+
Palmen, Meer und Chaos: Die Navis-Helfer machen sich einBild von der schrecklichen Lage in Mosambik. 

Erinnerungen an den Tsunami 2004

„Wie nach Kriegsfall“: Navis-Erkundungsteam kehrt aus Mosambik zurück – Hilfe geht weiter

Der Zyklon „Idai“ hat in Mosambik eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Das Erkundungsteam der Moosburger Hilfsorganisation Navis war deshalb dort, um den Einsatz des Vereins vorzubereiten.

Landkreis – Der Zyklon „Idai“ hat im März in Mosambik eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Das Erkundungsteam der Moosburger Hilfsorganisation Navis war deshalb rund zehn Tage in dem südafrikanischen Land, um den Einsatz des Vereins vorzubereiten. Am Wochenende sind sie mit schrecklichen Eindrücken zurückgekehrt – doch sie hatten auch eine gute Nachricht im Gepäck.

Bei ihrer Ankunft am Flughafen München sah man es ihnen an: Der Arzt Anton Freilinger aus Au, Konstantin Friedrich aus Hallbergmoos und der Rosenheimer Hans Kerschbaumer hatten eine anstrengende Zeit hinter sich. Die Eindrücke aus Mosambik waren noch immer ganz präsent. Die Menschen seien nach dem Wirbelsturm und den Überschwemmungen obdachlos. Ohne Nahrungsmittel, ohne Decken – „ohne alles“, berichtete Freilinger. „Alles ist weggespült worden oder unbrauchbar geworden.“ Teilweise habe sich der Arzt an seinen Einsatz nach dem Tsunami in Sri Lanka im Dezember 2004 erinnert gefühlt. Nicht nur Häuser, sondern auch Außenanlagen seien massiv beschädigt, berichtete Hans Kerschbaumer. Die Lage in Mosambik sei „wie nach einem Kriegsfall“. Für die Aufräumarbeiten fehle es oft an Geräten und Hilfsmitteln.

Lesen Sie auch: 10 Jahre Navis: "Jede Katastrophe hat ihr eigenes Gesicht"

Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Das Team hat einen Standort für das Navis-Camp finden können: eine Schule mit Krankenstation, in der seit dem Wirbelsturm täglich bis zu 400 Patienten aus dem Umland behandelt werden müssen. „Die Malariaquote liegt bei über 50 Prozent“, berichtet Petra Nolte von „Apotheker ohne Grenzen“. Sie war mit dem Navis-Team vor Ort und hat bereits Medikamente für einen Monat geordert. Außerdem wird dringend sauberes Wasser gebraucht. Zuletzt hat die Bevölkerung nur noch das verunreinigte Wasser aus dem Fluss trinken können.

Schutt und Abfall: Bäume, Gebäude, Stromleitung – der Zyklon „Idai“ hat eine Spur der Verwüstung hinterlassen.

Die Mission der Hilfsorganisation: Navis hilft jetzt mit einem Feldhospital und mit zwei Trinkwasseraufbereitungsanlagen. So wollen die Helfer ein bisschen dazu beitragen, „dass das Leben wieder in seine normalen Bahnen kommt“, sagt Anton Freilinger. Um die Fortsetzung der Arbeit kümmert sich jetzt das nächste ehrenamtlicheTeam. Unterstützt werden die acht Männer von „Apotheker ohne Grenzen“ – unter anderem von der Moosburgerin Rosi Beubl, die sich auch für Navis engagiert. ft

Lesen Sie auch: Pilot meldet bei Anflug Rauch an Bahngleisen - Zug rast mit 120 km/h auf Einsatzkräfte zu

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Schluss mit  „imperialer Lebensweise“: 100 Freisinger bei Klima-Mahnwache
Etwa 100 Menschen sind am Freitag zur Klima-Mahnwache gekommen. Auch das Anti-Startbahn-Bündnis Aufgemuckt war dabei - mit einem aktuellen Anliegen an die Bevölkerung.
Schluss mit  „imperialer Lebensweise“: 100 Freisinger bei Klima-Mahnwache
Fußgängerin übersieht Krad: Zwei Verletzte
An der Haindlfinger Straße in Freising kam es am Samstag zu einer Kollision mit einem Krad. Zwei Personen wurden verletzt.
Fußgängerin übersieht Krad: Zwei Verletzte
Streit nach Kollision: Radler schlägt Autofahrerin Tür auf den Fuß und beleidigt sie
Eine Kollision zwischen einer Autofahrerin (68) und einer Radlerin in Moosburg endete handgreiflich. Die Seniorin wurde verletzt.
Streit nach Kollision: Radler schlägt Autofahrerin Tür auf den Fuß und beleidigt sie
Polizei muss einige Alkoholsünder aus dem Verkehr ziehen: 33-Jähriger ist „Spitzenreiter“
Einige Alkoholsünder hat die Polizei Moosburg in den vergangenen Tagen aus dem Verkehr gezogen. „Spitzenreiter“ ist ein 33-jähriger Landkreisbürger, der mit 1,48 …
Polizei muss einige Alkoholsünder aus dem Verkehr ziehen: 33-Jähriger ist „Spitzenreiter“

Kommentare