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Golden-Retriever-Mischling Emil aus Freising wurde nach einem Spaziergang in der Savoyer Au mit einer Vergiftung in die Tierklinik eingeliefert. Sein Frauchen vermutet, dass Giftköder der Grund dafür waren.

Vierbeiner bricht zusammen

Vergifteter Hund wird nach Gassi-Runde in Freising in Tierklinik eingeliefert

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Es sollte eine entspannte Gassirunde in der Savoyer Au an der Isar werden - doch danach musste der Hund von Sabine Pilz aus Freising mit einer Vergiftung in die Tierklinik eingeliefert werden.

Freising – Sabine Pilz  spazierte am vergangenen Montagnachmittag in der Savoyer Au zusammen mit ihrem Golden-Retriever-Mischling Emil, einer Freundin und deren Hund. Sie gingen etwa eine Stunde Gassi, aber dann: „Als wir gegen 18 Uhr daheim waren, hat Emil plötzlich gezittert. Er konnte außerdem nicht mehr stehen und ist gegen die Wand gelaufen, die Treppe runtergefallen.“

„Da haben sie mir gesagt, dass Emil ganz klar Gift erwischt haben muss.“

In glücklichen Tagen: Emil und sein Frauchen Sabine Pilz aus Freising. Am Montag wurde ihr Mischling mit einer Vergiftung in die Tierklinik eingeliefert – nach einem Spaziergang an der Isar in der Savoyer Au.

Sabine Pilz rief dann gegen halb acht den Tierarzt. Er empfahl ihr, mit Emil sofort in die Ismaninger Tierklinik zu fahren, erklärte Pilz: „Da haben sie mir gesagt, dass Emil ganz klar Gift erwischt haben muss.“ Die Diagnose der untersuchenden Ärzte lautete schließlich Intoxikation – Vergiftung.

Hundebesitzerin tippt auf Giftköder

Eine aufreibende Nacht begann für den 35 Zentimeter großen Emil: „Er wurde komplett durchgespült, bekam die ganze Nacht Infusionen und Kohletabletten.“ Rund 400 Euro hat sein Frauchen für die Genesung bezahlt. Sie tippt auf Giftköder in der Savoyer Au. Denn: „In der Klinik haben sie mir gesagt, dass sich das Gift meistens nach etwa drei bis vier Stunden bemerkbar macht.“

Emil könnte auch Drogen gefressen haben

Der Rückblick: Am Montag begann die Gassirunde gegen 15.30 Uhr am Parkplatz neben dem Tennisplatz. Dann spazierten die Hundebesitzerinnen mit ihren Tieren entlang der Isar Richtung Flughafen. Dabei ließ Sabine Pilz ihrem Emil freie Bahn: „Er konnte in die Büsche reinlaufen und hat da vielleicht was erwischt.“ 

Eine weitere Variante: „In der Klinik haben sie mir gesagt, dass er auch normale Drogen gefressen haben könnte.“ Pilz kann sich vorstellen, dass zum Beispiel Jugendliche an den Bänken nahe dem Parkplatz vielleicht einen Joint oder Ähnliches vergessen haben.

Hundebesitzerin hat ein Anliegen

Wodurch der Retriever Emil vergiftet wurde, bleibt unklar. Denn: „Da werden dann keine größeren Laboruntersuchungen mehr gemacht. Das wäre viel zu teuer.“ Doch Pilz hat ein großes Anliegen: Sie will andere Hundebesitzer vor so einem Vergiftungsdrama bewahren. „Für mich ist Emil wie ein Kind. Das hat mich alles ziemlich mitgenommen.“

Nach einer Nacht in der Tierklinik ist Emil zwar wieder daheim, aber: „Er ist immer noch ein bisschen verstört und ängstlich – vor allem beim Spaziergang am Fürstendamm. Ich versuche, jetzt schon mehr zu schauen, was er draußen erwischt, aber so schnell kann ich manchmal gar nicht schauen.“

Zumindest kann ein Sprecher der Freisinger Polizei Entwarnung geben: „Bisher wurden uns keine Giftköder in der Savoyer Au gemeldet“, sagt er. Von vergifteten Hunden durch Spritzmittel aus der Landwirtschaft habe er in seiner beruflichen Laufbahn immer wieder mal gehört – aber das sei ja keine absichtliche Vergiftung. Und welche Strafe droht den Köderlegern? „Das ist ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, da muss ein Richter entscheiden.“ 

Wie schütze ich meinen Hund vor Giftködern?

Es sei schwer, seinen Hund vor Giftködern zu schützen, sagt Nicole Ergott, Leiterin der Tierpflege des Freisinger Tierschutzvereins. Dennoch gebe es einige Tipps: den Hund beim Gassigehen im Auge behalten „und nicht das Handy“. Außerdem sollten Hundebesitzer im Verdachtsfall einfach in das Maul ihres Vierbeiners schauen. Anzeichen für eine Vergiftung seien laut Expertin Nicole Ergott zum Beispiel ein blutiges Maul, wenn der Hund erbricht, sich schlapp fühlt oder „extrem anders verhält als sonst“. Die Tierschützerin empfiehlt: „Im Notfall lieber einmal zu viel beim Tierarzt anrufen.“

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