Joseph Popp ist froh, den Beschluss zur Erweiterung in der Tasche zu haben. 

Ja zur Erweiterung des Tierheims

Tierschutzverein: In der Corona-Zeit wurden mehr Tiere vermittelt

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Spät hat der Tierschutzverein Freising Corona-bedingt Bilanz gezogen. Corona-bedingt hat man auch mehr Tiere vermittelt und weniger Geld eingenommen. 

Freising – „Viel Arbeit, viele Tiere.“ So hat Vorsitzender Joseph Popp am Freitag bei der Mitgliederversammlung das Jahr 2019 des Tierschutzvereins Freising zusammengefasst. Die eigentlich für April angesetzte, dann wegen der Corona-Pandemie abgesagte Versammlung musste jetzt nachgeholt werden, weil man zwei wichtige Beschlüsse brauchte. Und die wurden am Freitag auch gefasst. Dazu gehörte zum einen das einstimmige Votum der Mitglieder im Hofbrauhauskeller, das Tierheim bei Mintraching weiter auszubauen. Der Beschluss war aus zwei Gründen wichtig: um Zuschüsse beim Freistaat Bayern zu beantragen und um nicht bei jeder kleinen Erweiterungsmaßnahme wieder die Mitglieder einberufen zu müssen.

Für dieses Jahr sei beispielsweise der Bau von vier Außenanlagen für Hüte-, Polar- und Herdenschutzhunde vorgesehen. Und da eile es sehr, denn man habe große Schwierigkeiten, solche Hunde artgerecht unterzubringen. Und dazu gehörte zum anderen das Votum über die Einführung einer Ehrenordnung zur Auszeichnung langjähriger Mitglieder im Tierschutzverein. Die Meinungen, dass so eine Ehrenordnung niemandem etwas bringe außer dem eigenen Ego, überwogen: Mit 20:4 Stimmen wurde die Einführung einer Ehrenordnung abgelehnt.

Tierschutzverein muss mit hohen finanziellen Einbußen leben

In seinem Blick auf 2019 und die vergangenen Monate sagte Popp, dass man wegen des Ausfalls von Flohmärkten und Hunderennen finanzielle Einbußen im fünfstelligen Bereich verkraften müsse. Die Corona-Zeit habe aber auch dazu geführt, dass man mehr Tiere vermitteln könne. Grund: Weil nur noch Besucher mit Termin zugelassen seien, folglich auch nur Besucher kämen, die wirklich Interesse hätten, sei die Zahl der vermittelten Tiere angestiegen. Und das sei wichtig, denn so ein Tierheim sei wie ein Krankenhaus: „Rein – behandeln – raus!“

407 Tiere seien im vergangenen Jahr im Tierheim abgegeben worden, 204 habe man vermitteln können, 63 habe man an ihre Eigentümer zurückgeben können, 46 seien verstorben, so einige Zahlen, die Popp mit in den Hofbrauhauskeller gebracht hatte.

Mitgliederentwicklung im Tierschutzverein Freising positiv

Erfreulich sei die Mitgliederentwicklung, so der Vorsitzende: Ende 2019 habe der Verein 576 Mitglieder gezählt. 2008, als er den Vorsitz des Vereins übernommen habe, seien es gerade mal 231 gewesen. Zahlen gab es dann auch von Kassierin Tanja Riedmüller: 1,6 Millionen Euro betrage das Vermögen des Vereins (inklusive Grundstück, Gebäude und Autos selbstverständlich), dem stünden 992 500 Euro Schulden gegenüber. 2019 habe man insgesamt Einnahmen in Höhe von 336 000 Euro zu verzeichnen gehabt (davon rund 170 000 Euro an Spenden). Ein großer Posten sei dabei die Zahlung des bald in der Nachbarschaft zu errichtenden Reptilienhauses gewesen, das die Hälfte der Zufahrt berappe. Immerhin 72 000 Euro – aber eben nur einmalig.

Ausgaben habe man 2019 in Höhe von 225 700 Euro gehabt – darunter 135 000 Euro Restbaukosten. Dass man auf Dauer mit Mitgliedsbeiträgen von 13 000 Euro nicht über die Runden kommen werde, weil in den Corona-Jahren Spenden und Zuschüsse zurückgefahren werden dürften, mahnte Wirtschaftsprüfer Andreas Huber an.

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