Click & Meet-Schild an einem Laden
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Click& Meet ist seit Montag nur noch mit negativem Test möglich.

Ladenbesitzer befürchten weitere Umsatz-Einbußen

Tests in Freising: Eine Hürde, die kaum ein Kunde nimmt

  • Helmut Hobmaier
    vonHelmut Hobmaier
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Die Testpflicht beim Click & Meet wird viele Kunden abschrecken. Das befürchten Geschäftsleute in Freising. Dort lag die Inzidenz am Dienstag bei 170.

Landkreis – Seit Montag ist im Landkreis Freising „Click &  Meet“ nur noch unter Vorlage eines negativen Corona-Testergebnisses möglich. Für die betroffenen Branchen – etwa Baumärkte, Buch- oder Blumenläden, die jetzt wochenlang öffnen durften – bedeutet das deutlich weniger Umsatz. Die Geschäftsleute sind sich sicher: Der Test ist eine Hürde, die kaum ein Kunde nimmt. Vor allem: „Niemand blickt mehr wirklich durch“, ärgert sich City-Managerin Julia Bönig.

Verwirrung auf dem Höhepunkt

„Die Verwirrung hat ihren Höhepunkt erreicht“, stellt die Geschäftsführerin der Aktiven City Freising fest. Kaum ein Kunde wisse noch, ob Blumenläden und Baumärkte gerade öffnen dürfen, oder Click & Collect erlaubt sei – oder gar Click & Meet. Außerdem seien viele Fragen ungeklärt: „Was ist mit den bereits Durchgeimpften? Dürfen die einkaufen oder nicht?“ Auch sei der Ansturm auf die Selbsttests enorm und oft mit langen Wartezeiten verbunden. Tests in den Geschäften durchzuführen, sei nicht nur sehr aufwändig, sondern oft räumlich nicht machbar. „Ungeklärt ist dann auch die Frage, wer diese Tests zahlt“, so Bönig.

Floristin vertraut auf „Click & Collect“

„Ein aktuelles Testergebnis haben derzeit wohl nur Lehrer oder Kindergärtnerinnen zur Hand“, sagt Petra Baumgartner, die in Lerchenfeld ihre „Floristenwerkstatt“ betreibt. Und „um sich einen Strauß Blumen zu kaufen, wird sich wohl kaum jemand extra testen lassen.“ Auch könne sie im Laden keine so große Auswahl an Ware anbieten wie üblich – die sei nämlich verderblich. Petra Baumgartner setzt daher wieder auf das Konzept von „Click & Collect“ – die Bestellung der Ware online oder per Telefon, gefolgt von der kontaktfreien Abholung. Sie bietet, abgesehen von der Beratung am Telefon, auch einen virtuellen Rundgang durch ihr Geschäft mittels WhatsApp an, außerdem sind die Schaufenster der Floristenwerkstatt gut bestückt. „Unsere Stammkunden vertrauen uns da sehr und wissen auch, was wir im Angebot haben“, berichtet die Floristin. Unterm Strich laufe „Click & Collect“, auf das man sich nun wohl dauerhaft einstellen müsse, ganz gut.

Eine Chance biete der seit Montag nötige Test allerdings bei größeren Anlässen: Wer sich ausführlich beraten lassen wolle, etwa bei einem Trauerfall, der nehme wohl das Prozedere gerne auf sich.

Erwartet wird ein Kunden-Rückgang

„Viele Kunden erwarten wir jetzt nicht mehr“, schätzt auch Andreas Albrecht von Bücher Pustet in Freising die neue Lage ein. Statt sich speziell für den Kauf eines Buches testen zu lassen, würden jetzt wohl die Kunden wieder „Click & Collect“ bevorzugen – also die gewünschten Bücher bestellen und kontaktfrei am Geschäft abholen. In den Wochen, in denen die Pustet-Filiale in der Oberen Hauptstraße normal öffnen durfte, habe sich der Umsatz übrigens in Grenzen gehalten: „Das war ganz in Ordnung“, berichtet Andreas Albrecht, „aber weniger als normalerweise zu Ostern“. Möglicherweise seien die Kunden angesichts der stark steigenden Inzidenz eben vorsichtiger, vermutet Albrecht. Andererseits hat man in der Oberen Hauptstraße die Riesenbaustelle der Moosach-Öffnung vor der Haustür, die auch nicht gerade zum Shoppen verlockt.

Keine Perspektiven für die Gastronomie

Für die Einzelhändler geht es also mit angezogener Handbremse ins zweite Corona-Frühjahr. „Am Allergruseligsten ist es aber für die Gastronomie“, berichtet City-Managerin Julia Bönig. Hier seien die Erwartungen groß gewesen, wieder unter strengen Auflagen öffnen zu dürfen. Aber die Wirte hätten „gar keine Perspektive, wann und wie es weitergeht“.

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