Feinstaub-Messungen

Ultrafeinstaub: Bürgerverein wird im Landtag vorstellig

„Solche Vereine bräuchten wir mehr“, lobte MdL Christian Magerl (Grüne) die Mitglieder des Bürgervereins Freising zur Vermeidung von Lärm- und Schadstoffbelastung bei deren Jahreshauptversammlung am Montagabend. Seit sich der Verein vor einem Jahr der Messung von gesundheitsschädlichem Ultrafeinstaub verschrieben hat, sei das Thema mehr ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt.

Freising – Mittlerweile habe man sich sogar die Kompetenz erarbeitet, bei der anstehenden Anhörung im Umweltausschuss des Landtags am 16. November die im Flughafenumland gemessenen Ergebnisse vorstellen zu dürfen, informierte Vorsitzender Reinhard Kendlbacher. Dass Ultrafeinstaub Gefahren für die Gesundheit darstelle, das sei in der Wissenschaft hinlänglich bekannt, sagte der Vorsitzende. Auch die europäischen Flughafenbetreiber würden das Problem seit dem Jahr 2012 kennen. Damals habe das Airports Council International (ACI) – der europäische Dachverband der internationalen Verkehrsflughäfen – eine Studie verfassen lassen, die dieses Thema ausführlich beleuchtet habe. Seit Juni sei FMG-Chef Michael Kerkloh Präsident des ACI, brachte der 2. Vorsitzende des Vereins, Wolfgang Herrmann, in Erinnerung. Kerkloh kenne also das Problem. „Und bei uns spielt er den Ahnungslosen“, schimpfte Herrmann. Aus den Erkenntnissen der Studie seien keine Konsequenzen gezogen worden. Im Gegenteil. Man wolle „den Dreck einfach unter den Teppich kehren“.

Mit dem Ultrafeinstaubmessgerät habe man bisher bereits hundert Messfahrten durchgeführt. 34 000 Ultrafeinstaubpartikel pro Kubikzentimeter habe man kürzlich an der Neulandsiedlung im Westen von Freising gemessen, betonte Herrmann. Bergluft enthalte kaum 1000 solcher Partikel. Aussagekräftige Ergebnisse könne man nur erzielen, wenn im Sekundentakt gemessen werde, wie das mit dem Messgerät des Vereins möglich sei. An den stationären Messstationen der FMG würden nur die „gröberen“ Feinstaubpartikel gemessen und die Windrichtung nicht berücksichtigt. In der Politik herrsche „leider immer noch die Auffassung: Es gibt keine Grenzwerte für Ultrafeinstaubpartikel. Wozu also messen?“, sagte Herrmann. Dies widerspreche der Fürsorgepflicht der Politiker.

„Unbedenklichen Honig“ als Beweis für eine saubere Luft am Flughafen zu nennen, wie dies kürzlich von der FMG praktiziert worden sei, könne wissenschaftlich nicht anerkannt werden, informierte anschließend Bienensachverständiger Tobias Kiel in einem Vortrag. Bienen seien organisch in der Lage, belastetes Material quasi zu reinigen. Daher sei sauberer Honig noch lange kein eindeutiger Indikator für eine unbelastete Umwelt.

Maria Martin

Rubriklistenbild: © dpa

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