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Moosburger Ausgleichsweiher

Vogelgrippe hält nicht nur die Behörden in Freising in Atem

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Landkreis - Dutzende toter Vögel sind am Moosburger Ausgleichsweiher gefunden worden. Das Zentrum der Vogelgrippe im Landkreis hält Behörden und Hilfskräfte seit Wochen in Atem. Ein Ausflug zu einem Kommandanten, bei dem sich der Piepser fast nur noch wegen verendeter Tiere meldet, zu Wasserkraftwerkern mit Greifzangen und einer Amtsleiterin, die in dieser Funktion nur den Ausnahmezustand kennt.

Ihr Einstand hätte einfacher verlaufen können. Seit 15. November ist Barbara Knauer-Kraetzl Leiterin des Veterinäramts. Ein besonderes Datum für die Amtstierärztin. Nicht nur wegen ihrer Beförderung, sondern auch, weil an diesem Tag die ersten toten Wildenten am Moosburger Ausgleichsweiher gefunden wurden. Seitdem herrscht im Veterinäramt Ausnahmezustand. „Das fordert“, sagt sie. Da sie aber schon lange hier arbeite und auch die Vogelgrippe-Welle 2006 miterlebt habe, kenne sie die Situation. „Und in unserem fünfköpfigen Team ist alles lösbar.“

Seitdem Knauer-Kraetzl das Amt leitet, bedeutet Routine für sie eine Aneinanderreihung von Ausnahmen. Dazu zählen Arbeitstage, die im Morgengrauen beginnen und lange nach Sonnenuntergang enden. Dazu gehören auch häufige Besprechungstermine im Team, mit dem Gewerbeamt und dem Katastrophenschutz, mit Feuerwehren und der Polizei. Ein Amtstierarzt muss am Feierabend und am Wochenende erreichbar sein.

Verstöße gegen die Stallpflicht sind bisher nicht bekannt

Neben der Alltagsarbeit gibt es jede Menge zusätzlicher Jobs. Die Pressevertreter wollen mit Informationen, die Geflügelhalter mit Tipps versorgt werden. Manche Beamte kennen den Weg zum Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit inzwischen auswendig. Denn dort müssen tote Tiere, bei denen ein Verdacht auf Vogelgrippe besteht, hingebracht werden. Inzwischen werden allerdings nur noch Vogelarten ins Institut gebracht, die bis dato noch nicht betroffen waren oder von einem neuen Fundort stammen. Dadurch werden Kräfte frei, um bei den Geflügelhaltern Stichproben zu machen. Schließlich muss gewährleistet sein, dass die ausgerufene Stallpflicht eingehalten wird. Die gute Nachricht: Bisher gibt es keine Mitteilungen über Verstöße.

Feuerwehr wird zur Vogelwehr

Hilfe erhält das Amt von Ehrenamtlichen. Denn wenn Spaziergänger auf tote Vögel stoßen, sind sie dazu angehalten, die 112 zu rufen. Die Feuerwehr ist seitdem vor allem als Vogelwehr im Einsatz. „Es rufen Leute an, die normalerweise nicht anrufen, wenn sie einen toten Vogel sehen“, berichtet Moosburgs Kommandant Josef Schwertl. „Eine gewisse Verunsicherung ist da.“ Eine Zeit lang wurden seine Leute jeden Tag zu einem toten Vogel gerufen – in Moosburg, in Aich, in Wang. Auch in Zolling, wo der Schwan gefunden wurde, der inzwischen positiv auf den Subtypus H5 getestet wurde. „Die Einsätze flauen aber wieder etwas ab“, sagt Schwertl.

Die Stadtwerke-Mitarbeiter wissen, wie sie vorgehen müssen

Das liegt daran, dass die Stadtwerke München (SWM), die das Uppenborn-Kraftwerk am Ausgleichsweiher betreiben, auf ihrem Gebiet die Vögel inzwischen selbst entsorgen. „Natürlich in Absprache mit dem Landratsamt“, betont SWM-Sprecher Christian Miehling. Mehrmals täglich gehen Mitarbeiter Patrouille. Wenn tote Vögel entdeckt werden, zwängen sich Mitarbeiter in die Schutzausrüstung, nehmen Greifklammer, Kübel und Plastiktüten und entsorgen die Tiere, wie Miehling berichtet. „Sie haben dafür eine Unterweisung bekommen.“ Allein am vergangenen Wochenende wurden 15 tote Enten geborgen.

Die Ausnahmesituation am Weiher sorgt auch dafür, dass dort weniger Spaziergänger als sonst ihre Runde drehen. Den Eindruck hat zumindest Martin Pschorr. Der Moosburger Stadtrat schnürt gerne die Laufschuhe, seine bevorzugte Route führt an den Weiher. „Auf die Idee, dass ich wegen der Vogelgrippe woanders joggen gehen sollte, bin ich gar nicht gekommen.“

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