Expertenanhörung

Ultrafeinstaub: Bürgerverein Freising punktet im Landtag

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Mit seinen Ultrafeinstaub-Messungen am Flughafen hat der Bürgerverein Freising landesweite Debatten angeheizt – und es jetzt in den Landtag geschafft. Bei der Expertenanhörung wurde betont: Die Teilchen bergen erhebliche Gesundheitsrisiken.

Freising – Dreieinhalb Stunden dauerte die Expertenanhörung am Donnerstag im Landtag. Zehn Sachverständige sprachen in der Sitzung des Umweltausschusses zum Thema Feinstaub und Ultrafeinstaub (UFP). 67 Wortmeldungen gab es. Mit dabei: 15 Vertreter des Bürgervereins Freising und etliche Startbahngegner. „Das war eine Veranstaltung auf sehr hohem Niveau“, freute sich Reinhard Kendlbacher vom Bürgerverein, und Grünen-Abgeordneter Christian Magerl sagte: „Es war wichtig und richtig, dass wir diese Veranstaltung – gegen die Stimmen der CSU – durchgesetzt haben.“ Auch der zweite Freisinger im Gremium, Benno Zierer (FW), zog positive Bilanz: „Normal polarisieren solche Anhörungen die Abgeordneten. Dieses Mal waren sich alle einig.“

Einig zumindest darin, dass man „das Problem nicht mehr weiter vernachlässigen kann“, wie es Kendlbacher ausdrückte – auch wenn noch nicht alle im Gremium, namentlich die Vertreter der CSU, restlos überzeugt davon gewesen seien, dass die Partikel erhebliche gesundheitliche Risiken bergen. Für die Experten steht hingegen fest, dass UFP in die Lunge eindringen und sich im Körper verteilen. „Diese Befürchtungen haben sich – mit leichten Fragezeichen – bestätigt“, sagte Magerl. Oskar Rottmann durfte die Messergebnisse vom Bürgerverein präsentieren. Demnach treten die Partikel im Flughafenumfeld in vielfach höherer Konzentration auf als gewöhnlich. „Seine Aussagen wurden nicht angezweifelt“, betonte Zierer, und Magerl lobte: „Der Bürgerverein ist da gut unterwegs.“

CSU-Vorsitzender schlägt Freisinger Standort für Messstation vor

Die „leichten Fragezeichen“ des Grünen-MdL haben damit zu tun, dass trotz jahrelanger Forschung noch nicht sicher feststeht, ab welcher Konzentration der Ultrafeinstaub gesundheitlich riskant wird. Auch an der Datengrundlage hapert es. An den 54 amtlichen Luftgüte-Überwachungsstationen in Bayern wird die Belastung bisher nicht ermittelt. „Die Experten haben konkrete Vorschläge gemacht, wie das Messnetz verbessert werden kann“, berichtete Zierer. „Hier ist der Freistaat gefordert.“ Magerl schlug in dieselbe Kerbe: „Wir werden das weitertreiben.“

Der Freisinger CSU-Vorsitzende Jürgen Mieskes, der bei der Anhörung dabei war, würde sich auch in Freising Messungen wünschen. Er schlägt vor, eine Messstation an der Radarstation am Bannwald aufzubauen. Dort würde der Südwind die Emissionen des Flughafens Richtung Stadt tragen, und es gebe keinen Pkw-Verkehr, der die Ergebnisse verfälsche. Doch auch wenn der Freistaat seine Bemühungen in Zukunft intensiviert: „Bis es einen Grenzwert für UFP gibt, können Jahre vergehen“, stellte Zierer klar. „Wir müssen aber schon jetzt damit anfangen, die Emissionen zu reduzieren.“ Er fordert daher ein Ende der subventionierten Flüge am Airport und einen Verzicht auf die dritte Bahn.

Rubriklistenbild: © dpa

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