Nur ein Stumpen erinnert an zünftige Maifeste – zum Bedauern der Frohsinn-Mitglieder (v. l.) Anton Frankl, Josef Koller, Manfred Kinner und Andreas Glück.
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Nur ein Stumpen erinnert an zünftige Maifeste – zum Bedauern der Frohsinn-Mitglieder (v. l.) Anton Frankl, Josef Koller, Manfred Kinner und Andreas Glück.

Keine Maifeste im Landkreis – Hoffnung auf zünftige Feiern 2022

„Trostlos“: Maibaum-Stumpen erinnern an frohe Tage

  • Andrea Hermann
    vonAndrea Hermann
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Die Hoffnung der Maibaumfreunde, nach der Zwangspause im Vorjahr heuer wieder ein Maifest abhalten zu können, wurde erneut jäh zunichte gemacht: Die Corona-Pandemie lässt keine Veranstaltungen zu. Vielerorts erinnert nur mehr ein Maibaum-Stumpen an bessere Zeiten.

Landkreis - „Ich war felsenfest davon überzeugt, dass das Maifest das erste Fest sein wird, das heuer gefeiert werden darf“, sagt Anton Frankl vom Verein Frohsinn in Freising. Doch daraus wird nichts. Und so wurde der Frohsinn-Maibaum, der in den vergangenen drei Jahren an der Erdinger Straße beim Lerchenfelder Hof stand, bereits umgelegt. Theoretisch, so Frankl, hätte man den Baum nochmal untersuchen lassen können. „Aber das ist sehr teuer.“ Und so erinnert ein rund zwei Meter großer Stumpen an „bessere Zeiten“, wie Frankl erklärt – der Rest des Baums wurde an ein Vereinsmitglied verkauft und bereits zu Brennholz verarbeitet. Frankls Prognose für 2022: „Ich gehe davon aus, dass wir nächstes Jahr das Maifest abhalten können.“ Am Samstag haben die Frohsinn-Mitglieder noch ein Schild an den Stumpen angebracht. Darauf ist zu lesen: „Traurig anzusehen und klein wie nie, bin auch ich, euer Lerchenfelder Maibaum, ein Opfer der Corona-Pandemie.“ Und weiter: Sobald möglich, „erstrahle ich wieder in neuer Pracht, und dann wir ein Fest gefeiert, dass es nur so kracht“.

„Trostlos“: In Niederhummel war alles in 30 Minuten vorbei

Mit den Worten „trostlos“ kommentiert der frühere Chef der Schützengesellschaft Niederhummel, Rainer Schwarzbözl, das Geschehen, als an einem Donnerstagabend der Maibaum vor dem Feuerwehrhaus umgelegt werden musste. In 30 Minuten war alles vorbei: Mit Hilfe eines Krans wurde der Baum umgelegt, abgeschmückt und von den Schützen mittels Kettensäge in ein Meter lange Stücke zerkleinert. „Das war’s – mehr ist es heuer nicht“, sagt Schützen-Vorsitzender Markus Felsl.

Nächster Baum wird in Oberhummel erst 2023 aufgestellt

Auch im Nachbarort tut sich heuer nichts: Bereits im vergangenen Jahr hat Hans Bichlmaier vom Maibaumaufstellverein Oberhummel das Maifest abgesagt. Sofern der aktuelle Baum von einem Sachverständigen noch grünes Licht bekommt, bleibt der Baum stehen. Der nächste, so viel steht schon fest, wird erst 2023 aufgestellt – im kommenden Jahr sind die Schützen in Niederhummel dran.

In Dietersheim hofft man aufs nächste Jahr

Bereits im vergangenen Jahr hat der Maibaumverein Dietersheim um Vorsitzenden Rainer Girstl sein Brauchtumsstangerl umgelegt. Im Dezember, so erzählt der Vorsitzende, „haben wir überlegt, ob wir einen neuen Baum umschneiden“. Doch wegen des Lockdowns war bereits dieses Vorhaben nicht möglich – eine Besserung war und ist nicht in Sicht. Und so gibt’s für Girstl zum Maifest nur eins zu sagen: „Wir machen gar nichts.“ Stattdessen hoffe man, dass nächstes Jahr „wieder was geht“.

Ersteigert haben Jürgen und Wolfgang Pescolderung (Mitte, v. l.) den Maibaum, den der Burschenverein Goldach heuer umgelegt hat.

Aus dem Goldacher Baum werden Bänke

Zu Bänken soll der Goldacher Maibaum verarbeitet werden, den der Burschenverein vor Ort kürzlich umgelegt und versteigert hat (wir haben berichtet). Wolfgang Pescolderung gab das höchste Gebot ab, und so durfte er das 32 Meter lange Prachtexemplar quasi mit nach Hause nehmen. Eine Maibaum-Bank wird er selbst behalten, die restlichen werden versteigert.

Von einem Gutachter wurde der Thonstettener Maibaum als standsicher bewertet.

Thonstettener Baum von Gutachter als standsicher eingestuft

Ein Dorf ohne Maibaum – das geht für Josef Sixt, Vorsitzender des Burschenvereins Thonstetten, gar nicht. Das Problem: Das Prachtstück in dem kleinen Moosburger Ortsteil würde heuer ins fünfte Standjahr kommen. „Eigentlich wollten wir ihn wegtun bzw. nur noch ein paar Trauermeter stehenlassen.“ Doch dann eröffnete sich für die Burschen die Möglichkeit, einen Gutachter zu beauftragen, „der uns die Standsicherheit für ein weiteres Jahr bescheinigen kann“. Die Stadt Moosburg, so Sixt, unterstütze das Vorhaben der Thon-stettener sowie die Begutachtung des Baums der Bonauer Löwen – sowohl organisatorisch, als auch finanziell. „Den Rest der Kosten teilen sich die beiden Vereine.“ Am Donnerstag nahm der Gutachter den Baum genau unter die Lupe. Das Ergebnis: „Unser Baum ist noch für standsicher befunden worden und darf jetzt noch ein weiteres Jahr über Thonstetten wachen“, freut sich Sixt.

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