Vor Gericht

Tritte gegen den Fötus: Freisinger (39) attackiert schwangere Freundin

Freising - Er soll sie geschlagen und getreten haben. Und das alles, um den Fötus im Bauch seiner Lebensgefährtin zu töten. Jetzt muss sich ein 39-Jährige aus Freising vor dem Amtsgericht verantworten – wegen Körperverletzung und Bedrohung.

Ein 39-jähriger Deutscher soll im März 2015 seine damalige Lebensgefährtin brutal attackiert haben, um ihre Schwangerschaft, die damals in der 16. Woche fortgeschritten war, zu beenden. In der damaligen gemeinsamen Wohnung in der Hallertau soll der Angeklagte nach einem verbalen Streit dem Opfer zunächst mit Mord gedroht haben, anschließend griff er seine Lebensgefährtin körperlich an. Der Mann, der die Vaterschaft zu dem Zeitpunkt nicht anerkennen wollte, schlug der Frau mehrmals auf den Kopf. Als die Schwangere dann flüchten wollte, soll er sie die Treppen im Haus hinuntergeschubst haben, um sie dann mit den Füßen in den Bauch zu treten. Dabei erlitt die Frau Blutergüsse und Verletzungen an Oberschenkeln und der Schläfe. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann mit seiner rohen Brutalität mutmaßlich darauf abgezielt habe, die Schwangerschaft seines Opfers gewaltsam abzubrechen.

Im Zuschauerraum des Gerichtssaals waren am Dienstag so viele Plätze besetzt wie selten. Und doch fehlte jemand: Die Frau, die als Zeugin auftreten sollte, war nicht erschienen. Nach einigem Hin und Her griff Richter Manfred Kastlmeier selbst zum Telefon. Zwar ging die Frau zunächst nicht an den Hörer, doch kurz darauf klingelte es im Gerichtssaal. Am Apparat: das Opfer. Die Frau, deren Alter vor Gericht gestern nicht erwähnt wurde, erklärte ihre Abwesenheit mit einem Missverständnis, das sich in der Kürze der Zeit nicht aufklären ließ.

Da die Aussage des Opfers wichtig ist, wurde der Prozess vertagt. Die Verhandlung soll nun im Juni stattfinden. Der Verteidiger des Angeklagten beantragte ein Ordnungsgeld in Höhe von 200 Euro gegen die Frau – wegen ihrer Abwesenheit.

Lucas Sauter Orengo

Rubriklistenbild: © dpa

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