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Schneller als das Auge fassen kann drehen sich die LED-Streifen des POV-Globe. Deshalb nimmt das menschliche Auge Bilder und Buchstaben wahr. Nur reinfassen sollte man nicht bei einer Rotation von rund 1100 Umdrehungen pro Minute.

Tüftler-Tag bei Texas Instruments in Freising

Kuckucks-Drache grüßt rotierenden Globus

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Kuckucksuhren sind sein Ding: Deshalb hat Jürgen Kusterer eine besondere gebaut. Seine „Cuckoo Clock – Asian Fusion“ war eines von 15 Ausstellungsstücken auf dem „Do-It-Yourself-Day“ bei Texas Instruments (TI).

Freising – Es sei eine „bier-dunstige“ Nacht in Peking gewesen, die Jürgen Kusterer auf die Idee der asiatischen Form der Uhren aus dem Schwarzwald gebracht hat. In seinem „Selbstverwirklichungszimmer“, wie der TI-Ingenieur seine Privatwerkstatt nennt, hat er über 100 Stunden getüftelt. Entstanden ist eine Pagode, die bunt leuchtet und Geräusche macht. Zudem zeigt sie Uhrzeit, Temperatur, Datum und Luftfeuchtigkeit an – und statt eines Kuckucks kündigt ein leuchtender Drache jede volle Stunde an.

Jürgen Kusterer ist einer von 13 TI-Mitarbeitern, die auf dem firmeninternen „Do-It-Yourself-Day“ (DiY) ihre Projekte ausstellen. Alle zwei Jahre findet bei Texas Instruments dieser Aktionstag für Mitarbeiter statt und zwar an drei Standorten weltweit gleichzeitig: Freising, Dallas und Bangalore. Die Idee dahinter beschreibt Organisatorin Andrea Hauptfleisch von TI: „Wir wollen dem 

Schönheit und Grazie entdeckte Marilesa Martinez in ausgemusterten Mikro-Chips. Kurzerhand machte sie eleganten Schmuck daraus.
Eine blinkende asiatische Kuckucks-Uhr zog die Blicke auf sich. Das Herzstück der Uhr, ein spezielles Steuerelement, ist ein TI-Produkt

Engagement und der Kreativität der Mitarbeiter eine Plattform bieten, um sich zu präsentieren.“ Das soll motivieren und auch ein gutes Betriebsklima stärken, denn immer wieder tun sich sich bastelfreudige Kollegen zusammen und arbeiten privat an ihren Erfindungen.

Wie zum Beispiel Soenke Lawrenz und Walter Nadler. Die beiden haben einen POV-Globe entwickelt, eine rotierende LED-Konstruktion, die Lichteffekte in die Luft zaubert, etwa Schriftzüge und eine Erdkugel im Wechsel. In vielen Treffen und Telefonaten haben die beiden die Lichtshow zusammengebaut. Die Konstruktion mussten sie einhausen – aus Sicherheitsgründen: Die LED-Streifen drehen sich nämlich mit Geschwindigkeiten von rund 1100 Umdrehungen pro Minute. „Wenn der Finger da reinkommt, tut das weh“, sagt Walter Nadler, der das am eigenen Leib zu spüren bekam.

Ein weiteres Gemeinschaftsprojekt zeigten Max Groening und Martin Gut mit ihrer selbstgesteuerten Bühnenbeleuchtung. Martin Gut ist Gitarrist der Band „Sinister Icon“, bei der aus Kostengründen die Lichttechnik bisher immer zu kurz kam. Jetzt hat er mit Max Groening einen Controller entwickelt, der am Mikro-Ständer befestigt wird und mittels Software die Bühne immer genau da ausleuchtet, wo es benötigt wird. Auf dem „DIY-Day“ präsentierten sie ihr Modell. Im Oktober kommt das Gerät bei einem Konzert zum Einsatz.

Dass ausgemusterte Mikrochips nicht unbedingt auf den Sondermüll müssen, das bewies Marilesa Martinez: Sie stellt eleganten Schmuck aus den Plättchen her.

Für die Besucher der Ausstellung wird es schwer sein, in den nächsten Tagen einen Gewinner zu küren (drei Projekte werden mit einem Preis belohnt). Aber gewonnen haben ohnehin alle: an Erfahrung, Wissen und Kontakten.

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