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Dixie vom feinsten gab es in der Hansi Bar.

Superstimmung in 17 Bars und Kneipen

Trotz Kälte eine echt heiße Freisinger Nacht der Musik

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Es herrschte eine Superstimmung - trotz der eisigen Kälte: Riesenandrang bei der Freisinger Nacht der Musik. Wir waren dabei.

Freising Das Konzept ist unverwüstlich erfolgreich, übersteht widrigste Wetterbedingungen und lockt die Massen an: das Kneipenfestival „Freisinger Nacht der Musik“, mit dem der Verein Prima leben und stereo (Plus) am Samstag wieder einmal die Innenstadt zum gut besuchten Mekka der Rock-, Jazz- und Songwriter-Fans machte. Seit 1999 pilgert man zur Nacht der Musik von Plus, kauft sich die berühmten „Bandl“ und hat damit Zugang zu allen Kneipen und Bars, aus denen Live-Musik tönt.

Nicht für alle gab es einen Sitzplatz

Freilich: Manchmal ist – und so war es auch am Samstag – gar nicht so einfach, in eine Gaststätte hineinzukommen, geschweige denn einen Sitzplatz zu ergattern. Egal: Dann bleibt man eben vor der Tür auf der Straße stehen – beim Furtner-Bräu hat das ja schon fast Tradition – und hört von draußen zu. Heuer waren es Jabbadafunk und die Stringers, die im Furtner aufspielten. Oder man sitzt, in flauschig warme Decken gehüllt, draußen vor der Hansi-Bar, lässt sich von Dixie to go anstecken und wippt sich im Sitzen warm. Im Alten Gefängnis ging das nicht: Da hätte das Gesangsduo Rijo feat. Krispin Benock an der Gitarre im Hof aufgespielt – aber nur bei schönem Wetter. Das herrschte am Samstag definitiv nicht, weshalb man mit einer Tafel an der Hauptstraße um Besucher warb. Draußen spielen musste auch der Niederbayerische Musikantenstammtisch – und zwar auf dem Marienplatz neben der Bierinsel und vor dem kleinen Biergarten, den man dort aufgebaut hatte. Auf einer Bierbank unter einem Pavillonzelt saßen sie also, spielten Landler, Zwiefache und Walzer, was wiederum manch Pärchen zu einer spontanen Tanzeinlage auf dem Kopfsteinpflaster animierte.

Ein Hauch von Brasilikum

Jazz und Rock in allen Variationen beherrschten die musikalische Szene. In Sachen Band und Kneipe fand oft zusammen, was zusammengehörte: Beleza im Junker’s zum Beispiel. Dort, wo edler Kaffee auch aus Südamerika geröstet wird, hauchte Julia Schröter südamerikanisch beeinflusste Jazznummern ins Mikro – „ein Hauch von Brasilikum“. Oder auch Midlife or Crisis? im Augustiner Bierstüberl. Die echte Kneipe erlebte mit den Musikern ehrlichen und kernigen Bluesrock, mit Apollon’s Smile aber auch feines und mitreißendes Singer-Songwriter-Feeling. Oder auch im Fellas Irish Pub, wo der Irish Folk mit der Paul Daly Band gar fröhliche Urständ‘ feierte.

Ralf lässt das greislige Wetter vergessen

Ein Liedermacher lockte auch die Menschen in den Stadtgarten auf den Lindenkeller: Ralf Richards, Songwriter aus Freisinger Landen, der New Country und Folk so herrlich intensiv interpretieren kann, ließ das greislige Wetter draußen schnell vergessen. Am anderen Ende der Stadt, in Sissi’s Kaffeehaus, war es der junge Freisinger Liedermacher Clemens Ripp, der für Entspannung und heimelige Wohlfühlatmosphäre sorgte. Noch weiter im Osten, im Vis á Vis, enterten die Ska-Punker Kentucky die kleine Bühne und machten zusammen mit Heldenfrühstück, den Brave Bones und dem Liedermacher-Duo Reimbräu aus Freising den Stadtteil Neustift musikalisch unsicher.

Und da waren dann noch fünf Herren in grau...

Homeless Bernie’s Boogie Nirvana spielten im CP1 auf, hatten am Samstag dort, anders als es der skurrile Bandname des bluesigen Trios erwarten lässt, ihre Heimat gefunden. Richtig zur Sache mit Rock und Pop ging es im Etcetera mit King Pigeon – Stehplatzgarantie inklusive. Im Unterhaus des Lindenkellers wurde es zwar erst ab 22 Uhr laut, dafür mutierte der Saal beim Jalla Worldmusic Club schnell zur gefeierten PartyLocation. Fünf Jahrzehnte Rockmusik, fein dargeboten von fünf grau melierten Freisingern – das war mit Men in Gray, so der selbstironische Titel des Quintetts, im Lemmy’s geboten. Dazu noch die Recheneinheit Karolii in der Q-Bar, die auf Europas kleinster Bühne dem Elektro-Pop huldigte, Grooviges von der Freisinger Band Riserva17 im neu eröffneten Café Luitpold und die Soul Community im Parkcafé – fertig war ein Programm, das es wirklich in sich hatte.

Halt! Nicht zu vergessen die Band, deren Name eine Aufforderung ist: Take off your Shirts. Wir wissen nicht, wie der Abend im Effe&gold endete, aber so weit ging die Musikbegeisterung dann wohl doch nicht, dass das Publikum diesem Appell nachkam. Bei sechs Grad Celsius Außentemperatur!

Lesen Sie auch: Uferlos-Coup: Wecker wird das Freisinger Festival 2019 einläuten

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