Wenn Könner am Werk sind und keine betrunkenen Dumpfbacken, kann im Wald auch etwas sehr Schönes und Sinnvolles entstehen – wie diese tierischen Kunstwerke am Rande des Walderlebnispfades
+
Wenn Könner am Werk sind und keine betrunkenen Dumpfbacken, kann im Wald auch etwas sehr Schönes und Sinnvolles entstehen – wie diese tierischen Kunstwerke am Rande des Walderlebnispfades.

Forstbetriebsleiter verärgert

Saufgelage an Walderlebnispfad: Gravierende Folgen befürchtet - „Ein Missstand ohnegleichen“

  • Helmut Hobmaier
    VonHelmut Hobmaier
    schließen

Die Bäume erholen sich von der Trockenheit. Auch der Borkenkäfer macht dem Forstbetrieb Freising nicht zu schaffen. Dafür sorgt Vandalismus für Ärger.

Freising - Man sei langsam nicht mehr bereit und auch nicht mehr in der Lage, die durch die Saufgelage entstandenen Schäden zu reparieren und den Müll wegzuräumen. Freisings Forstbetriebsleiter Alfred Fuchs fürchtet sogar, dass der weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannte Walderlebnispfad einen dauerhaften Imageschaden erleidet.

Vandalismus an Freisinger Walderlebnispfad: Förster befürchtet, dass Besucher ausbleiben

Es sei „fürchterlich ärgerlich“, was die Horden von Betrunkenen mehrfach angerichtet hätten: Im Pavillon wurde Feuer gemacht, kunstvoll gefertigte Erklär-Bretter, gerade renoviert, wurden zugesprüht. Die unzähligen Glassplitter zerdepperter Bierflaschen schließlich mussten mühsam aus dem Sand gesiebt werden. „Wenn das Samstagnacht passiert, müssen wir es praktisch sofort wegräumen“, berichtet der Forstbetriebschef, „sonst müssten wir das Gelände am Sonntag, wenn Besucher sogar von weither kommen, sperren“.

Wenn das öfter vorkomme, blieben irgendwann die Besucher aus – eine Katastrophe für den aufwändig gestalteten Walderlebnispfad. Fuchs: „Es ist ein Missstand ohnegleichen. Jeder darf dort ein Bierchen trinken. Solange er seinen Müll wieder mitnimmt und nichts kaputtmacht, ist alles okay.“ Aber der Vandalismus der vergangenen Wochen sei nicht mehr tolerierbar. Nur: „Hier prophylaktisch etwas zu tun, ist sehr schwierig“.

Der Vandalismus im Wald ärgert den Forstbetriebsleiter Alfred Fuchs „maßlos“.

Viel Regen in Bayern: Wald erholt sich vom Trockenstress

Dafür steht der Wald so gut da wie seit langem nicht mehr. Der Regen heuer – mehr als 130 Liter allein seit 20. Mai – sei „ein echter Segen gewesen“, berichtet Fuchs. Dabei habe man noch ein „Riesendusel“ gehabt, dass die schadensträchtigen Starkregenereignisse wie etwa die Flut von Landshut gleich mehrfach an Freising vorbeigezogen seien.

Stattdessen gab es immer wieder ergiebige Güsse. Die Wasserreservoirs des Bodens seien deshalb gut gefüllt, kein Baum leide mehr unter Trockenstress. Bis die Erholung der Bäume sichtbar werde, dauere es allerdings einige Zeit. Buchen oder Eichen etwa könnten auch zwei, drei Jahre nach langen Trockenphasen noch schütter aussehen.

Die feinen Wurzeln der Bäume, die während der Dürre abgestorben seien, regenerierten sich eben nur langsam. Ein Indiz für trockene Jahre seien auch enge Jahresringe, die geringen Holzzuwachs dokumentierten. Dass es heuer wieder einen dicken Jahresring geben wird, sei zu erwarten. „Insgesamt“, bilanziert Fuchs, „befindet sich der Wald in einem sehr günstigen Zustand“.

Freising: Borkenkäfer hat man unter Kontrolle

Er strotzt vor Kraft, was auch der Borkenkäfer zu spüren bekommt. Es gibt kaum Befall im Revier – Resultat feuchter Witterung und konsequenter Bekämpfung in den vergangenen Jahren. „Wenn der Baum frisch im Saft steht“, weiß Fuchs, „kann er Angriffe besser abwehren. Dann werden die ersten Käfer, die kommen, von der Rinde eingeharzt“.

Noch mehr Nachrichten aus der Region Freising lesen Sie hier. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Freising-Newsletter.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare