Medizinisches Personal betreut Patienten auf einer Intensivstation.
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Sind noch Betten frei? Das bundesweite DIVI-Intensivregister gibt Auskunft über die Kapazitäten der Intensivstationen. (Symbolbild)

Klinikumssprecher erklärt Lage

„Wir laufen langsam voll“: So steht es um die Intensivbetten in der Region Freising

  • Magdalena Höcherl
    vonMagdalena Höcherl
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Wie sieht die Lage der Krankenhaus-Intensivbetten im Landkreis Freising aus? Ein Kliniksprecher gibt Auskunft - und ordnet die aktuellen Zahlen ein.

Freising – Im Landkreis Freising gibt es aktuell keine freien Intensivbetten mehr. Das geht es den Donnerstagsdaten des DIVI-Intensivregisters hervor. „Das heißt aber nicht, dass die Station für Tage nicht verfügbar ist“, erklärt Sascha Alexander. Der Sprecher des Freisinger Klinikums sagt jedoch auch: „Wir laufen langsam voll.“

Das Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, kurz DIVI, sei schon vor der Pandemie installiert worden, habe aber in den vergangenen Monaten an Fahrt aufgenommen, berichtet Alexander. Seit April müssen die Akutkrankenhäuser – sprich Einrichtungen mit akuttherapeutischen Abteilungen wie Notfallambulanz oder Schlaganfall-Einheit – die Kapazitäten ihrer Intensivstation immer vormittags melden, mittags werden die Zahlen aktualisiert.

Corona im Landkreis Freising: Zahl der freien Intensivbetten schwankt

Das Register sei ein Instrument, um sich einen Überblick zu verschaffen. „Es geht darum, die Kapazitäten der Häuser gleichzeitig zu erfassen und so den Austausch zu erleichtern“, erläutert Alexander. In der Region sei diese Meldung ein Hinweis für die Beteiligten des Rettungsbezirks Freising – Erding – Ebersberg. „Wer einen Notfall transportiert, weiß so, dass er nicht aufs Geratewohl zum Krankenhaus fährt und hofft, dass noch Platz ist, sondern die Lage abklärt.“

Wichtig sei, dass der DIVI-Tagesreport lediglich eine „Wasserstandsmeldung“ sei. Alexander betont: „Man darf nicht vergessen, dass jede Intensivstation im Laufe des Tages immer versucht, Patienten, die nicht mehr intensivpflichtig sind, wieder auf Station zu verlegen.“ Die Zahl der freien Intensivbetten könne demnach von Tag zu Tag variieren.

„Muss priorisiert werden, damit Schwerstkranke Intensivbetten bekommen“

Doch natürlich seien die Kapazitäten irgendwann einfach belegt. Das Register helfe dann, sich besser untereinander abstimmen zu können. „Momentan ist es nur im Ausnahmefall so, dass wenn die Kliniken in Freising, Erding und Ebersberg voll sind, Patienten eventuell auch nach München verlegt werden“, so der Klinik-Sprecher.

Zu beachten sei auch, dass bei Weitem nicht alle Intensivbetten von Corona-Patienten belegt seien. Laut DIVI-Register sind es in Freising aktuell 35,7 Prozent. „Das ist derzeit natürlich die große Herausforderung: den Normalbetrieb ebenso abzudecken. „Einerseits müssen alle versorgt werden, andererseits muss priorisiert werden, damit die Schwerstkranken ihre Intensivbetten bekommen“, sagt Sascha Alexander.

Covid-19: Zahl der Intensivbetten nicht einziger limitierender Faktor

Der Klinikumssprecher betont jedoch auch, dass die Zahl der (belegten) Intensivbetten in Relation gesehen werden müsse. „Entscheidend ist, wie die Versorgung aussieht.“ Gerade bei Covid-19-Schwerstverläufen, die auf eine Beatmung angewiesen sind, sei der limitierende Faktor nicht die Zahl der Betten, sondern die der Geräte und des Fachpersonals, das damit arbeiten kann. Alexander sagt: „Wir müssen immer auf Sicht fahren.“

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