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Den Flughafen München wird der Bürgerverein Freising künftig noch genauer unter die Lupe nehmen.

Ultrafeinstaub

UFP am Flughafen: Bürgerverein Freising startet neue Offensive

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Über die Landkreisgrenzen hinaus hat der Bürgerverein Freising für die Gefahr von Ultrafeinstaub sensibilisiert. Jetzt hat sich der Verein ein noch besseres Messgerät angeschafft. Und das ist nur der Anfang einer neuen Offensive.

Freising – P-Trak hieß das alte Gerät, DISCmini das neue. Seit einigen Wochen hat der Bürgerverein Freising ein besseres Messgerät, mit dem man die Ultrafeinstaubbelastung rund um den Flughafen dokumentieren kann. Konnte P-Trak Feinstaubpartikel in einer Größe zwischen 20 und 1000 Nanometer registrieren, kann der 10 000 Euro teure DISCmini Partikel zwischen 10 und 700 Nanometer Größe messen. Und das ist wichtig, denn aus Flugzeugtriebwerken kommen UFP vor allem in einer Größe von 10 bis 20 Nanometer.

Der Vorsitzende des Bürgervereins Reinhard Kendlbacher und Oswald Rottmann haben nun am Monat vor der Jahreshauptversammlung des Bürgervereins die ersten Messergebnisse des neuen Geräts präsentiert. Und die sind, so die BV-Vertreter, erschreckend: Bei einer normalen Hintergrundbelastung von rund 4000 UFP pro Kubikzentimeter wurden am 11. Februar im MAC 63 000 bis 115 000 UFP gemessen, in der Ankunftshalle von Terminal 1 zwischen 15 000 und 30 000, an der Nordostecke des Airports sogar bis zu 1,35 Millionen. Wichtig, und das zeigt der neue DISCmini an: Die Partikelgröße lag zwischen 10 und 13 Nanometer.

Dass der Bürgerverein zur Vermeidung von Lärm- und Schadstoffbelastungen mit seinen Messungen und seinem Engagement eine Initialzündung gegeben habe, um das Thema überregional aufs Tapet zu bringen, brachte OB Tobias Eschenbacher zum Ausdruck. Das zeigt sich etwa daran, dass am Wochenende in Berlin ein Dachverband der Flughafenanrainer zur UFP-Messung gegründet werden soll. Rund um den Flughafen im Moos will der Bürgerverein die Gemeinden dazu bringen, ebenfalls Messungen durchzuführen. Hallbergmoos und Neufahrn hätten die Anschaffung von Geräten beschlossen. Nun will man beginnen, koordinierte Messungen auf der Luv- und Leeseite des Airports durchzuführen, um noch genauer nachweisen zu können, wie groß der UFP-Ausstoß der Flugzeuge ist.

Kendlbacher und Rottmann blickten auch auf die von den FW initiierte Expertenanhörung am 16. November im Umweltausschuss des Landtags zurück, bei dem klar geworden sei, dass UFP gesundheitsschädliche Wirkung hätten, Flughäfen UFP-Hotspots seien, und die Messungen intensiviert werden müssten.

Eine schnelle und pragmatische Lösung, um UFP zu reduzieren, hatte Kendlbacher parat: keine Subventionen des Flugverkehrs mehr und keine oder viel weniger Kurzstreckenflüge. Und schon war man bei der 3. Startbahn und der Aussage von Markus Söder, mit dem Flughafenausbau nicht vor 2021 zu beginnen. Grünen-MdL Christian Magerl sagte, man habe jetzt zumindest einmal bis Anfang 2019 Ruhe. Was man aus der Aussage des designierten Ministerpräsidenten herauslesen könne, und was Mut machen sollte: „Söder und die Staatsregierung kommen an uns nicht vorbei.“ Freilich, so Kendlbacher: „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.“

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