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Junge Pflanzen schmecken am besten: Der Wildverbiss hat zugenommen.

Jagd auf Waldtiere

Wildverbiss: Amt gibt Rehe in Freising zum Abschuss frei

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In einigen Jagdrevieren in Freising der Wildverbiss deutlich gestiegen ist. Deshalb setzt das Amt für Landwirtschaft und Forsten auf drastische Mittel.

Landkreis – Rehe und Hirsche haben in Bayern zuletzt wieder mehr junge Bäume verbissen. Das geht aus dem jüngsten Forstlichen Gutachten hervor. Im Landkreis Freising gestaltet sich die Lage vergleichsweise gut. Doch innerhalb der Hegegemeinschaften des Rehwilds gibt es gravierende Unterschiede.

Im Kreis Freising gibt es acht solcher Gemeinschaften, in denen über 160 Jagdreviere zusammengefasst sind, sagt Stefan Warsönke, Forstdirektor am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Erding. „Für jede wird ein eigenes Gutachten erstellt.“ Geprüft werde hauptsächlich, ob sich die Terminalknospe noch an der Spitze des Triebs befindet. „Es ist problematisch, wenn sie abgebissen wurde. Dann wächst der Baum nicht gerade weiter“, erklärt der Forstdirektor.

Schlechte Noten für drei Hegegemeinschaften

Das Forstliche Gutachten von Dezember offenbart große Unterschiede in den acht Hegeringen im Kreis Freising. In fünf sei der Verbiss zwar „tragbar“, das entspreche laut Warsönke den Noten drei bis vier. „Aber in drei Hegegemeinschaften ist er eindeutig zu hoch.“ Das bedeutet: „In zwei davon muss jetzt der Abschuss erhöht werden.“ Den dritten lässt Warsönke außen vor, „da schon gewisse Verbesserungen eingetreten sind“.

Mögliche Gründe für die Unterschiede sieht Warsönke in der Verteilung von Wald- und Feldflächen in den einzelnen Ringen. „Außerdem spielt es eine Rolle, wie die Jäger mitmachen.“ Generell zeige das Gutachten, das alle drei Jahre erstellt wird, im Vergleich zu 2015 eine Verbesserung, was Tanne und Laubhölzer angeht. Bei den Fichten, die wegen ihres hohen Vorkommens verhältnismäßig wenig verbissen werden, hätten die Schäden dagegen zugenommen.

Abschuss soll dem Kampf gegen den Klimawandel dienen

Das AELF gibt der Jagdbehörde nun eine Abschussempfehlung, von der nur „mit sehr triftigen Gründen“ abgewichen werden könne. Eine andere Möglichkeit, als den Wildbestand zu verringern, gebe es nicht. „Auch wenn wir noch so viele neue Bäume pflanzen – die kommen gedüngt aus der Baumschule und schmecken dem Rehwild einfach besser.“ Vielmehr geht es darum, dass die natürlichen Samen der bestehenden Bäume aufwachsen können. Warsönke betont: „Der Klimawandel ist da.“ Um den Wetterextremen trotzen zu können, sei ein stabiler Mischwald notwendig. „Laubhölzer, Tannen und so weiter müssen sich dafür selbst verjüngen“, sagt der Forstdirektor.

Alfred Fuchs, der Betriebsleiter der Bayerischen Staatsforsten in Freising, sagt: „Wir setzen auf Bäume, die auch in 20 oder 50 Jahren gut wachsen.“ Fuchs ist froh, dass sich die Abschuss-Strategie in den 90er Jahren durchgesetzt hat. „Die Zahlen zeigen, dass die Menge, die geschossen wird, konstant bleibt.“

Gemeinsames Treffen steht an

In ein paar Wochen kommen Revierinhaber, Waldbesitzer und weiter Verantwortliche in der Unteren Jagdbehörde des Landratsamts zusammen, um die neuen Abschusspläne zu besprechen. Unter ihnen ist Walter Bott, Vorsitzender des Freisinger Kreisjagdverbands. Er setzt sich dafür ein, mit allen Beteiligten einen gemeinsamen Nenner zu finden. „Es kann nicht heißen ,Wald vor Wild’ oder ,Wild vor Wald’“, betont Bott. „,Wald und Wild’ müssen wir sagen, denn die gehören zusammen.“ Seine Jägerkameraden, die Landwirte und Waldbesitzer sieht der Jagdverbandsvorsitzende als Partner, mit denen er in engem Austausch steht. „Nur gemeinsam können wir zu einem guten Ergebnis kommen.“

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