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Der Meister und der Nachwuchs: Stephan Leitmeier brilliert als Herr Sumsemann mit grandioser Gestik und Mimik, Myriam Forster und Max-Emanuel Reisch bewältigen ihre erste großen Rollen als Anne und Peter bravourös.

Theater

Zauberhafter Höhenflug: Laienbühne Freising begeistert mit „Peterchens Mondfahrt“ auf der ganzen Linie

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Ob bayerischer Schwank oder Volkstheater - die Laienbühne Freising hat ihre Vielseitigkeit schon oft demonstriert. Jetzt beweist das Ensemble mit der Premiere von „Peterchens Mondfahrt“: Es kann auch Kindertheater.

Freising – Just in dem Jahr, in dem für den Freistaat Bayern das Raumfahrtprogramm „Bavaria One“ ausgerufen wurde, hat auch die Laienbühne Freising abgehoben und sich auf eine Reise zu den Sternen und zum Himmelszelt begeben: „Peterchens Mondfahrt“ feierte am Samstag Premiere. Und was für eine! Vom poetischen Anfang mit Maikäfer Sumsemann bis zum rührend schönen Ende des Märchens ist die Inszenierung von Regisseurin Margot Riegler ein einziger Höhenflug.

Allerdings beginnt das Stück in der Luitpoldhalle mit einer Lüge: Herr Sumsemann, eigentlich August Sumsemann, was für einen Mai(!)käfer ein „sehr sehr blöder Name“ sei, behauptet, Menschen würden keine Maikäfer mögen. Zumindest im Fall von Stephan Leitmeier, der den Maikäfer in Haltung und Gestik grandios und fulminant auf die Bühne, genauer: auf den Mond bringt, stimmt das nicht. Diesen Herrn Sumsemann und seinen meisterhaften Darsteller muss man lieben und ins Herz schließen.

Nachwuchs-Darsteller meistern erste große Rollen bravourös

Peter und Anne, die beiden Kinder, die den armen fünfbeinigen Käfer auf der „Mission Beinchen“ begleiten, tun das: Max-Emanuel Reisch und Myriam Forster haben in diesem Stück ihre ersten großen Rollen bei der Laienbühne und beweisen in jeder einzelnen Szene sehr eindrucksvoll, dass sich die Freisinger Laienspieler um die Zukunft wahrlich keine Sorgen machen müssen. Die vierte im Bunde der Mondreisenden: Feli, die aufgekratzte Azubi-Fee, wunderbar enthusiastisch und mitreißend gespielt von Sandra Giebfried. Und dann ist da noch Wolfgang Schnetz als Sandmann, der von einem Niesanfall nach dem anderen gebeutelt wird, der so herrlich haspelnd und leicht hektisch das Geschehen von der Himmelswiese aus zu leiten versucht.

Von wegen Kindertheater: Die Premiere von „Peterchens Mondfahrt“ lockte nicht nur den Nachwuchs, sondern auch die geballte (erwachsene) Prominenz in die Luitpoldhalle.

Und was soll man über all die Figuren sagen, die im Schloss der Nachtfee (Angela Flohr) eine Party feiern, die als Sterne, als Jahreszeiten und Wetterphänomene auftreten und nicht nur durch ihr Spiel, sondern auch durch ihre wunderschönen, fantasievollen Kostüme ein grandios buntes Bild auf der Bühne bieten oder, so wie der Mondmann (Andreas Schwarz) gar furchterregend über die Bühne, genauer: über den Mond poltern? Alles ganz herrlich, alles zauberhaft.

Kanonen und Sternenschlitten sorgen für Spektakel

Verdienten Szenenapplaus gab es bei der Premiere aber auch für die Spezialeffekte: Da war die wilde Fahrt mit dem Sternenschlitten von „Sandmann Tours“ durch Schneegestöber, Sturm und Blitz. Da war die laut krachende und rauchende Kanone, mit denen das Quartett auf den Mond geschossen wurde. Und dass die Laienbühne Freising kleine Bonmots einbaut, die den Aufführungen zusätzlich Pfeffer verleihen, weiß man: Da hängen beim Sandmann drei große Fotos von Kindern, die noch nicht schlafen – von Tobi, Evi und Hubsi, alias: OB Tobias Eschenbacher, Bürgermeisterin Eva Bönig und Kulturreferent Hubert Hierl. Und da weht auf dem Mond eine ganz kleine US-Fahne – auf jenem Mond, den Herr Sumsemann mit folgenden Worten betritt: „Ein kleiner Schritt für mich, ein großer Schritt für alle Sumsemänner.“

Fazit: Mit „Peterchens Mondfahrt“ in der Umsetzung durch die Laienbühne Freising hat Regisseurin Margot Riegler die „Mission Beinchen“ perfekt erfüllt.

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