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Mehr als 133 Millionen Euro kostet die Westtangente inzwischen. Das führte zu drastischer Kritik im Stadtrat. 

Schwere Kritik an Projektmanagement

Westtangente: Im Freisinger Stadtrat flogen die Fetzen

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Die neuerlichen Mehrkosten für die Westtangente, die jetzt 133,8 Millionen Euro kosten soll, haben im Stadtrat zu heftigsten Disputen und einem fast zweistündigen verbalen Schlagabtausch geführt.

Freising  Gegner der Umfahrung wie Jürgen Maguhn (Grüne) sprachen von einer „kompletten Bankrotterklärung des Projektmanagements“ und griffen zu Formulierungen, die andere wie Reinhard Fiedler (FSM) „unerhört“ fanden und als „unverschämte Rhetorik“ (Peter Geiger, CSU) bezeichneten. Kurz: Es flogen die Fetzen.

Maguhn: Ein echter Hammer

Ausgelöst hatte den deftigen Streit Maguhn: Er könne „kaum an sich halten“, die neuerliche Kostensteigerung sei „ein echter Hammer“. Maguhn warf der Verwaltung und Projektleiter Franz Piller vor, schon 2013 von Risiken gewusst zu haben. Das Gutachten der Gegner, das von 130 Millionen Euro ausgegangen war, habe Piller als unseriös vom Tisch gewischt. Wenn es so weiter gehe – und Maguhn hatte eine Graphik gemacht, die er über dem Kopf hochhielt –, dann lande man am Ende bei 160 Millionen. Er sei „höchst empört“, wie mit dem Projekt umgegangen werde.

OB weist Vorwürfe zurück

OB Tobias Eschenbacher und Franz Piller wiesen den Vorwurf, man habe etwas verschleiert, entschieden zurück. Man könne nicht einfach irgendwelche Risikoaufschläge draufrechnen, zudem sei die Kostenberechnung 2013, die bei 85,6 Millionen Euro geendet hatte, von zahlreichen Fachstellen geprüft worden. Ulrich Vogl (ÖDP) handelte sich höhnisches Gelächter ein, als er Piller aufforderte, „verbal abzurüsten“, die Aussagen von Maguhn aber als sachlich bezeichnete. Vogl forderte, angesichts einer Kostensteigerung von 50 Millionen Euro sollten die Befürworter der Tangente „Demut walten lassen“.

Drobny legt nach

Manfred Drobny (Grüne) legte nochmal nach: Ob es nicht doch wie bei anderen öffentlichen Projekten gewesen sei, dass man die Sache „schöngerechnet“ habe, um anfangen zu können. Auch das wies der OB energisch zurück. Reinhard Fiedler (FSM) war fast sprachlos, konnte sich angesichts der Wortwahl Maguhns nur im Namen seiner Kollegen entschuldigen. Fremdschämen also. Und auch für Peter Warlimont (SPD) war die Andeutung Maguhns, die Verwaltung habe gepfuscht und versagt, „völlig inakzeptabel“.

Habermeyer: Wo landen wir noch?

Dann legte Sebastian Habermeyer (Grüne) nach: Es sei für die Bevölkerung schon interessant, wer sich in dieser Sache wie positioniere „und wer sich die Sache schönredet“. Die Grünen seien jahrelang und oft für ihre Aussagen zur Westtangente „geprügelt“ worden, da könne man jetzt nicht erwarten, dass man die Kostensteigerung einfach so abnicke. „Das muss einfach klar sein.“ Habermeyers Frage, wo man schließlich lande, konnte niemand beantworten. Einen Hinweis darauf gab allerdings die Auskunft von Piller, noch fehle ein Ausschreibungsvolumen von 13 Millionen Euro. Robert Wellers (FW) Kommentar dazu: „Das kann ja dann nicht mehr so dramatisch werden.“

Während Rudolf Schwaiger (CSU) betonte, wegen Kostensteigerungen beim Asamgebäude, bei der Moosachöffnung und bei Kindergärten rege sich niemand von den Grünen auf, sagte Benno Zierer (BW), man habe doch von Anfang an gewusst, dass die Westtangente teurer werde. „Alles andere wäre scheinheilig.“ Trotzdem sei es „nicht fair, Brandreden gegen die Verwaltung zu halten.“ Wenn man das wusste, wieso habe man es dann nichts gesagt, fragte Drobny nach. Nach zwei Stunden wurde die Kostenfortschreibung für die Westtangente genehmigt – gegen die Stimmen von Grünen, ÖDP und Linken, also mit 28:11.

Lesen Sie auch: Westtangente: Den ersten Anschluss gibt’s im Dezember – und so geht es weiter

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