neuregelung der Erdinger Straße wird nun aber anderen Lerchenfeldern zum Ärgernis. Denn: Viele Autofahrer weichen jetzt auf die Ismaninger Straße aus – dort darf man schließlich 50 Stundenkilometer fahren. Doch manche sehen die Geschwindigkeitsbegrenzung, wie zuvor in der Erdinger Straße, mehr als Richtlinie denn als Gebot. „Das Problem ist bekannt“, bestätigt Freisings Polizeichef Ernst Neuner. Er verspricht: „Wir werden uns das genauer ansehen“ – und, insofern es dann notwendig sein sollte, Maßnahmen ergreifen. Konkret bedeutet das, dass man sich dann zunächst mit der Stadt Freising besprechen wird – und dann freilich auch über eine Geschwindigkeitsbeschränkung der Ismaninger Straße nachdenkt. Das müsse dann aber ausgiebig geprüft werden, erklärt Christl Steinhart. Wenn Unfälle vorliegen würden, die auf die Geschwindigkeit zurückzuführen sind, hätte man eine Diskussionsbasis – das sei aber derzeit „glücklicherweise“ nicht der Fall.

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