Autofahrer versucht, Polizisten in Washington zu überfahren

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Haben den neuen BRK-Fachdienst auf die Beine gestellt. (v. l.) Kreisbereitschaftsleiter Stefan Wythe und seine Einsatzkräfte Sarah Haux, Tina Steinleitner und Markus Haux.

Neuer Fachdienst

Wenn Helfer Hilfe brauchen: BRK Freising installiert Anlaufstelle

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Landkreis Freising - Ob Suizid, besonders schlimmer Verkehrsunfall oder sogar Amoklauf: Manche Einsätze gehen auch Rettungskräften an die Nieren. Ab sofort gibt es beim BRK eine Anlaufstelle, an die sich Helfer aus dem Landkreis in solchen Fällen wenden können.

So einen Einsatz kann keiner schnell abschütteln. Im November 2012 rast eine Frau aus Freising auf der A 92 absichtlich in eine Leitplanke, um sich das Leben zu nehmen, kommt aber schwer verletzt davon. Im Auto entdecken die zu Hilfe Geeilten die drei Kinder der Frau – alle tot. Die Mutter hatte ihre viermonatigen Zwillinge und die sechsjährige Tochter erstickt.

„Unsere Einsatzkräfte sind ein großes Maß an Leid und Brutalität gewöhnt“, sagt Sarah Haux, ehrenamtliche BRK-Mitarbeiterin. „Aber hier ist das Schlimmste zusammengekommen, was sich die meisten vorstellen können.“ Zur Nachbesprechung fordert das BRK Freising ein professionelles Team aus München an. Denn im Landkreis gibt es bisher noch keine Anlaufstelle für Helfer, die an die Grenzen ihrer seelischen Belastbarkeit gekommen sind.

„Für solche außergewöhnlichen Situationen wurden Kriseninterventionsteams eingerichtet, die sich um Zeugen und Angehörige kümmern“, sagt Stefan Wythe, der sich als Kreisbereitschaftsleiter um alle Ehrenamtlichen des BRK kümmert. „Doch was ist mit den zu einem Einsatz gerufenen Kräften der Hilfsorganisationen?“ Diese Frage hat dazu geführt, dass der Fachdienst PSNV-E realisiert wurde: die Psychosoziale Notfallversorgung für Einsatzkräfte. Unter der Leitung von Sarah Haux und ihrer Vertreterin Tina Steinleitner kümmert sich dieses Team bei Bedarf um haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter des Kreisverbandes.

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„Im Augenblick sind wir noch zu viert“, berichtet Sarah Haux. Derzeit würden aber sieben weitere Einsatzkräfte die Ausbildung absolvieren. „Wenn wir zehn Leute werden, bin ich glücklich.“ Die Mitarbeiter der PSNV-E sind darauf spezialisiert, den Kollegen im Ernstfall eine adäquate Betreuung zu bieten. „Ein wichtiges Mittel bei der Bewältigung belastender Situationen ist das persönliche Gespräch – einzeln oder in Gruppen“, sagt Wythe. Über die Nachsorge hinaus soll der Fachdienst aber auch Prävention betreiben, etwa Einsatzkräfte schulen, Symptome für akute Belastungsreaktionen selbst zu erkennen. „Das können Schlafstörungen oder Angstzustände sein“, sagt Haux. „Wer in solche Situationen ist, der steht gewöhnlich neben sich.“

Das bestätigt auch Hubert Böck, als Leiter des Rettungsdienstes zuständig für die hauptamtlichen BRK-Kräfte im Landkreis. „Auf Mitarbeiter, die von ihrem normalen Verhalten abweichen, muss man besonders achten.“ Vor allem langjährige Kollegen hätten Strategien entwickelt, wie sie mit psychischer Belastung am Besten umgehen können. „Einer geht zehn Kilometer laufen, ein anderer sucht sich einen kollegialen Ansprechpartner, ein Dritter braucht das Gespräch in größerer Gruppe.“ Mit dem Fachdienst gebe es nun eine weitere Alternative. „Und das ist für uns schon eine tolle Sache.“

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