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Die Heiliggeistgasse in Freising wurde gerade erst für viel Geld saniert. Und schon beim ersten heftigeren Regenfall stand die Straße wieder unter Wasser.

Befürchtungen der Anwohner haben sich bestätigt

Trotz Sanierung: Wieder Überschwemmung in der Heiliggeistgasse

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Freising - Eindringlich haben die Anwohner der Heiliggeistgasse die Stadt Freising im Vorfeld der Straßenerneuerung vor den Gefahren von Niederschlagswasser gewarnt. Immer wieder wurde ihnen gesagt, sie müssten sich keine Sorgen machen. Jetzt zeigt sich, dass die Ängste berechtigt sind.

Mit gefluteten Kellern haben die Anwohner der Heiliggeistgasse schon unangenehme Erfahrungen gemacht. Im Mai 2014 stand das Wasser 1,60 Meter hoch im Keller. „Teilweise mussten die Besitzer zu ihrem Abteil schwimmen“, erinnert sich Heike Pohla, die in der Heiliggeistgasse 6 ansässig ist. Und ihr Mann Michael ergänzt: „Wäre das Wasser noch weiter gestiegen, wären auch die Autos in der benachbarten Tiefgarage abgesoffen.“ Doch dank des Einsatzes der unermüdlichen Freisinger Feuerwehrleute über die ganze Nacht hinweg konnte Schlimmeres verhindert werden.

Diese Bilder hatte Michael Pohla am Freitag vor acht Tagen im Kopf, als die Gewitterwalze über Freising hinwegbrach. Während des rund einstündigen Wolkenbruchs, so berichtet er es, lief der Kanalschacht über. Die Wassermassen bewegten zu den Gebäuden hin. In zwei Häusern, den Nummern 12 und 14, sickerte das Wasser in die Geschäfte. Pohla blieb verschont. „Weil es zum Glück rechtzeitig aufgehört hat zu regnen.“

„Wir haben die Stadt immer wieder auf die Gefahren hingewiesen“

Heike und Michael Pohla fühlen sich dennoch in ihren Befürchtungen bestätigt. „Wir haben die Stadt immer wieder auf die Gefahren von Hochwasser hingewiesen, da sich in der Heiliggeistgasse der tiefste Punkt der gesamten Innenstadt befindet“, sagt Heike Pohla, die sich bis vor einiger Zeit noch in der BI Innenstadt engagiert hat. Vor allem bereitete ihnen Sorge, dass der Gehweg vor ihrem Gebäude im Zuge des niveaugleichen Ausbaus weichen musste. „Der hat zumindest noch einen gewissen Schutz geboten.“ Doch man sei mit den Sorgen bei der Stadt nicht durchgedrungen – weder in einem persönlichen Gespräch mit dem Oberbürgermeister noch in Telefonaten mit den Experten der Stadtentwässerung. Tenor sei gewesen: Die Anwohner müssten sich keine Sorgen machen. Sie dürften davon ausgehen, dass die Berechnungen so ausgelegt seien, dass es als Hochwasserschutz ausreiche.

Die Stadt prüft, ob weitere Maßnahmen erforderlich sind

Die Stadt Freising weiß bereits darüber Bescheid, dass sich im Verlauf des Starkregenereignisses am 18. August Wasser in Teilbereichen der Heiliggeistgasse aufgestaut haben, wie Christl Steinhart, Sprecherin der Stadt, auf FT-Nachfrage bestätigt. „Der Stadt Freising wurde angezeigt, dass in Einzelfällen Regenwasser in Gebäude eingedrungen sei“, schreibt sie. „Die Stadt untersucht derzeit mit Hochdruck die Ursachen.“ Geprüft werde auch, ob und, wenn ja, welche Gegenmaßnahmen vorsorglich für den Fall erneuter extremer Regenfälle getroffen werden können.

Umso mehr ärgert sich Michael Pohla, dass die Bedenken der Anwohner vor der Sanierung bei der Stadt keine Berücksichtigung gefunden haben. „Wir haben uns engagiert, um genau das zu verhindern. Zu einem Zeitpunkt, als man noch leicht etwas hätte machen können.“ Jetzt müsse man sich fragen, ob auf die Anwohner weitere Kosten zukommen würden, wenn Gegenmaßnahmen nötig werden sollten. Heike Pohla betont: „Wir haben nichts gegen die Verschönerung der Innenstadt.“ Aber wenn die Stadt für die Sanierung mit einer Verbesserung der Lebensqualität werbe, dann müsse das auch für die Anwohner gelten. „Und zu Lebensqualität zähle ich auch, dass wir uns nicht von Regen zu Regen Sorgen machen müssen, ob unsere Häuser geflutet werden.“

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