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Was die Fortschritte in der Lebensmitteltechnologie mit der hohen Lebenserwartung der Menschen zu tun hat, erläuterte Prof. Ulrich Kulozik am Dienstagabend vor einem vollbesetzten Lindenkeller-Oberhaus. 

TU-Vortrag in Freising: Wissenschaft – erklärt für alle

Gesund alt werden dank Lebensmitteltechnologie

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Früher war alles besser? Nein, sagt Prof. Ulrich Kulozik, der Leiter des Lehrstuhls für Lebensmittel- und Bio-Prozesstechnik an der TUM in Weihenstephan. Die Essenz des Abends: Würden uns heute die Lebensmittel in der Form wie unseren Vorfahren zur Verfügung stehen, würden wir ganz schön alt aussehen – oder besser gesagt: nicht sehr alt werden.

FreisingWenn die TUM in die Stadt kommt, dann gibt es sie nicht: jene Berührungsängste, die die Freisinger zu haben scheinen, wenn der Campus zu einem Vortrag in einen Hörsaal einlädt. Die von jungen Professoren der TUM initiierte Reihe „Wissenschaft – erklärt für alle“ ging am Dienstabend im Oberhaus des Lindenkellers in die nächste Runde. Und die Freisinger nehmen das Angebot interessiert wahr, wie auch der Co-Manager dieser Reihe, Prof. Philipp Benz, erfreut feststellte, ehe er das Wort an den Protagonisten des Abends weitergab.

Menschen, die sich romantisch-verklärt nach einer „guten alte Zeit“ zurücksehnen, einer Zeit, in der Lebensmittel fast ausschließlich unverarbeitet zur Verfügung standen, musste Prof. Ulrich Kulozik auf den Boden der Tatsachen holen: Noch um das Jahr 1860 herum lag die durchschnittliche Lebenserwartung bei 36 Jahren. Dann, als der technische und medizinische Fortschritt Einzug hielt, war ein exponentieller Anstieg der Lebenserwartung zu verzeichnen – was Kulozik anhand von Grafiken verdeutlichte. Und er zitierte eine Professorin, die vor Jahren in einem Referat an der TUM folgende Erkenntnis teilte: Demnach habe man die Errungenschaften der Medizin als Ursachen für den Anstieg der Lebenserwartung überschätzt. Viel wichtiger sei es, dass die Menschen erst gar nicht krank werden – und dafür seien die heute stets verfügbaren Lebensmittel von hoher Qualität verantwortlich. Bevor die Lebensmitteltechnologie, der technische Fortschritt, eine tragende Rolle in der Nahrungsmittelerzeugung spielte, haben beispielsweise Nüsse und Getreide unsichtbare Schimmelpilze enthalten, Milchprodukte seien wegen Hygienemängeln vielfach an der Verbreitung gefürchteter Krankheiten beteiligt gewesen. Frisches Obst und Gemüse habe es nur im Sommer gegeben „und bisweilen war Bier mikrobiologisch sauberer als das Trinkwasser“.

Produkte aus der landwirtschaftlichen Urpoduktion seien schnell verderblich. „Wollen wir nicht einen Großteil auf dem Weg zum Verbraucher verlieren, sind wir gezwungen, sie zu verarbeiten“ – sprich: haltbar machen.

Das Resümee des Referenten:

K Die heutige Lebensmittelherstellung bedient sich grundsätzlich derselben Methoden wie die Urformen der Verarbeitung, wendet sie nur effizienter und schonender an.

K Die gute alte Zeit hatte wenig mit guter Lebensmittelversorgung, hygienischen Bedingungen in der Herstellung und auch nichts mit guten Tierwohlbedingungen zu tun.

K Der Verbraucher verfügt heute über die sichersten Lebensmitteln seit Menschengedenken.

K Die beste Vorsorge gegen lebensstilbedingten Erkrankungen ist ein vernünftiges Maß an Eigenverantwortung.

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