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Wie viele Warteschleifen drehen Flugzeuge am Münchner Airport wegen Kapazitätsengpässen? Das wollte der Bürgerverein Freising jetzt erfahren.

Debatte um dritte Startbahn

Wegen Warteschleifen: Bürgerverein wirft Flughafenchef Falschaussage vor

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Als Argument für die 3. Startbahn dienen dem Flughafen München Warteschleifen, die wegen Kapazitätsgrenzen geflogen werden müssten. Doch konkrete Zahlen bleibt man schuldig.

Freising – Es ist ein Argument, das immer wieder einmal für den Bau der dritten Startbahn ins Feld geführt wird: Warteschleifen, die wegen mangelnder Kapazität auf dem Boden geflogen werden müssten und klimaschädlich seien. Jetzt hat der Bürgerverein Freising bei FMG-Chef Michael Kerkloh explizit nachgefragt.

In einem Brief vom 13. Mai wollte der Bürgerverein von Kerkloh detailliert wissen, bei wie vielen Flügen und zu welchem Zeitpunkt wie viele Warteschleifen über der Region gedreht worden seien, weil am Münchner Flughafen eine dritte Startbahn fehle.

Flughafen-Chef: „Warteschleifen nicht gut für Reisende und schlecht fürs Klima“

Die Antwort des FMG-Chefs erfolgte ebenfalls schriftlich: Jede stark ausgelastete Verkehrsinfrastruktur sei „anfällig für Staus“, schreibt Kerkloh. „Das versteht sich von selbst“ und sei eine Erfahrung, die viele Menschen tagtäglich im Berufsverkehr machten. Am Flughafen München habe man sechs solcher Verkehrsspitzen täglich, die sich in Form von An- und Abflugverzögerungen am Boden und in der Luft bildeten „und in Zukunft sogar noch zunehmen werden“. Weiter: „Das ist nicht gut für die Reisenden und schlecht fürs Klima, weil die Flugzeuge länger an den Startbahnen warten oder in der Luft bleiben müssen, als es mit einer zu jeder Tageszeit ausreichenden Kapazität am Boden nötig wäre.“ Hinzu kämen Wetterlagen und Winterdiensteinsätze, deren Kapazitätseinbußen sich wegen fehlender „Redundanz“ noch stärker auswirkten.

FMG-Pressesprecherin Kathrin Stangl sagte auf Nachfrage des FT, man besitze keine Zahlen und Daten zu den Warteschleifen. Allerdings sei angesichts einer steigenden Zahl von Flugbewegungen klar, dass es zunehmend zu Kapazitätsengpässen komme. Und mit drei Startbahnen und 120 möglichen Flugbewegungen pro Stunde hätte man mehr Möglichkeiten als derzeit mit zwei Startbahnen und 90 Flugbewegungen. 

Konkrete Zahlen? Die Deutsche Flugsicherung winkt ab

Für die Frage, „wie viele Extrakilometer schon heute im Laufe eines Jahres geflogen werden“, verweist auch Kerkloh den Bürgerverein an die Deutsche Flugsicherung (DFS). Genau dort hat dann der Bürgerverein in einem Schreiben vom 1. Juli nachgefragt, wie viele zusätzliche Flugkilometer in Warteschleifen es beispielsweise 2018 am MUC gegeben habe. Außerdem wollte der Bürgerverein wissen, was die Ursachen für die zusätzlichen Flugkilometer gewesen seien, und ob aus dem jährlichen Delay-Report der DFS (Auflistung der Verspätungen) diese zusätzlichen Flugzeiten in Warteschleifen abgeleitet werden könne.

Die Antwort erfolgte am 7. August: Die DFS führe keine Statistik über Warteschleifen, könne deshalb auch keine Aussage zu den Gründen für solche zusätzlich geflogenen Kilometer machen. Und aus dem Delay-Report könne man dazu nichts ableiten. Überhaupt sei die DFS bei der Diskussion um die Kapazitäten am MUC in Verbindung mit Warteschleifen „nicht involviert“ gewesen und „kann zu den geführten Diskussionen keine Aussagen treffen“.

Vorwurf des Bürgervereins gegen Kerkloh: „Ihre Aussage ist falsch“

Diese Antwort hat den Bürgerverein am 14. August dazu veranlasst, an Kerkloh zu schreiben: Weder er noch die DFS könnten beantworten, wie viele Warteschleifen wegen einer fehlenden dritten Bahn geflogen würden. Fazit des Vereins: „Ihre Aussage, es müssten bereits heute wegen einer fehlenden 3. Startbahn Warteschleifen geflogen werden, ist falsch.“ Kerkloh könne das Ausmaß der Behinderung und der Umweltverschmutzung nicht benennen und wisse auch nicht, „dass es solche Statistiken gar nicht gibt“, stellt der Bürgerverein abschließend fest.

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