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Einbrecher auf dem Rückzug: Die Zahl der Delikte in diesem Bereich ging bei der Polizeiinspektion Freising von 53 (2017) auf 20 im Jahr 2018 zurück. 

Diebstähle, Einbrüche, Rauschgiftdelikte

Weniger Straftaten: Das ist die Kriminalstatistik 2018 für den Landkreis Freising

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Weniger Diebstähle und Wohnungseinbrüche – aber mehr Rauschgiftdelikte: Das sind die Eckpunkte der Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord für 2018. Ein Überblick. 

Landkreis –Weniger Diebstähle und Wohnungseinbrüche – aber eine Steigerung der Rauschgiftdelikte: Das sind die Eckpunkte der Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord für 2018. Erfreulich: Im Schutzbereich, der außer Freising neun weitere Landkreise umfasst, ging die Zahl der Straftaten insgesamt zurück – von 63 871 in 2017 auf 62 800 in 2018. Das sind 4028 Delikte pro 100.000 Einwohner. Da liegt Freising (6370 Delikte, 3579 pro 100.000 Einwohner) in puncto Sicherheit weit darunter. Hier ging die Zahl der Straftaten deutlich zurück: um 258, ein Minus von 3,9 Prozent. Die Zahlen aus den einzelnen Inspektionen:

Freising

Die PI Freising hat 2018 einen leichten Rückgang in der Aufklärungsquote um 0,8 Prozent gegenüber 2017 zu verzeichnen. Damit liegt Freising mit 59,7 Prozent gegenüber dem Präsidiumsschnitt von 65,9 Prozent zurück. Gleichzeitig ging die Zahl der Delikte massiv zurück – auf 2 875 Straftaten, dem niedrigsten Wert seit 10 Jahren.

Bemerkenswert ist der starke Rückgang der Rauschgiftdelikte um 46,8 Prozent – also von 417 Delikten 2017 auf 222 Delikte 2018. Rauschgiftdelikte sind sogenannte Kontrolldelikte, das heißt, dass die Deliktszahl auch stark vom Kontrollverhalten der Polizei abhängt. 2018 stellte die PI Freising erstmals fest, dass sich die Konsumenten offensichtlich aus dem öffentlichen Raum zurückzogen. Dies erschwerte folglich die Kontrolle der Klientel und führte wohl zum Rückgang der Fallzahlen. Erster Polizeihauptkommissar Michael Ertl: „Da nicht damit zu rechnen ist, dass der Rauschgiftkonsum tatsächlich rückläufig ist, arbeitet die PI Freising und insbesondere die hiesige Rauschgiftgruppe mit Hochdruck an der Aufklärung der geänderten Rahmenbedingungen.“

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Der intensive Kampf gegen die Wohnungseinbruchskriminalität in den letzten Jahren scheint sich gelohnt zu haben. Die Zahl der Delikte ging hier von 53 in 2017 auf 20 im Jahr 2018 zurück.

Der Anteil der „tatverdächtigen Nichtdeutschen“ an den Gesamtstraftaten im gesamten Kreis Freising lag 2018 übrigens bei 41 Prozent, 0,3 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Der Anteil der Zuwanderer daran beträgt 9,6 Prozent (Vorjahr 10,2). Im Dienststellenbereich der PI Freising fielen 243 Straftaten durch Zuwanderer an – 84 Delikte weniger als 2017.

Weitere Deliktzahlen: 313 Fahrraddiebstähle (Vorjahr 308), 890 Diebstähle (984), 383 Sachbeschädigungen (355), 67 gefährliche Körperverletzungen (81), neun Raubdelikte (10) sowie, 112 Ladendiebstähle (94).

Moosburg

Die Statistik für den Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Moosburg weist mit 1109 Delikten den nach 2015 zweitniedrigsten und mit einer Aufklärungsquote von 69,7 Prozent (Vorjahr 68,8) den höchsten Wert im Zehn-Jahres-Vergleich auf. Gegenüber 2017 wird mit 1345 Straftaten ein Rückgang um 236 verzeichnet, das sind 17,5 Prozent.

In der Stadt Moosburg haben sich mit 670 Delikten die meisten ereignet, das entspricht einer Häufigkeitszahl – Straftaten pro 1000 Einwohner – von 36. Am sichersten lebt es sich in Hörgertshausen und Mauern mit Häufigkeitszahlen von 13 beziehungsweise 14. Insgesamt ist Erster Polizeihauptkommissar Bidinger zufrieden. „Während bei den meisten Kommunen nur gerinfügige Veränderungen gegenüber dem Vorjahr festzustellen waren, sind die deutlichen Rückgänge von 883 auf 670 Straftaten in Moosburg und von 153 auf 112 in Nandlstadt besonders erfreulich.“

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Die Strafanzeigen wegen Körperverletzung gingen mit 104 im Vergleich zum Vorjahr mit 160 sehr deutlich zurück. Bei den zehn Wohnungseinbrüchen – im Jahr 2017 waren es 23 – blieb es in 40 Prozent der Fälle bei Versuchen. Die Zahl der Fahrraddiebstähle ist ebenfalls weniger geworden: 2017 waren es noch 86, nun 55 Fälle. In Sachen Rauschgiftkriminalität verzeichnet die PI Moosburg nur einen geringen Rückgang von 159 auf 153 Anzeigen. „Dabei muss berücksichtigt werden, dass 2018 das Utopia Musikfestival nicht stattfand, bei dem in den Vorjahren immer eine größere Anzahl von Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz registriert wurden“, erklärt Polizeihauptkommissar Bidinger.

Neufahrn

Entgegen dem Landkreis-Trend sind die Delikte im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Neufahrn angestiegen – von 2126 auf 2386. Die Aufklärungsquote hat sich jedoch von 52,5 auf 59,6 Prozent erhöht, berichtet Erster Polizeihauptkommissar Hermann Eschenbecher. In drei Bereichen haben die Taten deutlich zugenommen: Delikte gegen die sexuelle Selbstbestimmung, wie Nötigung, Belästigung oder Missbrauch, stiegen von 23 auf 33 an. In Sachen Vermögens- und Fälschungskriminalität, wie Betrug oder Urkundenfälschung, ermittelte die Polizei in 751 Fällen, im Vorjahr waren es 491. Was die Rauschgiftkriminalität angeht, verzeichnet die Statistik einen Anstieg um 64 auf 209 Fälle.

Immerhin ist auch die Aufklärungsquote in allen drei Bereichen angestiegen. In der Gemeinde Neufahrn ereigneten sich mit 1143 Straftaten die meisten, gefolgt von den Gemeinden Eching (717), Hallbergmoos (497) und Fahrenzhausen (82).

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