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Eine musikalische Sternstunde war das Konzert von Ami und Wally Warning im Lindenkeller. 

Mit seiner Tochter Ami

Wally Warning im Lindenkeller: Freisinger erlebten ein Weltklasse-Konzert

Im Freisinger Lindenkeller gab es ein Konzert von Weltklasse-Format. Wally Warning war mit seiner Tochter Ami gekommen.  

Freising Nur äußert selten hat ein Publikum solches Glück wie am Samstag im Lindenkeller. Nicht nur, dass Wally Warning ein grandioses Konzert auf die Bühne gebracht hat – mit seiner Tochter Ami konnten die Freisinger auch einen Stern aufgehen sehen. Ohne jeden Zweifel jetzt schon das Konzert-Ereignis 2020.

Wally Warning, fast ein Freisinger

Seit Jahrzehnten gastiert der Ausnahme-Künstler Wally Warning immer wieder in der Domstadt und gefühlt könnte er ein Freisinger sein. Vielleicht auch deshalb sein erster Satz im randvollen Lindenkeller: „Dahoam is Dahoam“. Der Opener „Mama Nature“ – eine ökologische Verneigung und Weltmusik in bester Tradition. Kongenial unterstützt vom Drummer Ruben Lipker gewannen die Songs von Wally und Ami jenen konzentrierten Sound, den man von den Großen wie Dylan kennt, sobald sie auf intimeren Bühnen spielen. Wallys Rhythmus-Sensibilität an der Gitarre ist längt unverkennbar geworden – ein ganz spezielles Klangbild, das man nur mit diesem Musiker in Verbindung bringt. Sein „Footsteps“, ein bluesgefärbter Jamaika-Traum vom Licht und Schatten, ein vokales Meisterstück mit ganz wunderbaren Lyrik-Brüchen über die Erlösung des Menschen. Und wie sein Gitarrenspiel unverkennbar ist, so ist es seine Stimme noch viel mehr. Eine Melange, in der die Wailers zuhause sind, aber auch in der Sentimentalität ein später, reifer Marley. Zudem kann Wally zweifelsfrei als einer der sympathischten und empathischsten Künstler gelten, allzeit singend für die Liebe und die Freiheit.

Sie erlebten womöglich das Top-Konzertereignis des Jahres 2020 – die begeisterten Zuhörer im Lindenkeller.

Amis stimmliche Brillanz

Spätestens beim ersten Ton von Amis „Untertauchen“ war dann allerdings auch eines klar: Hier auf der Bühne steht eine junge Frau, die vom Charisma und vor allem der stimmlichen Brillanz eine neue Nina Simone sein wird. Es ist eine dieser Gänsehaut-Stimmen, die es nur ganz selten gibt – ihr „Jungle“ ein kleiner Hit, der für Beifalls-Stürme sorgte und musikalisch einen weiten Bogen spannte. Ihre bezaubernde Ausstrahlung überleuchtete das Konzert auf magische Weise. Zudem gelingt Ami ein bemerkenswertes Phänomen: Egal, ob sie nun deutsch oder englisch singt, ihre markante Stimme trägt über alle Sprachen hinweg. Das melancholische „Vielleicht lieber morgen“ ein entspannter Song mit Texttiefe, das späte Duett mit Wally „Rainbow-People“ vielleicht sogar die Nummer des Abends aufgrund der stimmlichen Dialoge zweier Generationen. Auch im Duett die Zugabe „Stormy“, ohne Drums, reduziert, eine großartige Interpretation zwischen Groove und Jazz, zwischen Blues und Roots – unplugged zum Herzen gehend, einfach ganz große Musik. Waren die Konzerte von Wally Warning zuvor schon exzellent, so sind die Auftritte zusammen mit seiner Tochter Weltklasse. Ein grandioser Abend voller Warmherzigkeit. 

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