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Nur noch ganze 20 Unterschriften fehlten am Mittwoch in einer Freisinger Gemeinde, um die Zehn-Prozent-Hürde zu nehmen. Alle anderen Kommunen sind bereits drüber.

Marzling ist Spitzenreiter

Volksbegehren im Kreis Freising: Eine Gemeinde hat die Marke noch nicht geknackt

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Nur noch ganze 20 Unterschriften fehlten am Mittwoch in einer Freisinger Gemeinde, um die Zehn-Prozent-Hürde zu nehmen. Alle anderen Kommunen sind bereits drüber.

Landkreis – Nur noch ganze 20 Unterschriften fehlten am Mittwoch in der Gemeinde Gammelsdorf, um die Zehn-Prozent-Hürde beim Bienen-Volksbegehren zu nehmen. Alle anderen Kommunen waren bereits drüber – Gammelsdorf lag mit 92 Unterschriften und 1103 Stimmberechtigten bei 8,3 Prozent.

Marzling, der Spitzenreiter vom Wochenbeginn, hat sein Ergebnis weiter ausgebaut und meldete am Mittwochmittag 620 Eintragungen bei 2356 Stimmberechtigten – eine Quote von 26,3 Prozent. Das ist das höchste Ergebnis im Landkreis. Bürgermeister Dieter Werner macht keinen Hehl daraus, dass er stolz auf seine Marzlinger ist. Das Top-Ergebnis ist für ihn keine Überraschung: „Breite Schichten der Bevölkerung hier haben ein sehr großes Interesse an den Themen Umweltschutz und Ökologie.“ Das liege zum einen daran, dass viele Studenten im Ort lebten und zahlreiche Bürger auf dem Grünen Weihenstephaner Campus beschäftigt seien. Daher seien auch die Wahlergebnisse aus Marzling meist ziemlich grün. 

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Die Kommune sei aber auch besonders von Umweltbelastungen betroffen. So seien bereits durch Messungen sehr hohe Feinststaub-Belastungen nachgewiesen worden. „So etwas rüttelt die Menschen natürlich auf“, sagt der Bürgermeister, „da muss man ja hellhörig werden“. Er hofft, „dass jetzt endlich auch die Staatsregierung reagiert“. Nicht zuletzt ist der nahe Flughafen im Ort dauerpräsent – eine dritte Startbahn würde den Airport noch näher an die Gemeinde Marzling rücken.

Der Andrang an Unterzeichnern ließ in Marzling am Mittwoch nicht nach. „Das Wetter ist schön“, scherzte Dieter Werner. „Da kommen die Leute gern ins Rathaus.“

Auch in Freising ließ der Andrang kaum nach, wie Michael Eberwein, Leiter des Bürgerbüros, berichtete. Seit Montag, wo bereits 5624 Bürger unterzeichnet hatten, machte Freising einen großen Sprung nach vorn. 7185 Freisinger hatten sich gestern um 11 Uhr in die Listen eingetragen – bei 31 932 Stimmberechtigten eine Quote von 22,5 Prozent.

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Die fünf Gemeinden, die am Montag noch gemeinsam mit Gammelsdorf unter der Zehn-Prozent-Marke lagen, hatten am Mittwoch gegen 11 Uhr die Hürde geschafft:

  • Hörgertshausen verbesserte sich von 8,9 auf bei 11,5 Prozent (176 Unterschriften, 1530 Stimmberechtigte),
  • Au von 8,4 auf 10,6 Prozent (463 von 4340),
  • Wolfersdorf von 7,3 auf 10,9 (202 von 1851),
  • Rudelzhausen von 9,4 auf 11,6 (292 von 2520) und
  • Hallbergmoos von 9,9 auf 13,3 Prozent (930, 6969).

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