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In der Moosach wurden Spuren von Malachitgrün festgestellt. Aus dem Fluss bezieht Professor Jürgen Geist von der TU Weihenstephan Systemkrebse. 

Verbotenes Arzneimittel

Verseuchte Fische: SPD kritisiert „Vertuschung“ der Behörden

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Der Vorfall schlägt hohe Wellen: Nachdem Speisefische im Landkreis Freising mit einem verbotenen Arzneimittel  verseucht wurden, nehmen Politiker nun die Behörden ins Visier. 

Freising – Dass Fische in einem oder mehreren Zuchtbetrieben in Freising mit verbotenen Arzneimittel in Berührung gekommen sind, schlägt politisch hohe Wellen. Der VerbraucherschutzExperte der Bayern-SPD-Landtagsfraktion, Florian von Brunn, kritisiert Staatsregierung und zuständige Behörden scharf dafür, dass sie die Verunreinigung von Speisefischen aus dem Landkreis mit Malachitgrün „verschwiegen“ und „vertuscht“ haben.

„Für diesen Stoff gilt seit Jahren in der EU eine Null-Toleranz-Grenze, weil er krebserregend und genschädigend ist“, sagte von Brunn. „Aber statt die Verbraucher zu warnen, haben die zuständigen bayerischen Behörden wieder einmal alles hinter den Kulissen abgewickelt.“ Die Behörden würden sich darauf herausreden, dass der Rückstandsgehalt „wahrscheinlich“ nicht gesundheitsschädlich sei. „Die Frage ist: Wollten die Behörden wirklich nur anhand einer kleinen Stichprobe ausschließen, dass keine höher belasteten Fische auf den Tellern gelandet sind, als die Stichproben jetzt ergeben haben?“

Lesen Sie auch: Erneut wurden im Fluss Moosach bei Freising giftige Chemikalien entdeckt. Fische gelten als kontaminiert. Für Menschen könnte dies gefährlich werden.

Staatsanwaltschaft hält sich bedeckt

Wie berichtet, hat das Landratsamt Freising drei Fischereibetriebe im Landkreis gesperrt, nachdem Spuren von Malachitgrün in der Moosach festgestellt wurden. Bei zwei Betrieben wurden die Maßnahmen allerdings teilweise wieder aufgehoben. „Teilweise heißt, dass die Sperrung einzelner Teiche aufgrund der Untersuchungsbefunde von Proben der Fische, die unter amtlicher Überwachung genommen wurden, wieder aufgehoben werden konnte“, erklärte Stangl auf FT-Nachfrage. Unklar ist nach wie vor, ob alle drei Betriebe das verbotene Mittel verwendet haben, oder etwa nur einer, der damit die Fische der anderen Betriebe mitverseucht hat. Die Staatsanwaltschaft Landshut ermittelt. Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch hält sich aber bedeckt: „Noch steht nicht fest, ob einer der drei Betriebe das Mittel eingeleitet hat, und wenn ja, wer.“

Von Traunstein führt die Spur nach Freising

Ins Rollen kam die Geschichte im September 2018, als im Landkreis Traunstein Speisefische kontrolliert wurden, und dabei eine Belastung mit Malachitgrün festgestellt wurden. Die Spur wurde dann bis zu mehreren Zuchtbetrieben im Landkreis Freising zurückverfolgt. Die Verbraucher wurden vom Landratsamt gar nicht informiert, die Fischer nach Auskunft der Behörde Ende Januar – da war die Angelsaison längst vorbei und der Fang verzehrt.

Allerdings teilte Professor Jürgen Geist mit, dass er ein entsprechendes Schreiben gar nie gesehen habe. Dabei forscht der Leiter des Lehrstuhls für aquatische Systembiologie mit Signalkrebsen aus der Moosach. Die TU verfügt daher über Fischereirecht. Man sei aber von Behördenseite nicht informiert worden.

„Bayern-Ei lässt grüßen“

Von Brunn ist fassungslos: „Offenbar geht es unter dem neuen Verbraucherminister Thorsten Glauber genauso weiter wie unter den Vorgängern: Unternehmerschutz geht vor Verbraucherschutz! Bayern-Ei lässt grüßen!“ Der SPD-Politiker verlangt umgehend eine öffentliche Erklärung von Glauber.

Auch die Freisinger Linke reagierte „mit Bestürzung“. Kreisrat Albert Schindlbeck kritisierte, dass es das Landratsamt nicht für notwendig gehalten habe, die Öffentlichkeit zu informieren. „Nach Meinung der Behörden bestand keine Gesundheitsgefahr. Wenn die Gesundheit der Freisinger nicht gefährdet war, warum musste man dann die drei Fischzuchtbetriebe sperren?“

Auch Linke will mehr wissen

Die Linke fordert nun Aufklärung. „Wir erwarten Antworten auf die Frage, ob an der Moosach je eine Gesundheitsgefährdung für die Freisinger Bevölkerung bestand oder eventuell sogar noch besteht.“

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