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Sein jüngster Auftritt im Löwenwirt wurde Rainer Forster zum Verhängnis. 

Entscheidung gefallen

Umstrittener Diözesansekretär: KAB trennt sich von Forster

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Freising - Das Maß war offenbar voll. Jetzt hat die KAB-Spitze die Konsequenzen aus dem Verhalten ihres Diözesansekretärs Rainer Forster gezogen: Man geht mit sofortiger Wirkung getrennte Wege.

Am Freitag hatte sich KAB-Geschäftsführerin Susanne Schönwälder nach einem Treffen des erweiterten KAB-Vorstands zum Fall Forster noch in Schweigen gehüllt (wir haben berichtet). Gestern äußerte sich Schönwälder dann aber doch: „Wir haben uns dazu entschieden, ab sofort getrennte Wege zu gehen“, teilte die Geschäftsführerin des Diözesanverbandes telefonisch mit. Zu den genauen Umständen wollte sich Schönwälder allerdings nicht äußern. Ohne Zweifel waren die Aktivitäten Rainer Forsters, wegen derer er schon im vergangenen Jahr ins Kreuzfeuer der Kritik geraten war, der Grund dafür, dass sich die KAB nun von ihrem Sekretär trennt. 

Wie berichtet, musste sich Forster bereits im vergangenen Jahr bei der KAB-Spitze für manch eine Veranstaltung – beispielsweise mit Bayerns AfD-Vorsitzendem Petr Bystron, mit Daniele Ganser oder auch Ken Jebsen – rechtfertigen. Die Folge damals: Forster musste sich alle Veranstaltungen vorab genehmigen lassen. Dass er nun vor einigen Wochen den Film „Zensur“ im Löwenwirt aufgeführt und sich dabei teilweise auch als KAB-Diözesansekretär geäußert hat (wir berichteten), brachte nun offenbar das Fass zum Überlaufen. Der Vorsitzende des Diözesanverbands, Dieter Thalhammer formulierte die Entscheidung, die am vergangenen Freitag im erweiterten KAB-Vorstand einhellig, wie er sagt, gefallen sei, so: „Wir sind uns in der Auffassung unserer Arbeit nicht näher gekommen.“ Anders ausgedrückt: Man habe festgestellt, dass es zwischen dem Profil der Katholischen Arbeitnehmerbewegung, wie es in der KAB-Satzung festgelegt sei, und der Arbeit Forsters „keine Übereinstimmungen“ mehr gebe. Folglich „lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“, so Thalhammer. Er hoffe, dass nun Ruhe einkehre – auch wenn er vermute, dass sich jetzt „die Freunde Forsters“ melden werden.

Dass er viele Freunde in der KAB hat, davon geht auch Forster selbst aus. Denn nach dieser Entscheidung der KAB-Spitze, die ihm per Brief und „ohne Begründung“ mitgeteilt worden sei, hoffe er jetzt nur, „dass die KAB-Mitglieder auch bei der KAB bleiben“. Das Arbeitsverhältnis sei laut Forster „einseitig beendet“ worden. Die Frage, ob das bedeute, dass er juristisch dagegen vorgehen werde, wollte Forster nicht beantworten: „Wir werden sehen.“ Ansonsten sei alles gesagt, blockte er weitere Fragen ab.

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