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Frauen für Frauen: (v. l.) stellvertretende Leiterin Marita Torka, Beraterin Gisela Ederer, Beratungsstellen-Leiterin Doris Hofmann und Bevollmächtigte Christine Kömpel. 

„Krise heißt auch Chance“

Wichtiges Angebot: Schwangerschaftsberatung Donum Vitae will mehr Hilfe von Politik

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In staatlichem Auftrag berät Donum Vitae rund um Abbrüche und Schwangerschaften. Die Arbeit wird immer wichtiger. Doch in Teilen arbeitet laut der Leiterin gerade die Politik gegen den Verein.

Freising – Bis in die 1970er Jahre waren Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland verboten. „Heute sind sie zwar straffrei, aber weiter rechtswidrig“, erklärt Doris Hofmann, Leiterin von Donum Vitae in Freising. Sie und ihre Kolleginnen beraten Frauen in staatlichem Auftrag rund um Abbrüche und Schwangerschaft allgemein. Ihre Arbeit wird immer wichtiger. Doch in Teilen arbeitet laut Hofmann gerade die Politik gegen den Verein. Sie wünscht sich mehr Investitionen in den sozialen Bereich.

„Für alle Beratungsstellen gilt der staatliche Auftrag zum Schutz des ungeborenen Lebens – unabhängig vom Träger“, erläuterte Hofmann beim Pressegespräch am Dienstag. „Wir sagen klar: Es ist Leben, von Anfang an. Und ein Abbruch ist die Tötung von Leben.“ Das Gespräch sei „zielorientiert“, es gehe darum, Perspektiven für ein Kind zu eröffnen. „Trotzdem ist es ergebnisoffen. Letztlich entscheidet die Frau.“ Jede Entscheidung hat eine Konsequenz. „Doch Krise heißt auch Chance“, betonte Hofmann. „Unser Anliegen ist, dass die Frau ihr Leben gut weiterführen kann“, ergänzte Beraterin Gisela Ederer.

Damit sich Frauen oder Eltern im Zweifel für das Kind entscheiden, eröffnen Anlaufstellen wie Donum Vitae, die einen christlichen Träger hat, Perspektiven in Sachen finanzielle Unterstützung, Betreuungsangebote und Wohnraum. Doch irgendwann sind auch den Beratern die Hände gebunden. „Wir sind keine kinderfreundliche Gesellschaft“, sagte Hofmann. Deutschland sei eines der reichsten Länder der Welt. Doch investiert werde lieber in die Rüstungsindustrie als in den sozialen Bereich. Erst kürzlich habe sie eine Frau beraten, die mit dem dritten Kind schwanger war. „Die Familie lebt auf 44 Quadratmetern.“ Hier müsste die Politik eingreifen.

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Gleiches gilt für den Verein an sich. Trotz des staatlichen Auftrags müsse die Beratungsstelle „jährlich fünf Prozent unserer Finanzierung selbst aufbringen“, berichtete Bevollmächtigte Christine Kömpel. Neben den Zuschüssen von Freistaat und Landkreis müssten so teilweise bis zu 30.000 Euro über Spenden akquiriert werden. „Die Bekanntheit und Akzeptanz von Donum Vitae wird glücklicherweise immer größer.“ Trotzdem stecke weiter ein enormer Aufwand dahinter.

Obwohl die verpflichtende Schwangerschaftskonfliktberatung der Kern von Donum Vitae ist, ist er mit 175 Gesprächen im vergangenen Jahr nicht der Hauptteil der Arbeit. Allgemeine Schwangerenberatung sowie die Betreuung nach der Geburt machen mit 682 beziehungsweise 1097 Gesprächen einen weit größeren Teil aus. Ein Angebot, das in Zukunft laut Leiterin Hofmann wohl immer häufiger angenommen wird, ist die Beratung bei unerfülltem Kinderwunsch. „Die Paare werden einfach immer älter.“

Erfolgreich angenommen wird die Sexualpädagogik an Schulen als Ergänzung zum Unterricht. „Das Miteinander-Sprechen steht im Fokus, es gibt Raum zum Fragenstellen“, erklärte Gisela Ederer, die regelmäßig in die Schulen geht. Und es gibt noch einen Grund zur Freude. „Seit einem Jahr existiert der Verhütungsmittelfonds des Landkreises. Frauen, die Sozialleistung beziehen, können einen Antrag auf die Übernahme der Kosten dafür stellen“, erklärte stellvertretende Leiterin Marita Torka. Dass einige Frauen daher gar nicht mehr in die Situation kommen, die Konfliktberatungsstelle aufzusuchen, „macht unser Arbeiten natürlich leichter“.

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