+
Welche Verpackung für den Transport erforderlich ist und welche Wertangabe für die Versicherung – etwa von Gemälden – eingetragen werden muss, falls ein Schaden entsteht, das erläuterte Restaurator Alfons Empl.

Asam-Sanierung

Vor dem Auszug: Letzter Blick hinter die Kulissen des Stadtmuseums

Freising - Weil auch des Freisinger Stadtmuseum im März seine Pforten wegen der Asam-Sanierung schließen muss, gab es jetzt nochmal für Interessierte einen Blick hinter die Kulissen. Restaurator Alfons Empl erlaubte dabei interessante Einblicke.

Welch umfangreiche Infrastruktur für den Unterhalt eines modernen Museumsdepots nötig ist, das verrieten Empl und Museumsleiterin Ulrike Götz. Ganz hinauf ins „Juchhe“ ging es für die interessierten Besucher. Hinter einer schweren Brandschutztür gab es Einblicke in die zahlreichen „Schätze“ der Stadtgeschichte.

Schau-Vitrinen mit archäologischen Funden aus frühchristlicher Zeit, Zugregale mit Gemälden und historische Schützenscheiben, textile Raritäten wie die Fahnen der Zünfte, die in speziellen säurefreien Kartons aufbewahrt werden, Münzen, Grafiken, Zinnteller und Kruzifixe: Auf vier Übergangsquartiere müssen all diese Objekte währen der Zeit des Umbaus verteilt werden. Und zwar so, dass jedes einzelne Stück auf Anfrage gefunden werden könne, erklärt Empl. Denn oft gebe es Anfragen von Studierenden, die an einer Doktorarbeit schreiben und dafür ein bestimmtes Exponat einsehen möchten.

Dass beim Umzug einiges an Logistik zu bewältigen ist, versteht sich von selbst. Welche Verpackung für den Transport erforderlich ist und welche Wertangabe bei den Objekten für die Versicherung eingetragen werden muss, falls beim Transport ein Schaden entstehe, für all das sind Alfons Empl und Ulrike Götz verantwortlich.

Apropos Wert: Mit Graffiti aus dem Jahr 1764 dürften im Depot des Stadtmuseums wohl die ältesten Schriftzeichen dieser Art in ganz Bayern erhalten sein. Die Buchstaben und kleinen Karikaturen auf den Betonpfeilern gaben den Besuchern zunächst Rätsel auf. Sie stammten aus der Zeit, als das Asamgebäude als Lyceum genutzt wurde, informierte Empl. „Hier unter dem Dach befand sich der Schulkarzer des Lyceums.“

Eine „Karzerstrafe“, die übrigens in der Schulordnung festgesetzt war, mussten all jene abbüßen, die sich den strengen Regeln der Schule wieder setzt hatten. Die meisten dieser Graffiti stammen aus der Zeit zwischen 1740 und 1770. Ein Beispiel, dafür, dass es wohl auch in der Historie Probleme zwischen den Generationen gegeben haben mag. Während der Umbauarbeiten werden die Graffitis mit Schutzplatten versehen.

Staunen durften die Besucher auch über viele Gegenstände, die aus der Zeit der Zünfte erhalten sind. Fast sakralen Charakter hätten die Zunfttruhen gehabt, erläuterte Empl. Vereinssatzung und Siegel seien darin aufbewahrt gewesen. „Wenn sie während einer Zunftsitzung geöffnet war, durfte nicht geflucht werden“, erzählte Empl.

Maria Martin

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Besonderer Gast im Salon für Frauen
Im Salon für Frauen auf dem Freisinger Domberg ist am Dienstag, 23. Januar (19.30 Uhr, Kardinal-Döpfner-Haus), eine ganz besondere Frau zu Gast. Der Eintritt ist frei. 
Besonderer Gast im Salon für Frauen
Allershausen hat der Wohnungsnot den Kampf angesagt
„Mia hams ja.“ Diesen Spruch hört Rupert Popp relativ häufig. Doch auch wenn die Gemeinde Allershausen sicher nicht zu den ärmsten im Freistaat gehört, hat man kein …
Allershausen hat der Wohnungsnot den Kampf angesagt
Einfach königlich: Stefan Salzmann verteidigt den Titel
Titelverteidiger Stefan Salzmann bei den Jungschützen und Hans Kress junior regieren 2018 bei der Schützengesellschaft ISARIA Neufahrn
Einfach königlich: Stefan Salzmann verteidigt den Titel
Stadt und Landkreis Freising präsentieren sich auf der „Grünen Woche“ in Berlin
Der Landkreis Freising präsentiert sich am 25. und 26. Januar auf der 83. Internationalen Grünen Woche in Berlin. Am Stand des Landkreises Pfaffenhofen, unter dem Dach …
Stadt und Landkreis Freising präsentieren sich auf der „Grünen Woche“ in Berlin

Kommentare