Massiver Ärger

Wohnungssuchende toben im Sozialamt

Freising - Im Sozialamt der Stadt Freising gibt es derzeit „massiv Ärger“. So beschreibt der Leiter des Sozialamts, Robert Zellner, das, was seit einigen Wochen und Monaten im Rathaus abläuft.

Grund: Bürger, die 13 Euro für eine Wohnberechtigungsbescheinigung bezahlt haben, mit der sie sich um eine Sozialwohnung bewerben können, beschimpfen die Mitarbeiter.

Sie erfahren nämlich, dass sie in Freising fünf bis sieben Jahre lang auf so eine öffentlich geförderte Wohnung warten müssen. Und entsprechend wütend reagiert ein Teil der Wohnungssuchenden. Diese prekäre Situation der langen Wartezeiten hatte Zellner schon Ende 2013 bei seinem jährlichen Wohnungsvergabebericht vor den Stadträten beschrieben.

Jetzt zieht man Konsequenzen aus dem Ärger und den Vorfällen im Sozialamt: Um „die Mitarbeiter zu schützen“, so Zellner, wird man in den kommenden Monaten zumindest keine speziell für die Stadt Freising gedachten Wohnberechtigungsbescheinigungen mehr ausstellen. „Wir wollen da keine Hoffnungen mehr wecken“, so Zellner. Die allgemeinen Wohnberechtigungsbescheinigungen, die für ganz Bayern gelten, wird es im Rathaus aber freilich weiterhin geben. Und auch die Unterbringung von Not- und Härtefällen in den städtischen Notunterkünften bleibe von dieser Regelung freilich unangetastet.

Diese Nachricht, die Zellner im Hauptausschuss am Montag verkündete, zeigte den Stadträten wieder einmal, wie es um Wohnraum in Freising bestellt ist: knapp und teuer. Und auch für Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher war klar: „Wohnraum - das ist das harte Thema, das uns beschäftigt.“ Dagegen würden andere Themen beinahe verblassen. FSM-Fraktionschef Hans Hölzl forderte, dass endlich auch andere Kommunen und der Landkreis etwas tun müssten in Sachen sozialer Wohnungsbau.

Fünf bis sieben Jahre Wartezeit, das sei „eine Nullperspektive“, kommentierte Eva Bönig (Grüne). Den Ärger der Menschen könne sie da durchaus schon nachvollziehen.

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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