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Fünfmal so teuer wie zuvor: Ärger um Dauerkarten in neuem Freisinger Bad „fresch“

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Von: Helmut Hobmaier

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In Kürze wird das fresch eröffnet – und einige Nachwuchs-Fotomodelle durften die neue Rutsche auch schon testen. Kritik gibt es im Vorfeld an der Tarifstruktur der Dauerkarten für das neue Freisinger Bad. © Stadtwerke Freising

Die Dauerkarten beim neuen Freisinger Bad „fresch“ sorgen für Ärger. Sie seien viel zu teuer. Die Stadtwerke versuchen, zu erklären.

Freising – Die Freisinger können sich freuen: Mit dem fresch haben sie das mit Abstand modernste und schönste Kombibad der Region bekommen. Allerdings auch das teuerste. Während die Einzel-Eintrittspreise angesichts des schicken Bads noch moderat erscheinen, gehen die Dauerkarten richtig ins Geld. Es gibt scharfe Kritik – und umfangreiche Erklärungen der Stadtwerke.

Kritik einer Mutter 

Die Familienkarte für die achtmonatige Wintersaison (zwei Erwachsene plus eigene Kinder) etwa erhöht sich von bisher 160 Euro auf 790 Euro. Die Kleine Familienkarte (nur ein Erwachsener plus Kinder) schnellt von 90 auf 490 Euro hoch, und einzelne Erwachsene blättern statt 90 nun 320 Euro hin. Der Freisingerin Kirsten Eckner, Mutter zweier Kinder, treibt es da die Zornesröte ins Gesicht: „790 Euro! Wer soll denn das bezahlen?“ Viele Freisinger Eltern könnten so einen Betrag sicher nicht aufbringen und würden so quasi vom fresch ausgeschlossen. Eckner: „Ist das der Sinn eines neuen Familienbads?“. Was die Freisingerin besonders ärgert: Prozentual sei die Erhöhung bei der „kleinen“ Familienkarte, die vor allem für Alleinerziehende gedacht sei, „am extremsten – nämlich um den Faktor 5,4!“. Die Erhöhung der Einzeleintrittspreise – Erwachsene zahlen jetzt 4,50 für zwei Stunden und neun Euro für den ganzen Tag – sei nachvollziehbar, räumt Eckner ein. Die Tarife für die Dauerkarten aber seien schlicht „brutal“.

Die Stadtwerke erklären

Um die Tarifstruktur hätten die Verantwortlichen bei den Stadtwerken und im Stadtrat „in zahlreichen Verhandlungen gerungen“, stellt dazu Stadtwerke-Sprecherin Nina Reitz fest. Ziel sei es gewesen, „die Finanzierung eines komplett neuen Bades sicherzustellen und gleichzeitig die Preise moderat zu halten. Insbesondere vor dem Hintergrund der Tarifstruktur der Mitbewerber ist dies aus unserer Sicht sehr gut gelungen.“

In den benachbarten Bädern gibt es keine Dauerkarten für Familien, ein Vergleich ist also nicht möglich. Die Einzel-Eintrittspreise liegen in Erding und Dachau niedriger, in Ismaning etwa auf fresch-Niveau (siehe Bericht unten). Die Nachbarbäder seien auch älter, hätten kürzere Öffnungszeiten und könnten mit dem attraktiven fresch nicht mithalten, was die „Schwimmfläche und das Schwimm-, Plansch- und Wellnessangebot angeht“, betont Reitz. Auch der Vergleich mit den Eintrittspreisen des alten Hallenbads in der Jochamstraße „hinkt“, wie die Stadtwerke-Sprecherin erklärt: „Die Freisinger Stadtwerke haben seit Übernahme des Hallenbades kein einziges Mal die Eintrittspreise erhöht. Es ist uns auch nicht bekannt, wann überhaupt das letzte Mal die Preise erhöht worden sind. Diese Preise waren kalkulatorisch seit langem zu niedrig, und dies trifft insbesondere auf die Saisonkarte zu.“

Wenn man oft kommt, rechnet es sich

Im Ganzen betrachtet halte man die Preisstruktur des fresch für „gerechtfertigt und dabei auch für fair“. Die Eintrittspreise seien nicht nur im Hinblick auf den personellen und finanziellen Aufwand angemessen, „den wir betreiben, um Freising ein erstklassiges und ganzjährig geöffnetes Familienbad zu bieten“. Das fresch sei von seinem Angebot her so angelegt, „dass man sich dort einen ganzen Tag lang aufhalten kann. Wer mehr als einmal pro Woche oder fünfmal im Monat einen ganzen Tag ins Bad geht, fährt mit der Saisonkarte besser als mit der Einzelkarte“, rechnet Reitz vor. Aber auch die Vielschwimmer – Badegäste, die ein, zwei Stunden schwimmen wollen, und dies mehrmals in der Woche – sparen mit der Saisonkarte im Vergleich zum Einzeleintritt.“

Gut zu wissen

Die Saunen haben im fresch einen eigenen Eintrittspreis (der die Benutzung des Hallenbads beinhaltet). Ein Erwachsener kann mit einer Tageskarte für 19,50 Euro den ganzen Tag die Sauna und das Hallenbad nutzen. Wer im Besitz einer Saisonkarte ist, kann mit dieser ausschließlich den Badbereich nutzen und würde beim Übertritt in die Sauna einen Aufschlag zahlen. Auch Familienkarten beinhalten nicht den Saunatarif. Die Tarife findet sich auf der Homepage der Freisinger Stadtwerke.

Ebenfalls interessant: Weiter warten aufs Freisinger Bad: Das ist der aktuelle Stand zur fresch-Eröffnung

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