Leon Eckert und Claudia Bosse (beide Grüne)
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Grünen-Kandidat Leon Eckert (mit Parteifreundin und Kreisrätin Claudia Bosse) freute sich zwar über das historische Wahlergebnis der Grünen. Für ihn selbst aber wurde der Abend „unangenehm spannend“.

Geheimfavorit unterliegt

„Unangenehm spannend“: Grünen-Kandidat aus Freising zittert um Bundestagseinzug

  • Manuel Eser
    VonManuel Eser
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Leon Eckert (Grüne) zittert um seinen Einzug in den Bundestag. Für einen anderen Geheimfavoriten hat es nicht gereicht.

Freising – Viele Politikerinnen und Politiker sprachen am Sonntagabend von einer langen Wahlnacht, doch auf einen Bundestagskandidaten im Landkreis Freising traf der Satz besonders gut zu: auf Leon Eckert von den Grünen. „Ich rechne erst gegen 1 oder 2 Uhr morgens mit einem sicheren Ergebnis für mich“, teilte er dem FT mit, als der 25-Jährige sich gegen 21 Uhr vom Landratsamt auf den Weg zu seiner Wahlparty ins Et Cetera machte.

Nach dem zu diesem Zeitpunkt aktuellen Stand der Wahlergebnisse hätte Eckert etwas zum Feiern gehabt, weil es für ihn zum Einzug ins Parlament über die Liste gereicht hätte. „Aber ich kann die Ergebnisse jetzt nicht einfrieren, und darum bleibt es unangenehm spannend“, sagte Eckert, der 12,5 Prozent der Erststimmen holte. „Ich bin frohen Mutes.“

Eckert bewertet Bundestagsergebnis mit zwiespältigen Gefühlen

Auch das Bundesergebnis der Grünen bewertete er mit zwiespältigen Gefühlen. „Auf der einen Seite ist es das beste Wahlergebnis der Grünen aller Zeiten“, sagte Eckert. „Es hätten aber noch mehr Stimmen werden können, weil wir schon andere Werte hatten. Für das Klima kann es nicht genug Stimmen geben.“

Bemerkenswert: Der Echinger räumte ein, dass laut Aussagen von Wissenschaftlern nicht mal das Programm der Grünen reichen würde, das im Kampf gegen den Klimawandel angestrebte 1,5-Grad-Ziel zu erreichen. „Wir sind aber am nächsten dran. Ich befürchte allerdings, dass wir als Juniorpartner nicht alles durchsetzen können.“

Geheimfavorit kommt nicht an Irlstorfer vorbei

Olaf Scholz oder Armin Laschet: Beide Kanzlerkandidat umwerben die Grünen. Für wen würde sich Eckert entscheiden? „Die Menschen wollen den Wechsel, und den sollten die Grünen mitgestalten.“

Nicht wenige hatten Karl Ecker (Freie Wähler) zugetraut, Erich Irlstorfer (CSU) das Direktmandat für den Bundestag abzuluchsen. Daraus wurde nichts. „Ich bin Realist und habe daher gewusst, dass es schwer werden würde“, sagte der ehemalige Auer Bürgermeister. Am Ende reichte es „nur“ für 12,0 Prozent. Er sei aber zufrieden mit den „schönen Zuwächsen“ an Erststimmen, die er für die FW im Vergleich zur letzten Bundestagswahl (6,41 Prozent) erzielt habe.

Drückte dem FW-Kandidaten Karl Ecker die Daumen: FW-MdL Benno Zierer (r.).

Ecker: „Das wäre schmerzhaft gewesen“

Froh ist er auch, dass er in seiner Heimatgemeinde mit 40 Prozent das beste Ergebnis aller Direktkandidaten erzielt habe. „Wenn ich daheim nicht gewonnen hätte, wäre das schmerzhaft gewesen.“ Für den Parlamentseinzug über die Liste reicht es nicht. Die FW haben die Fünf-Prozent-Hürde gerissen, und auf die zweite Option, über drei gewonnene Direktmandaten nach Berlin zu kommen, legte Ecker keine Hoffnung. Augenzwinkernd meinte er. „Wenn ich es schon nicht schaffe . . .“

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