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Volles Haus gab’s beim Auftritt von Dolce Vita im Festzelt. Danach setzte auf Facebook eine Diskussion ein, in der sich Bürger beschweren, das Volksfest sei zu laut.

Die Verantwortlichen ziehen Halbzeitbilanz  

Freisinger Volksfest: Nicht nur friedlich und ganz schön laut

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Mehr Bierumsatz, mehr Straftaten und mehr Ordnungswidrigkeiten. Und wohl auch mehr Lärm: Das ist die Bilanz der ersten Hälfte des 89. Freisinger Volksfests, die man am Mittwoch im Anschluss an den Schaustellergottesdienst im Festzelt bei Weißbier und Weißwürsten zog.

Freising – Vor dem Altar auf der Bühne im „Ochsenwirt“-Festzelt war ein großes Bild von Erich Bröckl aufgestellt. Sowohl beim Gottesdienst als auch danach beim Treffen auf der Empore wurde des langjährigen, heuer verstorbenen Volksfestmanagers gedacht. Man hielt eine Schweigeminute „für unseren Erich“ ab, wie es OB Tobias Eschenbacher formulierte. Danach sprach er von einem „ersten tollen Wochenende“ – auch wenn es „etwas turbulenter“ zugegangen sei als 2017. Bis Dienstagabend waren 505,52 Hektoliter Bier ausgeschenkt worden – eine Steigerung gegenüber 2017 (da waren es 476,42 Hektoliter gewesen). „Ein Spitzenwert“, so der OB, aber kein neuer Rekord.

Bei den Eingangskontrollen zum Festgelände habe es wieder einige Feststellungen gegeben: Zum Beispiel seien 37 Personen mit Messer – zum allergrößten Teil Hirschfänger in der Lederhosen – abgewiesen worden, die dann aber ihr Messer ins Auto gebracht hätten und wiedergekommen seien. Neun Messer wurden einbehalten. 81 Personen mit Pfeffersprays habe man erwischt, 47 Sprays einbehalten. „Und dann waren noch drei Schraubenzieher dabei“, sagte Eschenbacher.

Ein friedliches Volksfest sei das Gaudium in der Luitpoldanlage auch heuer wieder, versicherte PI-Chef Ernst Neuner. Aber nicht so friedlich wie 2017. Am Freitag und Samstag habe „aggressive Stimmung“ auf dem Platz geherrscht, Pöbeleien und Körperverletzungen gab es. Auch deshalb zeigten die Zahlen der Vergehen gegenüber 2017 nach oben: acht Körperverletzungen, zwei gefährliche Körperverletzungen und vier Sachbeschädigungen hatte man bis Dienstagabend registriert. Lediglich die Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz und auch der Missbrauch von Ausweispapieren seien gegenüber 2017 zurückgegangen. „Sie werden doch g’scheiter“, sagte Neuner.

Leichte Kritik blitzte in den Worten von Schaustellersprecher Christian Buchner auf: Das Trio, das die Nachfolge von Erich Bröckl angetreten habe, mache seine Sache sehr gut. Wichtig wäre aber, dass für die Fieranten immer ein Ansprechpartner vor Ort „präsent“ sei, an den man sich jederzeit wenden könne.

Festreferent Hubert Hierl lobte „die grandiose Identifikation“ der Bürger mit dem Volksfest. Da hatte er aber wohl die seit dem Auftritt von Dolce Vita laufende Diskussion auf Facebook nicht mitbekommen: Bei der beschwerten sich viele Bürger darüber, dass das Volksfest heuer besonders laut sei. Das Jahr über aber habe man als Bürger oder Gastronom sofort die Polizei am Hals, wenn es einmal etwas lauter sei oder fünf Minuten nach 23 Uhr noch ein lautes „Prost!“ ausgesprochen werde.

OB Eschenbacher hatte die Diskussion verfolgt: Es gebe Grenzwerte in Sachen Lärmemissionen, es gebe aber auch Ausnahmen, sagte er. Selbstverständlich werde man den Klagen nachgehen und überprüfen, ob sich heuer bei den Emissionswerten im Vergleich zu früheren Jahren etwas geändert habe, versprach er. 

Quelle: Volksfest Freising

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